Stillen – lange Stillen – sehr lange stillen – stillen aufhören? Part 3 – Problemkind

da waren wir also – Mini Mann wurde als Problem Kind eingestuft und der Kindergarten empfiehl mir unbedingt die Einschlafgewohnheiten vom Kind zu ändern.

Ich machte mir ernsthaft Gedanken, die erhaltene Broschüre warf mich total aus der Bahn. War es wirklich alles falsch was ich bisher gemacht hatte?

Abstillen kam für mich nicht in Frage. Stillen machte mir momentan das Leben nachts einfacher, aber einschlafen diese Gewohnheit die könnten wir ändern.

Also erneut zog ich das gekaufte Buch „schlafen statt schreien“ raus und zog mit Mini Mann ins Kinderzimmer. Die nächsten Wochen blieben wir dort auch.

Der Abend wurde umgestellt. Mini Mann wurde Bett fertig gemacht Ich stillte ihm in einem bequemen Stuhl und jedes Mal wenn ich merkte er schlief ein und das nuckeln wurde weniger, zog ich die Brust langsam aus dem Mund. Wenn er sich beschwerte bekam er sie wieder und wenn er wieder kurz vorm einschlafen war zog ich sie raus. Die ersten Tage zogen sich etwas. Aber schön schnell schlief er einfach ein obwohl die Brust nicht mehr im Mund war.

Ich legte ihn dann in sein Bett und schlief auf dem Boden – bis er nachts kam. Dann wurde er zu mir geholt und wir schliefen gemeinsam weiter. Er nuckelte ab und zu und ich schlief. Das machte sich auch im Kindergarten bemerkbar – er schlief dort ohne Probleme mittags. Zwar musste immer jemand bei ihm bleiben aber es lief ohne schreien.

Ich lies sie im Glauben das ich mich an ihre Ratschläge gehalten habe und wusste es für mich besser.

Auch das Schlafen gehen bei uns Zuhause lief gut. Es lief sogar immer besser. Mittlerweile gab ich ihm die Brust nur noch in „limitierter“ Zeit – das bedeutet er bekam sie für 10 Minuten und danach nicht mehr – und ich legte ihn dann Wach ins Bett. Am Anfang gefiel ihm das gar nicht und er weinte und meckerte. Doch ich hielt mich auch hier ans Buch. Ich nahm ihn hoch wenn er weinte, tröstete und legte ihn wieder ins Bett. Nach ein paar Tagen konnte ich ihn stillen, hinlegen und bald darauf schon etwas weiter weg gehen.

Leider habe ich es nie geschafft ganz aus dem Raum raus zu kommen, denn aufgrund von Krankheit im Winter erlitten wir wieder einen Rückschritt.

Ich möchte das aber alles nicht künstlich in die Länge ziehen. Unser aktueller stand, mit dem ich sehr Zufrieden bin. Mini Mann bekommt abends die Brust. Nach wie vor für maximal 10 Minuten (Sternenlampe sei Dank) danach kuscheln wir zusammen im Familienbett und er schläft ganz ohne Brust ein. Ich verlasse dann das Zimmer und er schläft bis 3 oder 4 Uhr durch. Wird er vor 4 Uhr wach bekommt er keine Brust sondern wird so getröstet.

Sollte er nach 4 wach werden darf er noch mal nuckeln und schläft mal richtig fest ein. Unter der Woche wird er spätestens um 6:30 Uhr geweckt. Würde ich ihm die Brust um 4 Uhr nicht geben, würde er noch mal einschlummern aber eben nicht fest. Das bedeutet wenn ich um 5 Uhr aufstehe um laufen zu gehen würde er wach werden und weinen. Um das zu vermeiden darf er noch mal nuckeln, aber streng genommen könnte ich auch das aussitzen.

Manchmal – so wie heute Nacht – bekommt er die Brust noch öfters. Ich weiß nicht was los war, aber er hat sehr unruhig und schlecht geschlafen. Ohne Brust hätte ich wohl heute Nacht auch keinen richtigen schlaf gefunden.

Wann ich abstille? Das weiß ich noch nicht genau. In 2 1/2 Wochen geht es in Mutter Kind Kur und dort wird er von fremden Menschen betreut. Eine Zeitlang wollte ich bereits vor der Kur abgestillt haben, aber momentan denke ich die Brust wird ihm in der Kur gut tun.

Es war nicht immer leicht, wir hatten Probleme und manchmal habe ich mir Probleme gemacht wo keine waren. Aber wir haben unseren Weg gefunden und wir sind damit Glücklich. Ich bin damit Glücklich, zumindest zu 95%. Die 5% schiebe ich einfach mal auf schlechte Tage. Jeder darf schließlich mal einen schlechten Tag haben 🙂 Irgendwann werden mein Sohn und ich einen Punkt erreichen an dem wir diese Enge Bindung kappen werden und er nicht mehr nuckeln darf. Wann dieser Punkt kommt, dass weiß ich noch nicht und das plane ich auch (nicht mehr) aber ich bin mir sicher er wird kommen.

Abschließend bleibt mir doch zu sagen, dass Stillen durch aus auch etwas Selbstbewusstsein brauch. Zumindest langes stillen. Man muss sich häufig rechtfertigen, man muss sich oft anhören das es beim Kind viel Gewohnheit sei (was bestimmt auch nicht ganz unrichtig ist) und man muss lernen sich treu zu bleiben. Aber es lohnt sich. Dennoch ist der Vorteil der Flaschennahrung definitiv einer, dass diese bei einem 2 jährigen eher Akzeptiert wird als an der Brust trinken. Obwohl es streng genommen nichts anderes ist. Zumindest ist das meine Erfahrung und meine Meinung.

Wie waren eure Erfahrungen, vielleicht mögt ihr auch darüber berichten? Mich würde es definitiv freuen!
  
„Brelfie“ in Miami während einer Bustour – ich sag ja man gewöhnt sich an alles 🙂

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6 Einträge zu „Stillen – lange Stillen – sehr lange stillen – stillen aufhören? Part 3 – Problemkind

  • Ich denke Langzeitstillen ist etwas das man für sich selbst und für das Zwerlein entscheiden sollte. Tut es euch beiden gut, warum nicht?
    Falls du mehr darüber wissen möchtest hier ist eine interessante Seite zu diesem Thema.
    http://www.stillkinder.de/haeufige-fragen-zum-langzeitstillen/

    Ich selber bin Mama von drei (erwachsenen) Kindern und zweifache Oma. (Meine Güte klingt das alt -lach-) Für mich war das Maximum des Stillens ein knappes halbes Jahr. Ich hatte einfach das Gefühl „es wird Zeit“ für eine Umstellung, Und die Kleinen haben sich mit Fläschchen und Brei sofort wohlgefühlt. Und… diese enge Bindung liegt nicht nur am stillen, die ist auch ohne nuckeln da, versprochen 🙂 Wir haben immer so viel gekuschelt und geschmust auch während der Fläschchenzeit so das ich nie das Gefühl hatte das meine Kinder nun etwas vermissten.

    Meine Tochter, im Moment mit ihrem zweiten Kind schwanger, hat ihren Sohn nie gestillt da ihre Milchdrüsen nicht arbeiten. Das machte sie sehr traurig. Mittlerweile ist der Kleine knappe zwei Jahre alt und fröhlich, quietschvergnügt und in seiner Entwicklung sogar etwas voraus.

    Ich persönlich denke ob stillen oder nicht oder auch auf die Zeitspanne kommt es nicht wirklich an. Wirklich wichtig sind Liebe und Geborgenheit im Überfluss und das Mama und Kind glücklich sind, egal wie man sich entscheidet und die „Sache“ mit dem stillen handhabt.

    Lieben Gruß,
    Michaela

    Gefällt 1 Person

  • Sorry vergessen… mein oben erwähntes Enkelchen (zwei Jahre) schläft auch noch nicht durch. Völlig ok, meine Kinder haben vor knapp 30 Jahren schon bei mir im Familienbett geschlafen und gekuschelt weil es immer wieder Einschlafprobleme gab.
    Was hat sich meine Schwiegermutter aufgeregt damals 😀
    Nur nicht verunsichern lassen, wie schon oben gesagt, das wichtigste Mama und kind sind glücklich und zufrieden! 🙂

    Gefällt 1 Person

  • Ach Mist jetzt hab ich einen falschen Knopf gedrückt und mein Kommentar ist weg 😦
    Also noch mal von vorne.

    Danke für den Link – die Seite werde ich mir aufjedenfall mal anschauen.

    Grundsätzlich bin ich der Meinung das jede Frau/Familie/Mutter ihren eigenen Weg finden muss. Nur weil Stillen für mich so gut geklappt hat und die „perfekte“ Lösung für mich ist, heißt es nicht das es für jeden der Fall ist.

    Eine Enge Bindung zwischen Mutter und Kind kommt auch definitiv ohne Brust zu stande. Aber für meinen Sohn war es eben beruhigend, entspannend, geborgenheit. Während andere eben an Daumen oder Schnuller nuckelten um „runter“ zu kommen, brauchte meiner dafür die Brust. Manchmal ganz schön, aber manchmal eben auch nervig. Ich gebe offen zu, ich wünschte mir oft das er einen Schnuller nimmt :p

    Wie gesagt, es bleibt festzuhalten jeder Weg kann richtig sein. Nichts sollte unter Zwang erfolgen, wenn Stillen nicht klappt – klappt es nicht. Flaschennahrung ist kein Beinbruch es ist eben einfach nur ein anderer Weg und Jeder Weg führt nach Rom – oder so ähnlich 😉

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  • Hallo, ich weiß gar nicht mehr über welchen anderen Blog ich zu Deinem gestoßen bin 🙂 habe es jedenfalls mit großem Interesse gelesen, Deine Berichte über das Langzeitstillen.. Ich wollte nie bewusst eine Langzeitstilleren 😉 werden, aber mittlerweile sind es 15 Monate und kein Ende in Sicht. Mein 3jähriger Sohn hatte mit 8 Monaten keine Lust mehr, meine Tochter kann nicht davon lassen ;).. Es ist wie bei Dir, es gibt Tage, da nervt es mich sehr, und an anderen finde ich es praktisch. Und ich bin ebenso ambivalent und halte es eher „geheim“ – um die Kommentare, „was, Du stillst IMMER noch?“ zu umgehen…
    Sie kann mit anderen (der Tagesmutter zB.) relativ problemlos einschlafen, wenn ich nicht da bin – wenn ich da bin, nuckelt sie, dreht sich um und schläft. Schnuller, Flasche wurden immer komplett verweigert. Und sie schläft meist auch recht gut, bis in die Morgenstunden durch (mit Ausnahmen natürlich) und dann ab 4 etwa will sie immer mal wieder ran und das gewähre ich dann auch,weil ich lieber bis 7 schlafe… :))
    So langsam würde ich gern tagsüber komplett abstillen (an den meisten Tagen trinkt sie nur 1mal nachmittags, aber an manchen noch 2mal mehr)…denn ich hab das Gefühl, wenn ich da bin, isst sie oft viel weniger als wenn sie bei der Tagesmutter ist, weil sie weiß, es gibt noch lecker Milch ;).

    Liebe Grüße, Julia

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  • ah wie schön zu lesen, dass ich nicht allein bin :))

    noch bevor mein zwerg da war, hatte ich generell andere ansichten! von wegen stillen bis zum 6. monat, kind im eigenen bett etc

    heute ist mein bub 12 monate und ich stille noch immer! ich kenne aber diese „phasen“ zu gut – ich glaube bei mir ist da echt das umfeld ausschlaggebend („stillst du noooch?“)

    aber wie auch immer…ich stille weiter, wie lange noch weiß ich nicht 😉

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    • Man bekommt eine harte Haut und ignoriert irgendwann die Sprüche. Ich habe es dann nie thematisiert und auf die Fragen kurz und knapp geantwortet – „stillst du noch?“-„ja so habe ich wenigstens ruhige Nächte“ dazu Lächeln und man hat Ruhe… na ja außer beim Kinderarzt 😉 der musste mir dann unbedingt noch einen Vortrag über die „Notwendigkeit“ halten… lass dir einfach Zeit und ihr werden euren perfekten Zeitpunkt finden 😉

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