#blogparade Problemfall Mann

Auf Ihrem Blog beschreibt Teilzeitmutter Ihren alltäglichen Wahnsinn und das Gefühl, dass ihr Mann da einfach viel viel entspannter den Tag verbringt als sie.

Natürlich muss ich als berufstätige Mama meinen Senf dazu abgeben.

Bisher

Bereits in meinen Beiträgen Männerwahnsinn und Ständig spät dran habe ich bereits kleine Einblicke in mein Leben als berufstätige Mutter mit einem Mann (nämlich meinem Mann ;)) gegeben.

Dennoch bei so einer Blogparade ruft es ganz laut „TEILNEHMEN“ in mir.

Teilen wäre manchmal von Vorteil

Es gibt Tage die laufen echt super, ich fühle mich so gut wie gar nicht gestresst und es ist mir eigentlich „egal“ wie der Feierabend meines Mannes aussieht (also ob er auf der Couch sitzt oder mit dem kleinen spielt) -aber manchmal da gibt es diese Tage… Diese Tage voll gefühlten Stress, an dem vielleicht auch alles nicht rund läuft und man sieht den Mann gemütlich auf der Couch sitzen am Handy surfen – garantiert verdient – aber im Innern brodelt es und ich bin erst recht genervt.

Die Frage oder das Gefühl das ich mehr mache als mein Mann kommt dabei ganz automatisch. Ich fühle mich als müsse ich mich teilen um alles zu schaffen und dann sitzt da mein Mann und kann surfen/abschalten, während das Kind vor mir steht (während ich genau das versuche, nämlich am Handy zu surfen) um ein Buch mit mir lesen will.

Chronologische Ordnung

Aber bringen wir doch einfach mal Struktur in das ganze. Der Tag beginnt mit einem Kind das neben mir liegt. Dabei ist egal ob die Nacht gut oder schlecht war, das Kind kommt jede Nacht zu mir ins Bett – mal früher, mal später.

Manchmal wacht Mini Mann auf wenn ich aufstehe, was für mich bedeutet kein ruhiges Duschen und anziehen. Das nervt mich dann auch gerne mal. Wenigstens das könnte man mir doch gönnen. Mini Mann anziehen, Essen für den Tag machen – Mini Mann fertig machen ins Auto – ab zur Kita.

Klingt in der Theorie einfach in der Praxis brauche man dafür ewig. Diskussion warum jetzt diese Jacke, ermuntern nicht nach jeder Stufe stehen bleiben usw. usw. Mein Mann kann dagegen sagen: Ich muss nun los sonst verpasse ich meinen Bus. Darauf bin ich dann schon etwas neidisch – ich gebe es offen zu. Es ist neid, nichts anderes.

Dann kommt die Autofahrt. Mama singen, Mama Keks, Mama Buch usw. Irgendwas ist halt immer, ganz selten gibt es mal eine Fahrt in der ich einfach mit meinen Gedanken und dem Radio als Untermalung allein bin.

Ich denke ich muss nicht erneut ausführen welche „Zeitfresser“ ich mit meinem kleinen Mann habe bis ich ihn *endlich* in der Kita habe und im Büro bin. Hier bin ich keine Mutter mehr, also im Übertragenden Sinne, denn jetzt bin ich einfach nur Arbeitnehmerin (und kann auch mal allein aufs Klo gehen ^^). Eine Arbeitnehmerin die 33 Stunden in der Woche im Büro sein muss. In der Regel aber 36 Stunden im Büro sitzt.

Nach der Arbeit – Kind abholen – Kind zum turnen bringen – Einkaufen – Essen kochen. Jeden Tag steht irgendwas anderes auf der To Do Liste für den Nachmittag. Manchmal auch einfach nur ein Spaziergang. Mini Mann braucht viel Bewegung (häufig ist er nicht ausgelastet, wenn er aus der Kita kommt) Er ist einfach ein echtes Duracell Hässchen.

Viel geschrieben und doch nichts erzählt

Tja jetzt wisst ihr fast genau wie mein Tag aussieht und doch habe ich nichts zum Thema Problemfall Mann geschrieben. Warum auch?

Denn bisher hatte mein Mann nicht viele Gelegenheiten irgendwas an meinem Tag zu ändern. Ihm sei sein Schlaf ja auch gegönnt, er fährt nun mal mit dem Bus zur Arbeit was soll er also machen. Auch wenn mein böser kleiner Teufel auf der Schulter manchmal anderes behauptet.

Mein Mann muss häufig lange arbeiten und wenn er nach Hause kommt, ist meistens schon alles erledigt. Das Kind und ich haben was gegessen und ich bin häufig ko. Doch mein Mann hätte daran nichts ändern können, er sucht sich seine langen Arbeitszeiten auch nicht immer aus.

Im Gegenteil, es ist verständlich wenn er jetzt was Essen möchte aber dennoch versucht er öfters den Mini Mann noch etwas zu bespaßen damit ich etwas Ruhe bekomme.

Nur Mini Mann will häufig einfach nicht – denn Mama ist einfach die Beste. Das ist natürlich auch der vielen Zeit geschuldet, die wir miteinander verbringen. So kommt es das, bis auf wenige Ausnahmen, Mini Mann auch nur von mir ins Bett gebracht werden will/kann. Mein Mann macht ihn Bett fertig und dann übernehme ich wieder. Bis zu einer Stunde sitze ich manchmal im Kinderzimmer, danach bin ich in der Regel echt Platt und will nichts mehr großartiges anfangen.

Aber auch daran kann mein Mann nichts ändern.

Häufig bin ich schon vor dem zu Bett bringen genervt, wenn ich nicht mal 10 Minuten in Ruhe irgendwas machen konnte. Das führt dann gern mal zu gezicke von mir. Vor allem – und das ist für mich wirklich das schlimmste – wenn von mir noch irgendwelche Entscheidungen abverlangt werden. Was essen wir – was machen wir am Wochenende usw. Ich hasse das ehrlich gesagt, manchmal will ich mir einfach keine Gedanken mehr machen.

Denn in diesem Moment fühle ich mich leicht überfordert. Also aus meiner Sicht sieht die Situation einfach so aus:

Kind auf dem arm – brabbelt einem das Ohr ab. Handy in der Hand – weil ich schnell irgendwas checken/lesen/googeln will. Der Mann neben mir der mir irgendwas ins andere Ohr erzählt und dann noch von mir dazu ne Entscheidung will oder einfach nur ein Gespräch führen will. Mein Gehirn in der Mitte das nur noch schreit „Ruhe so kann ich nicht denken“ – da schaffe ich es manchmal einfach nur noch genervt zu reagieren.

Rational und Irrational

Ich habe einen tollen Mann, und das schreibe ich nicht weil er dies lesen könnte – sondern weil es so ist. Er versucht es mir Recht zu machen, aber kann einfach nicht immer sehen wann ich wirklich gerade nicht mehr kann oder was mir Recht wäre.

Er macht die Wäsche und räumt ab und zu in der Wohnung auf. Mit beidem bin ich zwar in der Ausführung nicht immer einverstanden, aber er macht es. Er hilft mir wo es geht, wenn ich es ihm sage.

Das ist die Rationale Stimme in mir. Die die weiß das ich ihm alles sagen muss, was er übernehmen muss. Die die weiß das er, im Vergleich zu anderen Männern, einiges übernimmt und das obwohl er auch viel arbeiten muss.

Aber es gibt sie die Irrationale Stimme, die die im Stress eventuell noch von Hormonen durcheinander gebrachte Version von mir. Die die nach einem besch****** Tag sieht wie der Ehemann in Ruhe aufs Klo gehen kann, der in Ruhe am Handy lesen kann und der nicht ständig eine Zecke am Bein hat (das ist jetzt echt liebevoll gemeint :p) die ohne Mama nichts machen kann.

Diese Stimme ist es, die gerne mal sauer ist – den Mann anmotzt und einfach nur eifersüchtig auf das ist was der Mann hat.

Es ist bei uns definitiv so – ich mache mehr was die Erziehung an geht. Ich bin Federführend, lese, erkundige mich und versuche gute Erziehung umzusetzen. Er macht alles intuitiv. Ich lass mich vom Gemotze vom Kind im Auto stressen, er nicht. Ich bin das liebste Kuscheltier meines Sohnes, mein Mann nicht. Meine Tage summiert mit den Nächten sind länger und so mag ich unter dem Strich mehr machen, aber in vielen Situationen lässt es sich einfach auch nicht ändern.

Unterschiedliche Freiheiten

Aber diese Unterschiedlichen Freiheiten nerven manchmal einfach tierisch. Mein Mann kann ohne Probleme irgendwas machen. Ich nicht. Vor ein paar Monaten hatte ich den Wunsch an einem Bauch Beine Po Kurs im Fitness Studio teil zu nehmen. Der Wunsch blieb ein Traum – warum? Ganz einfach: Mein Mann kann mir nicht sagen ob er es pünktlich nach Hause schafft und somit hab ich keinen der aufs Kind aufpasst. Jedes mal dafür ne Oma einzubinden ist mir ehrlich gesagt auch zu doof und zu kompliziert (beide sind nicht Mobil). Das würde die Sache wieder zu sehr komplizieren.

Für mich stellt es sich so dar:

  • Termine kann ich nur mit großer Planung machen
  • In Ruhe aufs Klo gehen/Duschen ist nicht jedem im Haushalt vorbehalten
  • Freizeit Aktivitäten gehen nur ganz früh morgens (vor der Arbeit) oder ganz spät Abends
  • In Ruhe surfen geht am besten auch nur, wenn das Kind nicht da ist oder schläft

Aber es ist Hoffnung in Sicht. Ich war jetzt schon zwei mal Abends weg und Mini Mann ist mit meinem Mann zu Bett gegangen. Zwar in unserem Bett und nicht in seinem, aber das ist egal. Hauptsache ich durfte mal wieder „raus“. Irgendwie Banal – aber mich hat es riesig gefreut 😉

 

Wie ist es bei euch? Habt ihr eine gute Aufgabenteilung? Macht doch auch mit bei der Blogparade – ich bin auf die Auswertung schon jetzt gespannt.

 

Mutterstiefchen


 

Nachtrag:

Diese Blogparade wird viel diskutiert und ich kann es nur bedingt verstehen.

Aus meiner Sicht hat Teilzeitmutter einfach nur mal Dampf abgelassen. Ich als Fremde Person sehe mich nicht in dem Recht das zu bewerten. Ob und wie viel sie mit Ihrem Mann darüber redet ist ihre Sache.

Da ich aber auch über mein Leben und meinen Mann geschrieben habe möchte ich ganz kurz noch etwas ergänzen.

Mit diesem Beitrag wollte ich nicht meinen Mann schlecht darstellen, im Gegenteil.
Vielleicht kann der ein oder andere es ja schon raus lesen, das Problem bin in vielerlei Hinsicht ich. Denn ich bin neidisch auf etwas, dass mein Mann gar nicht beeinflussen kann.
Mein Mann kann weder was dafür, dass er mit dem Bus zur Arbeit fährt noch das ich das Kind mit zur Arbeit nehmen muss um ihn in die Kita zu bringen.

Das sind alles Begebenheiten mit denen man einfach klar kommen muss und in die man vielleicht auch einfach rein wachsen muss. „Sich“ finden sozusagen.
Wir reden über Sachen die uns stören und versuchen sie zu beheben. Das klappt auch ganz gut – und manches wird sich nicht ändern lassen.

Aber es gibt Sachen die ich noch lernen.

Ich brauche mehr Gelassenheit – muss besser gönnen können und sollte dem kleinen Teufelchen auf meiner Schulter einfach mal den Mund stopfen 😉

…und bis dahin werde ich hier und da mal rumzicken, mir etwas mehr „me-Time“ gönnen und meinen Mann darum beneiden in Ruhe aufs Klo zu gehen oft am Handy zu hängen 😉

 

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2 Einträge zu „#blogparade Problemfall Mann

  • Vielen Dank fürs mitmachen. Vieles kommt mir sehr bekannt vor. Es ist dieses nagende Gefühl der Ungetechtigkeit, oder? Warum kann er und ich nicht? Ich denke, da hilft nur klare Aufgabenverteilung. Und ganz wichtig: me Time. Versuche deinen Mann öfter abends einzubinden, damit du mal raus kannst. Und auch mal was zusammen zu unternehmen. Organisiert euch ein Netzwerk aus Omas, Nachbarn, Kindermädchen etc. jeder braucht mal ne Pause!

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    • Ja wir arbeiten daran 🙂
      Ich glaub man muss da auch erst mal rein wachsen. Heute war Mini Mann in der Kita und Mama und Papa haben den Tag einfach mal als Mann und Frau genoßen.
      War auch mal wieder schön!
      Und ja dieses nagende Gefühl ist einfach das blödeste an der Sache. Manchmal wünschte ich mir dieses Gefühls chaos ausschalten zu können 😉 Würde meinem Mann (und mir) das Leben wohl einfacher machen 😀

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