Mit Ängsten offen umgehen?!

Seit Wochen versuche ich einen Blog Beitrag zum Thema Ängste vor dem Kind zeigen zu schreiben und komme irgendwie nicht dazu.

Aber jetzt nehme ich mir Mal Zeit dafür. Denn dieses Thema hat mich einige Tage ziemlich beschäftigt. Und Auslöser war so eine doofe Spinne…

Ängste

Doch fangen wir am Anfang an. Dem Thema Angst. Jeder hat Mal Angst, jeder kennt das Gefühl. Es gibt Menschen die haben Angst vor kleinen Räumen, andere haben Angst vor der Höhe und wieder andere vor Schlangen. Ich gehöre zu den Menschen die Angst vor Spinnen haben.

Vielleicht ist Angst etwas übertrieben, aber ich fühle eine Aufsteigende Panik und Ekel in mir wenn ich Spinnen sehe. Nicht jede Spinne erzeugt dieses Gefühl. Es muss schon eine „richtige“ Spinne sein. So wie zum Beispiel dieses Exemplar:

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Die Anfänge

Was genau diese Angst ausgelöst hat kann ich schwer greifen. Vielleicht liegt es an dem Horror Film den ich mit 7 gesehen hab (ich glaub er hieß Arachnophobia) – danke hier an meine größeren Geschwister.

Ich traute mich nach diesem Film nicht mehr in den Keller und zog keine Hausschuhe mehr an. Die Angst legte sich irgendwann wieder. Wurde aber wieder größer als solch ein Vieh mich Mal nachts „Angriff“. Es krabbelte über mein Gesicht und war ziemlich hartnäckig was das Entsorgen an ging. In der ersten Nacht entsorgte ich es noch aus dem Fenster – in der zweiten Nacht dann ins Klo. Da war ich glaub 14.

Etwas später als die Angst schon wieder größer da war, besuchte mich so ein Vieh wieder in meinem Zimmer. Ich nahm auch dieses Mal meinen gesamten Mut zusammen und versuchte sie mit einer Schachtel zu fangen, um sie aus dem Fenster zu werfen. Na ja die Spinne sprang von der Wand auf mich und „attackierte“ mich. Das Resultat: Ich schnickte sie so schnell wie möglich von mir und warf ein Buch auf sie.

Es war ein Duden – die Spinne war platt. Die Macht des Wortes würde ich behaupten.
Natürlich gab es noch andere Situationen, durch die die Ängste wieder stärker wurden. Aber zu weit möchte ich jetzt auch nicht ausholen.

Das Heute

Also da bin ich nun mit meiner Angst vor Spinnen. Mittlerweile eklige ich mich vor allem Krabbelvieh und gewisse Sachen brauch ich nur anschauen und schon schaudert es mir und mich krabbelt es überall. Fotos oder Videos machen mir in der Regel nicht so viel aus, aber unbedingt anschauen muss ich sie nicht.

Meinem Sohn hab ich versucht zu erklären, dass ich Spinnen eklig finde. Prompt hat er das natürlich in seinen Gesprächgebrauch übernommen: „Spinnen sind eklig“. Böse Zungen behaupten das ich so den nächsten „Spinnenhasser“ groß ziehe. Aber irgendwie muss ich es doch erklären.

Der Vorfall

Na ja vor ein paar Wochen an einem Samstag passiert es dann. Das nette Spinnchen das ihr oben auf dem Bild seht, befand sich neben meinem Bett. Aber von vorne. Mini Mann und ich wachten auf. Mini Mann krabbelte aus dem Bett und schaute zu meinem Nachttisch. Ich sah nichts Verdächtiges dort. Plötzlich sagte er „Ui Spinne“.

Ich dachte noch er spiele irgendwas und „bilde“ sich die Spinne ein. Bis ich sah, dass da wirklich so ein ekliges Vieh saß. Sozusagen direkt neben meinem Kopf an der Wand. Leichte Panik stieg schon hoch. Ich rief nach meinem Mann mit der Bitte er solle sie entsorgen. Bereits eine Woche zu vor hatten wir so ein Vieh im Arbeitszimmer gehabt.

Er reagierte genervt. Männer können ja so liebreizend sein. Meine „Panik“ legte sich, als ich die Toiletten Spülung hörte. Ich weiß es ist gemein das arme Tier umbringen zu lassen, aber aus dem Fenster werfen ist einfach mit schlechter Erinnerung bei mir behaftet.

Ich hatte am Abend zuvor ein paar Klamotten aussortiert die ich auf dem Boden liegen hatte. Diese wollte ich nun in den Müll entsorgen. Auf dem Weg in die Küche merkte ich auf einmal wie etwas bei mir auf der Hand hoch krabbelte. Leute glaubt mir schon allein beim zurück erinnern wird mir wieder ganz anders…

Ich schrie hysterisch los schüttelte meinen Arm und warf die Klamotten auf den Boden. Schnell ging ich aus der Küche raus und war total aufgedreht. Mein Mann schimpfte auf mich ein, dass ich dem kleinen Mann Angst machen würde und das ich mich beruhigen solle. Aber ich konnte nicht ich ekelte mich, ich war panisch, ich war durch. Ich ging ins Wohnzimmer und fing einfach an zu weinen. Die Gefühle brauchten ein Ventil und das war es.

Mini Mann war total irritiert und schaute etwas Ängstlich drein, es könnte aber auch verwirrt sein. Ich versuchte mich zu beruhigen und atmete tief ein und aus. Mein Mann suchte derweil die Spinne um sie zu entsorgen, fand sie aber nicht. Ich nahm Mini Mann in der Zeit in den Arm und kuschelte mit ihm. Er verstand die Welt immer noch nicht.

Gemeinsam suchten wir die Spinne und mein Mann entsorgte sie dann. Er redete noch Mal auf mich ein und erklärte ich müsse mich da besser unter Kontrolle halten, damit ich dem kleinen Mann keine Angst mache. Ich erklärte dem kleinen dann das ich Angst vor Spinnen habe und diese echt eklig finde und das er nicht dran schuld sei was eben passiert sei sondern nur die Spinne.

Aber wie ich vor dem kleinen Mann in solchen Situationen nun „besser“ reagieren soll weiß ich nicht. Es war ja nicht so, dass ich gedacht JUHU SPINNE jetzt schreist du Mal bisschen. Das Gehirn hat ausgesetzt, sonst hätte ich wohl nicht so reagiert.

Ich bin auch der Meinung, dass Kinder wissen müssen das auch manchmal die Erwachsenen Angst haben. Aber so wirklich zufrieden bin ich nicht.

Wie macht ihr das? Wie geht ihr mit euren Ängsten um-erklärt ihr sie dem Kind oder versucht ihr keine Angst zu zeigen um dem Kind keine Angst zu machen?

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10 thoughts on “Mit Ängsten offen umgehen?!

  • Boah, das ist eine schwere Frage. Ich denke, dass es halt darauf ankommt, wovor man Angst hat und wenn es etwas nicht so wirklich gefährliches ist, sollte man versuchen sich das bewusst zu machen. Damit man keine unbegründeten Ängste auf das Kind überträgt. Aber Angst ist halt oft nicht rational und mir ist schon klar, wie schwer das sein kann.

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    • Das sind echt so Situationen über die ich mir nie Gedanken gemacht hab. Ich mein man macht sich ja viele Gedanken über Erziehung, die Zukunft, die Förderung… Und dann kommt eine Spinne daher und man weiß gar nicht wie man reagieren soll 😉

      Ich denke Grundsätzlich hatte mein Mann schon recht und dein Ansatz unterstützt das ja auch – Ängste nicht an das Kind übertragen… Vorallem wenn er gar nicht versteht was jetzt los ist aber ehrlich, mein Hirn war nicht in der Lage Befehle von mir anzunehmen :p Ich denke Mini Mann hat nun verstanden warum ich so reagiert habe und vielleicht versteht er es beim nächsten mal dann etwas „besser“

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  • Diesen Spinnen-Ekel habe ich auch! Schon beim Lesen von deinem Beitrag musste ich mich ein bisschen schütteln… Ich glaube, ich hätte in dieser Situation auch nicht anders reagieren können…

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  • Auch ich habe große Angst vor Spinnen und bei Deinem Foto oben hat es mich eben geschüttelt… Ich KANN das vor meinen Kindern nicht immer verbergen, sie haben das schon längst mitbekommen. Der Große hat dennoch selber keine Angst, sondern entsorgt auch schon mal eine. Man ist halt auch nur ein Mensch und ich finde, das können/sollen die Kids auch ruhig wissen.

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    • Seh ich genau so – die Kids müssen lernen das es Gefühle gibt und das die auch ok sind. Und Angst kann einfach ein sehr großes Gefühl sein 😦
      Ich kann aber auch meinen Mann in der Situation verstehen, er wollte nur meinen Sohn schützen der Angst bekommen hat waren mir weil er nicht wusste was los war.
      Es war einfach eine blöde Situation, aber wenn man es nachher erklärt ist es denke ich alles ok 😀

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  • Willkommen im Club! 😀 Hauswinkelspinne sind die fiesesten unten den gemeinen Halunken. Da krieg ich auch Aussetzer und kann mich im ersten Moment nicht mehr kontrollieren. Ich hänge dir mal unbekannterweise einen link an. Denn es passt einfach zu gut. Lies doch mal rein, ich würde mich freuen! Es beschäftigt mich nämlich auch. Das mit der Angst und den Spinnen: http://beatrice-confuss.de/2016/06/01/von-neurologischen-ausfallerscheinungen-und-hauswinkelspinnen/
    Ich glaube nämlich, dass man Ängste nicht erzeugen, aber durchaus verstärken kann. Die Angst ist schon von alleine da. Die Ausprägung hängt dann von den Erfahrungen ab.
    LG Beatrice 🙂

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