50km Stau – das neue Auto so nah und doch so fern

Wir haben uns ein neues Auto gekauft – im Internet. Meine Erfahrung dazu werde ich separat zusammen schreiben, aber jetzt muss ich erst einmal dringend darüber berichten wie der gestrige Tag lief.

Denn endlich war es soweit, nach 10 Wochen warten konnten wir endlich unseren Neuwagen abholen. Doch irgendwie war der Verkehr gegen uns.

 

Planung

Endlich war es soweit, das Autohaus meldete sich bei mir und stimmte einen Abholungstermin ab. Leider klappte mein Wunschtermin nicht und so fiel das Datum auf den gestrigen Tag – Donnerstag der 16.10.2015.

Die Planung war einfach: Mein Mann nimmt sich einen Leihwagen und fährt gegen 11:30 Uhr von der Arbeit zu mir ins Büro. Dort laden wir den Kindersitz um und holen Mini Mann aus der Kita. Dann geht es ab auf die Autobahn und knappe 270 km (sollten in 3 Stunden mit Pause zu schaffen sein) sind wir endlich am Autohaus. Mini Mann würde seinen Mittagsschlaf im Auto machen und gut erholt ankommen. Dann fahren wir mit zwei Autos zur nächsten Verleihstation und geben das Mietauto ab und fahren als glückliche Familie im neuen Auto nach Hause.

Klingt doch gut oder?

Realität

Ja Karma – Schicksal und wie sie nicht alle heißen – die können mich scheinbar alle nicht leiden. Mein Mann kam etwas später los von der Arbeit und der Leihwagen kostete noch einmal 40 Euro mehr (und somit 110 anstatt 70). Aber gut der Plan stand nun Mini Mann von der Kita abholen und los.

Der Kindersitz lies sich etwas schwer im Leihwagen installieren (Astra Kombi trifft auf Cybex Sirona) aber irgendwann war auch das geschafft. Nun aber lohooossss auf die Autobahn.

Gefühlt 10 Minuten später standen wir im ersten stockenden Verkehr. Wir brauchten sage und schreibe 3,75 Stunden anstatt 2,5 Stunden. Mini Mann schlief Gott sei dank 3 Stunden davon. 0,5 jammerte er uns die Ohren voll, dass er aufstehen und laufen will. Wir haben einfach kein Autofahrer Kind. Uns graute schone vor der Rückfahrt.

Ein stockender Verkehr jagte den nächsten, dann immer mal wieder Stau. Die A5 war eine Katastrophe und irgendwie wurde es nicht besser. Die letzten KM waren dann Landstraße, keine Möglichkeit anzuhalten. Also mussten wir das jammern des Kindes „ertragen“ und ihn vertrösten.

Endlich am Autohaus angekommen, erst einmal strecken. Leichte Aufregung. Natürlich suchten wir und schauten wo unser Auto stehen könnte. Womit wir nicht gerechnet hatten, es stand im Autohaus drin. Wir liefen aber relativ schnell rein und erspähten einen ersten Blick auf ihn.

Super Freundlich

Die lange Fahrt steckte uns schon jetzt etwas in den „Knochen“, ein Verkäufer empfing uns ganz herzlich und bat uns erst einmal im Bistro Platz zu nehmen. Wir bekamen einen Gutschein (pro Person) für ein Heiß oder Kaltgetränk. Das Bistro war quasi eine Tankstelle, die zu dem Autohaus dazu gehörte. Nichts besonderes aber ausreichend.

Sowohl mein Mann als auch ich entschieden uns für einen Latte Macchiato und Mini Mann nahm eine Capri Sonne (die er natürlich nicht trinken wollte) und ein Capri Eis (auch das durfte zur hälfte der Papa essen).

Nach ein paar Minuten kam „unser“ Verkäufer und holte uns ab. Jetzt durften wir endlich zu unserem Auto. Schlüssel steckte – eine Runde herum laufen – ja sieht gut aus. Den nehmen wir mit.

Papiere unterzeichnen, ein kurzes Gespräch über Kundenzufriedenheit und dann heißt es Tschööööö

Einrichten

Na ja Tschööö war noch nicht, denn erst einmal muss natürlich das neue Auto „eingerichtet“ werden. Alles vom Leihwagen in den Neuwagen – Kindersitz umbauen – alles einstellen.

Mini Mann war ganz aufgeregt und turnte durch das Auto und war mit unserer Wahl super zufrieden. Tja und dann passierte es. Dieser Reboarder ist aber auch einfach unhandlich und schwer. Mein Mann schrappte mit den Isofix Halterungen gegen das Auto.

NEEEIIINNN das darf doch nicht wahr sein. 10 Minuten in unserem Besitz und das Auto ist schon markiert. Tief durchatmen, er macht sowas doch nicht mit Absicht. Manchmal hat er aber auch ein Talent – Korrektur Pech 😉

Es ist nur ein kleiner Kratzer und ich werde mal schauen, dass ich den irgendwo „repariert“ bekomme aber gut, dies wird wohl eine dieser Geschichten werden „Weißt du noch damals, also du gleich nach 10 Minuten das Auto zerkratzt hast“.

Als alles eingeräumt war, wickelte ich schnell noch die Windel vom Mini Mann im neuen Auto. Das Auto muss schließlich direkt ordentlich eingeweiht werden 😉

Mein Mann fuhr dann mit dem Leihwagen, wie geplant, zu Verleihstation. Ich machte noch ein paar Sachen am Auto fertig und fuhr dann hinter her. Mini Mann war schon alles andere als gut drauf. Er hatte einfach kein Bock mehr auf Auto fahren. Ich kann ihm das nicht mal verübeln. 30 Minuten dauerte die Fahrt zur Leihstation und ich kam völligst gestresst an.

Das Kind wollte irgendein Buch – konnte ich ihm nicht geben: Wuäähhhh
Ich gab dem Kind ein anderes Buch, das fiel runter: Wuääähhh
Kind wollte Benjamin Blümchen hören, dabei aber mein Handy halten um sich das Bild anzuschauen, Akku leer musste laden. Ich übergab ihm also das Handy mit Kabel und sagte, dass das Kabel stecken bleiben müsste: Wuääähhhh
Irgendwann schnauzte ich den kleinen echt fies an. Es tat mir dann zwar auch leid aber egal was ich machte es war falsch. Dazu neues Auto, unbekannte Straße – Regen – Verkehr.

Die Heimfahrt

Nach dem ich Mini Mann angeschnauzt hatte ging es – für kurz. Ich kam also völlig gestresst bei meinem Mann an der mal wieder nicht verstand warum ich gestresst bin. Wir sind da ein bisschen verschieden. Mich stresst Auto fahren mit Wuääähhhh Kind auf der Rückbank – ihn weniger. Ich weiß nicht ob er es dann einfach ausblendet? Keine Ahnung

Da mein liebreizender Ehemann an tödlichem Männerschnupfen leidet und sich bereits mit gewissen Mittelchen „fit geschluckt“ hat (nein ich meine keine Drogen, sondern diese Sachen aus der Apotheke) entschieden wir, dass ich die Rückfahrt meistere.

Doch erst einmal sollte etwas „richtiges“ zu essen her. Wer viel auf Autobahnen unterwegs ist, der weiß das man meistens nur entscheidet welche Fast Food Kette es unterm Strich wird. Wir wollten also den nächsten Autohof ansteuern.

Ja ne ist klar. Es dauerte ca. 2,5 Stunden bis wir endlich Rast machen konnten. Streng genommen hätten wir ja jetzt wieder zuhause sein müssen – aber NEIN da war es wieder das Karma oder das Schicksal… Es bescherte uns die nächsten KM Stau. Nur Stau dazu wieder stockender Verkehr und Regen. Ab und zu nur nieseln aber meistens Regen. Es wurde langsam dunkel – total toll. Dazu WUÄÄÄHHH Kind.

Ich möchte jetzt nicht den Eindruck erwecken, dass das Kind störend war. Ich hatte vollstes Verständnis für das Kind. Ich wollte auch einfach nur nach Hause. Mich nervte der Stau genauso und mir tat auch der Po weh. Jede Raststätte oder jeder Autohof den wir versuchten anzusteuern gaben wir auf, denn der Stau dort hin war schon gigantisch. Denn natürlich hatte jeder die Idee ne Pause im Stau zu machen.

Endlich ein Parkplatz

Wie bereits geschrieben, nach 2,5 Stunden fanden wir endlich einen kleinen Parkplatz um wenigstens mal aus zusteigen. Bereits auf der Einfahrt standen die LKW´s und machten Pause. Für uns war aber Gott sei Dank noch ein Plätzchen frei. Wir stiegen also aus, wechselten erneut die Windel vom Mini Mann und liefen etwas durch den Regen.

Schwupps war das Kind ausgeglichen und fröhlich. Bis es wieder hieß „ab ins Auto und weiter“. Er sagte uns sein Pop tue weh und er wolle laufen und wir versuchten ihn hin zuhalten das wir jetzt in ein Restaurant „fahren“ würden um Pommes zu essen.

Fahren – das war der Witz des Abends. Wir schlichen und krochen die Autobahn entlang. Irgendwann kam dann endlich ein Rasthof mit einem Burger King. Es war uns alles egal. Hauptsache Pause. Auf der Autobahn ging es zwar nun endlich voran aber trotzdem.

Die Pause tat uns allen gut. Etwas gestärkt ging es dann weiter. Bis wir endlich Zuhause waren war es 20 nach 9. Mini Mann war in den letzten 20 Minuten dann eingeschlafen. Bis dahin hatten wir versucht ihn so gut es geht hin zuhalten und „glücklich“ zu machen.

Er durfte „zur Belohnung“ dann in unserem Bett schlafen. Ich zog ihn nicht mal aus, ich schleppte ihn hoch legte ihn in mein Bett, kuschelte mich zu ihm und lag da ein paar Minuten. Bevor ich mich Bett fertig machte und dann auch ins Bett ging.

Man waren wir alle KO.

Nächstes mal

Hätten wir gewusst das wir so viele KM im Stau stehen würden (Stau und stockender Verkehr waren ungefähr 50 KM zusammengerechnet) hätten wir das ganze nicht gemacht. Wir hätten uns das Auto liefern lassen (250 Euro), vorallem nach dem der Leihwagen dann doch teurer war als geplant.

Wir haben es irgendwie hinter uns gebracht und nun sind wir stolze Besitzer eines Opel Zafira.

… Tja und was soll ich sagen … Ich liebe dieses Auto 😉

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