Meine Schwangerschaft – ein Rückblick

Heute bin ich in Blogger Laune 🙂

Immer wieder werde ich in den letzten Tagen mit dem Thema 2. Kind konfrontiert. In Blogs, in Unterhaltungen, bei Facebook oder bei der Planung der Zukunft.
Ja was ist denn nun mit Kind Nummer 2? Diese Frage kann ich aktuell noch gar nicht beantworten, vielleicht – vielleicht auch nicht. Aber ich glaube bevor ich mich wirklich mit dem Thema richtig beschäftigen kann muss ich vielleicht erst einmal die Schwangerschaft von Kind 1 verarbeiten.

Klingt jetzt melodramatisch, dabei war es das gar nicht. Oder vielleicht doch? Viel vergisst man und daher ist es vielleicht auch noch mal wichtig, sich zu erinnern. Zu Erinnern wie es einem erging.

Fangen wir daher von vorne an. In der 5. Schwangerschaftswoche wusste ich bereits dass ich Schwanger war. Die Monate vorher waren Monate in denen ich einen Test kaum erwarten konnte, ich ging in Schonhaltung bevor ich überhaupt Schwanger war. Man weiß ja nie – total bescheuert. Ging Gott sei Dank auch nur 2 Monate so. Dann entspannte ich mich und machte einfach alles wie gewohnt. Hob 15 kg Umzugskartons durch die Gegend und machte mir einfach keine Gedanken und ZACK war ich Schwanger.

In Schwangerschaftswoche 9 fuhren wir in Urlaub. Mit dem Auto, nach Paris ins Disneyland. Das nahm ich zum Anlass in der 8. Schwangerschaftswoche zum Frauenarzt zu gehen. Eigentlich wollte man mir dort wegen der Schwangerschaft erst einen Termin nach der 12. Woche geben, was mich doch etwas irritierte. Dachte ich damals man rennt sofort zum Arzt wenn die Periode aus bleibt. Aber nein ist eigentlich eh Sinnlos denn man sieht noch nichts also warum zum Arzt.

Na gut wie gesagt aufgrund Urlaub und erster Schwangerschaft wollte ich unbedingt ein paar Fragen mit meiner Ärztin klären und erhielt einen Termin mit langer Wartezeit. Es lohnt sich aber -ich erhielt noch an diesem Abend das erste Bild von meinem zukünftigen Baby. Gott war ich aufgeregt.

An dem Abend erfuhr es auch meine Familie ungeplant. Denn mein Bruder war zufälligerweise gerade zu Besuch (er wohnt etwas weiter weg) und meine Schwägerin brachte einen „dummen Spruch“ von wegen „Jaja warst beim Arzt weil du Schwanger bist, gib es doch zu“. Mein Grinsen verriet mich. Auch dies ein schöner Moment.

Wir fuhren also in besagten Urlaub und tja was soll ich sagen, wir brachen den Urlaub nach 3 Tagen wieder ab. Denn mir ging es gar nicht gut. Essen war etwas das völligst überbewertet war und trinken auch. Mir war schlecht. Einfach nur schlecht immer nicht nur morgens. Eigentlich konstant. Der Urlaub machte so keinen Spaß und das Disneyland musste auf mich verzichten. Mit den ersten Babysachen im Gepäck ging es wieder nach Hause.

Kaum zuhause ging das gekotze los (sorry für diesen Ausdruck aber es war wirklich übel und bedarf daher solcher Worte). Nichts wollte in mir bleiben, egal was mein Mann mir servierte ich schluckte es runter um es 10 Minuten später wieder im Eimer neben mir zu haben. Der Geruch von Hackfleisch erzeugte einen Brechreiz der Güteklasse A und generell war mein Wohlbefinden einfach nicht vorhanden.

Ich hatte Gott sei Dank noch eine Woche Urlaub. Diese verbrachte ich kotzend im Bett und keine Besserung in Sicht. Ich zählte die Tage bis zur 12. Schwangerschaftswoche. Heißt es doch da wird alles besser. Das ich nicht lache, es hielt bis zur 17. oder 18. Schwangerschaftswoche an.

Zwischendrin zwang ich mich auf die Arbeit um dann mit Tüte bewaffnet wieder nach Hause zu fahren. Seitenstreifen hopping. Wie bescheuert kann man eigentlich sein? 2 Wochen war ich krankgeschrieben. Ich nahm etwas ab, unter dem Umstand dass ich nichts in mir hielt war dies aber nicht sonderlich viel.

2 Feiertage im Kreise der Familie (25.12 und 01.01) verbrachte ich im Bett mit geschlossener Tür damit mich keiner hört. Ich kotzte mir auf gut Deutsch die Seele aus dem Leib. Mein Bruder der extra für Weihnachten angereist war, reiste etwas früher als gewollt ab. Man wollte mir meine Ruhe gönnen. Wofür ich auch dankbar war. Irgendwann ging es dann aber wieder Berg auf.

Als die Übelkeit weg war, ging die Zunahme los. Insgesamt 20 kg sollte ich noch während der Schwangerschaft zunehmen. Wasser, Kind und Fett. Ich aß nicht für zwei, sowas gewöhnte ich mir nicht an. Auch Heißhunger hatte ich nicht wirklich aber ich nahm zu. Mein Körper nimmt wohl gerne zu und das auch gern schnell.

Bereits vor der Schwangerschaft trug ich einige KGs mit mir rum. Ich war dennoch keine Risikoschwangere aber einiges wurde mir dadurch erschwert. So zum Beispiel musste ich insgesamt 3-mal ins Krankenhaus wegen Verdacht auf Schwangerschaftsvergiftung (alles relativ zum Ende der Schwangerschaft). Jedes Mal wie sich raus stellte ein Fehlalarm.

Meine Symphyse schmerzte mir – anziehen im Stehen fiel mir schwer. Generell das Bein heben war mit Schmerzen verbunden. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht mal dass es eine Symphyse gibt. Ich erhielt einen Gurt. Dieser musste speziell für mich erstellt werden. Die Größe meines Bauches entsprach halt nicht der Norm.

Auch die Stützstrümpfe (sehr sexy) mussten für mich bestellt werden. Das alles war mir sehr unangenehm. Auch hübsche Schwangerschaftskleidung für mich zu finden war etwas das ich nicht unbedingt gern machte. Ich fand 2-3 Teile die ausreichten um die Schwangerschaft zu überstehen.

Wie die meisten Schwangeren bekam ich dann auch Sodbrennen. Ich glaub das war so ab der 25. Woche oder so. Das Sodbrennen trat einfach so auf oder durch Wasser. Ich konnte kein Wasser mehr trinken. Ich die sonst nur Wasser trinkt, also trank ich einfach so gut wie gar nichts. Denn auf Süße Getränke wollte ich aus Angst vor der Schwangerschaftsdiabetes verzichten. Die wurde mir übrigens auch 1-2-mal unterstellt. Irgendwann fand ich dann ein Wasser das ich trinken konnte, und wirklich nur das.

Also halten wir noch mal kurz fest, Übelkeit – Erbrechen- Schmerzen an Stellen die man vorher nicht kannte – Bewegungseinschränkungen – keine Klamotten zum Anziehen – sinnlose Besuche im Krankenhaus wegen vermuteter Schwangerschaftsvergiftung – Sodbrennen. Klingt doch nach einer glücklichen Schwangerschaft oder?

Mein Mann beschrieb mich als Schwangere letztens so: Du hast nicht einfach nur einen Bauch bekommen du bist komplett aufgegangen. Ja so fühlte ich mich auch.

Zum Ende der Schwangerschaft kam ich mir vor wie ein riesen Stück Vieh das zu viel gefüttert wurde. Ich hasste es mich auf Fotos zu sehen, also gab es einfach keine. Ich wollte dass es vorbei ist. Die letzten zwei Wochen waren gefühltes vor mich her vegetieren. Ich wollte dass das Kind raus kommt und diese Schwangerschaft einfach vorbei ist. Natürlich ließ sich das Kind etwas Zeit und kam erst nach errechnetem Termin. Als das Kind dann endlich da war, hatte sich das alles gelohnt und ich hatte nun andere Schmerzen mit denen ich kämpfen musste.

Mir bleibt also Abschließend zu sagen, es waren für mich schlimme 9 Monate obwohl es keinerlei Komplikationen gab war ich keine hüpfende glückliche Schwangere. Ich war glücklich darüber ein Kind zu bekommen aber nicht darüber was mit meinem Körper passiert. Dennoch ich glaube es war es Wert.

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