„Working-Mom“ oder „Hausfrau und Mutter“

Kennt ihr schon den Blog Klitze-Kleine Dinge? Nein? Schade, ich kann Ihn euch nur empfehlen.

Vor kurzem wurde dort der Beitrag Warum die Vereinbarkeitsdebatte mich manchmal nervt veröffentlicht und das Thema möchte ich gern einmal aufgreifen, vorallem weil ich eine Mutter bin die arbeiten geht seit das Kind 13 Monate alt ist.

Mein Ausgangspunkt ist also genau das Gegenteil von Biene. Sie ist nach dem ersten Jahr Zuhause geblieben und ich ging arbeiten.

Aber ich will gar nicht von Biene erzählen ich will von mir erzählen. Mein Kind ist gewünscht, ein absolutes Wunschkind. Während der Schwangerschaft planten wir auch schon die Zukunft, natürlich auch schon vorher aber ab da wird es halt erst wirklich ernst. Und schnell wurde klar, nach dem einen Jahr das ich bezahlt bekomme muss ich wieder arbeiten gehen.

Das klingt natürlich hart – ich muss wegen Geld mein Kind in eine Betreuung geben. Was ist schon Geld?!  Geld macht nicht glücklich. Man kann doch bestimmt irgendwo einsparen oder anders Leben oder oder oder. Aber viel war bei uns nicht zu ändern.

Unsere Miete kostet eine Menge, Umziehen würde das Ganze nicht billiger machen. Kaufen noch weniger. Wir wohnen einfach in einer teuren Gegend, so ist das halt im Rhein-Main Gebiet hier ist alles teuer. Gewissen „Luxus“ wie ein Auto oder Handys und auch Urlaube wollten wir nicht komplett einstellen. Auch andere Ausgaben die mir jetzt gar nicht mehr einfallen, sprachen einfach eine andere Sprache als „2 Jahre zuhause bleiben“.

Als das erste Jahr dann um war, viel es mir trotzdem nicht leicht. Die Eingewöhnungsphase war glaube ich für beide hart und als ich arbeiten ging war es eine komische Umstellung. Ich ging 30 Stunden die Woche arbeiten, weniger Stunden hätten sich nicht gelohnt. Fahrtkosten und Kita Kosten sollten ja nicht nur gedeckt werden sondern es soll auch was bei rum kommen.

Ich ging nicht zum Spaß arbeiten, ich ging fürs Geld arbeiten. Hocharbeiten, Karriere oder irgendwas anderes war mir egal. Ehrlich gesagt machte ich das auch für meinen Sohn. Denn er profitiert auch davon. Natürlich würde es ihm auch ohne Urlaube und Spielsachen gut gehen, aber es geht ihm nicht schlechter dadurch.

Schnell merkte ich, dass mir das Arbeiten gut tat. Wieder raus kommen, mal wieder anders gefordert werden andere Menschen andere Themen. Aber was noch viel wichtiger war, Mini Mann tat das Ganze auch gut. Die ständige Abwechslung in der Kita und doch gewisse Routinen. Größere Kinder bei denen er sich was abschauen kann und und und. Er blühte richtig auf. Ich konnte beruhigt arbeiten gehen.

Es kristallisierte sich also raus, die richtige Entscheidung gefällt zu haben. Natürlich ist es nicht konstant so. Wir haben Phasen da will er mit mir gar nicht heimgehen. Wir haben aber auch Phasen da will er nicht in die Kita gehen. Aktuell haben wir sogar eine ganz schlimme Phase da will er in der Kita einfach nicht schlafen und weint ganz doll.

Ich will nun gar nicht so weit vom Thema abschwenken. Denn bisher war es zu der Debatte nicht wirklich konstruktiv. Was ich dazu beitragen kann ist, dass sich es schade finde dass sie abgeschafft wurde. Nur ehrlich gesagt wären die 150 Euro kein Grund gewesen für mich Zuhause zu bleiben. Sie wären ein nettes Bonbon, wobei ich auch ehrlich bin Hausfrau und Mutter würde mich auf dauern nicht glücklich machen

Um noch mal zum Beitrag von Biene zu kommen. Hier ein Zitat:

Aber mal ganz ehrlich: Warum setzt man überhaupt Kinder in die Welt, wenn man keine Lust hat, sich selbst um sie zu kümmern? Wenn man bloß so schnell wie möglich wieder arbeiten will, sein altes Leben leben, die Karriereleiter erklimmen, ohne Rücksicht auf Verluste? Ums Kind können sich ja andere kümmern.

Solche Aussagen kann ich halt als arbeitende Mutter nicht stehen lassen. Ich habe mein Kind nicht aus Spaß in die Welt gesetzt. Ich liebe mein Kind über alles und ich würde auch alles für ihn tun. Jede freie Minute außerhalb der Kita stelle ich ihm zur Verfügung. Zur Arbeit zu gehen hat für mich nichts mit Karriereleiter zu tun und erst recht nichts mit keiner Lust für ihn zu sorgen. Es war für uns einfach die Entscheidung die nach unserem Ermessen das Beste ist – für UNS. Das muss für niemand anderen passen als für uns. Und so fällen wir jede Entscheidung.

Aber genau darum geht es für mich: Wahlfreiheit. Ich möchte entscheiden können, welches Familienmodell für uns passt. Ohne belächelt oder schief angeguckt zu werden.

Und genau haben Biene und ich wieder was gemeinsam. Es sollte jeder für sich, für die Familie und in der Familie entscheiden. Viel wichtiger: Andere Menschen sollten die entsprechenden Entscheidungen akzeptieren und ich finde auch die Entscheidung „Hausfrau und Mutter“ bedarf etwas mehr Unterstützung und zwar auch vom Staat.

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2 thoughts on “„Working-Mom“ oder „Hausfrau und Mutter“

  • Wir wohnen auch im Rhein-Main-Gebiet und ich kenne das Mietproblem. Daher ‚musste‘ ich auch bei dem ersten Kind schnell wieder arbeiten gehen. Ich nahm 2 Jahre Elternzeit, fing aber bereits nach 1 Jahr wieder an für 20 Stunden die Woche als Aushilfe während der Elternzeit zu arbeiten. Erst nach den 2 Jahren entschied ich mich dann ganz, bei Teilzeit zu bleiben. Eigentlich war mal Vollzeit geplant, aber ich merkte schnell, dass das aufgrund der Kita-Öffnungszeiten und der laaangen Fahrt nach Frankfurt nicht möglich war. Nun bin ich in der zweiten Elternzeit und habe auch diese wieder für 2 Jahre beantragt. Wie es dieses Mal ausgeht, weiß ich noch nicht… Zu dem Thema habe ich auch letztens einen Betrag geschrieben, schau doch mal hier: http://schimpfmalmama.com/2015/07/25/mein-job-und-ich/

    Gefällt 1 Person

    • Aktuell fährt der kleine mit mir zur Arbeit und geht dort in die Krippe. Würde er in unserem Wohnort in die Kita gehen dann wären meine 30 Stunden echt eng geworden. Doch in unserem Ort haben wir gar keinen Platz bekommen. Das war alles irgendwie doof und klappte nicht wie von uns gewünscht. Denn eigentlich wollte ich auch nur 4 Tage die Woche arbeiten gehen um am 5. Tag Zeit für Haushalt und Mini Mann zu haben…

      Na ja jetzt gehe ich aufjedenfall 33 Stunden arbeiten auf 5 Tage und bin ausserhalb der Elternzeit. Ich bleibe erst einmal auf Teilzeit. Nächstes Jahr – so der Plan – geh ich wieder auf Vollzeit. Dann geht Mini Mann in unserem Ort in die Kita (hoffentlich) und mein Mann kann ihn morgens hin bringen wodurch ich sehr früh im Büro sein werde um die späten Nachmittage für meinen Sohn da zu sein.

      Ob das wirklich so klappt wir werden sehen.

      Deinen Bericht finde ich ehrlich gesagt erschreckend, mein Arbeitgeber ist da echt „freundlicher“ aber Work/Life Balance klappt auch hier nicht oft.

      Gefällt 1 Person

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