Und dann doch – Allein abgestillt – na ja fast

Anfang Oktober war es soweit – mein Sohn stillte sich selber ab. Na ja stimmt nicht ganz nur fast.

Jetzt ist Dezember und ich habe entschieden komplett abzustillen. Es wird Zeit.

Im Oktober

Ich kann euch nicht mehr genau sagen welcher Abend es war und auch nicht genau wie es dazu kam. Aber Mini Mann durchbrach einfach von allein unser „Zu Bett geh“ Ritual.

Normalerweise wird er vom Papa Bettfertig gemacht. Dann wird eine gewisse Zeit an der Brust genuckelt und dann nur noch gekuschelt, gesungen oder sonst irgendwas gemacht bis er schläft.

An jenem Abend setze er das Stillen einfach aus. Er forderte es nicht ein. Er ging mit Wasser bewaffnet (natürlich in einer Flasche) zu Bett. Ganz überraschend für mich.

Die nächsten Abende klappt dies auch ganz gut. Ich entschied mich diesen Sinneswandel auszunutzen und das Stillen vor dem zu Bett gehen weg zu lassen. Prompt fragte das Kind natürlich nach der Brust „Nuckeln!!!“ – es gab tränen. Aber wir waren doch schon so weit gekommen.

Ich zog es also weiter durch. Es dauerte nicht mal eine Woche und das abendliche Stille war aus dem Ritual entfernt.

In der Nacht stellte sich das Ganze nicht so einfach dar. Mini Mann wachte häufig auf und wollte unter Tränen „nuckeln“ also blieb das Nuckeln in der Nacht noch ein weiterer Bestandteil. Meine Hoffnung das sich der kleine von alleine Abstillte schrumpfte wieder.

Er war nun schon 28 Monate alt – so langsam könnte er doch wirklich das nuckeln von alleine nicht mehr wollen 😦 Reden – erklären oder sonst irgendwas war nicht Zielführend. Er war scheinbar noch nicht bereit das nächtliche Stillen abzulegen und das morgendlich sowie so nicht.

Ich gebe zu es ist auch gewisse Bequemlichkeit von mir. Wer beruhigt gern weinend/schreiende Kinder in der Nacht? Da ist doch stillen komfortabel. Und morgens? Morgens war es durch aus auch noch mal schön in Ruhe den Morgen zu starten. Kuscheln – Schmusen oder einfach noch mal das Hirn abschalten lassen.

Im November

Irgendwas passierte schließlich im November. Was genau weiß man nicht aber es passierte.

Immer häufiger schlief der kleine Mann die Nacht zum größten Teil durch oder wollte nur zum kuscheln rüber kommen. Das nächtliche Stillen minimierte sich also von allein. Es kam immer seltener vor und überraschte mich immer wieder.

Vom (Sa.) 28.11. auf den (So.) 29.11 kam dann ein großer Tag. Denn Mini Mann schlief die erste Nacht ohne Mama und Papa irgendwo anders. Er blieb die erste Nacht von Zuhause weg und schlief bei Oma und Opa (meine Schwiegereltern).

Es klappte erstaunlich gut. Er ließ sich relativ gut ins Bett bringen. Meine Schwiegermutter musste nur eine Stunde ihrer Zeit opfern und bei ihm sitzen bleiben. In der Nacht wachte er dann zwei Mal auf und weinte „Meine Mama – meine Mama“. Meist dauerte es 2-3 Minuten und dann beruhigte er sich und kuschelte auch wieder mit der Oma.

Als ich ihn dann Sonntagsabends hinlegte, entschied ich mich nun abzustillen. Es war gefühlt der richtige Moment. Er hatte eine Nacht auswärts geschlafen. Er wachte auf und weinte nicht obwohl er keine Brust bekam, denn ich war ja schließlich nicht da. Er schien also definitiv auch ohne Brust klar zu kommen.

Für mich schien es schlüssig, vielleicht war das alles doch nur Gewohnheit.

Wir starteten also am 30.11. mit dem zweiten morgen ohne Brust. Es gab geweine und er war nicht wirklich darüber erfreut. Ich versuchte ihm zu erklären, dass keine Milch mehr in der Brust sei und das er nun schon groß genug sei. Ich glaub so 15 Minuten brauchten wir bis er sich wieder beruhigte.

Tagsüber fragte er immer mal wieder nach der Brust und erhielt immer wieder die gleiche Erklärung mit immer wieder gleicher Reaktion: Geweine und Unverständnis.

Im Dezember

Ich ging noch mal in mich aber entschied das ganze nun weiter durchzuziehen. Am Morgen des 01.12  kam mir der Adventskalender zu Hilfe. Als er aufwachte nach der Brust fragte und mit Trotz auf das Nein reagierte, fragt ich ihn ob er ein Tütchen (bei uns sind es kleine Tüten mit Geschenken) öffnen wolle denn schließlich sei heute der 01.12.

Er hörte sofort auf zu weinen und stolperte ins Wohnzimmer. Nach der Kita fragte er noch mal nach der Brust. Aber reagierte schon etwas weniger „trotzig“ auf mein Nein. Am Mittwoch fragte er schon gar nicht mehr nach dem Aufstehen und so ging es weiter. Die Brust rückte aus seinem Fokus.

Am Mittwoch füllte sich so langsam meine Brust und fing an zu spannen – es wurde unangenehm. Als ich meinem Mann das am Abend mit dem Satz „Meine Brüste spannen und kribbeln“ erklärte hörte dies Mini Mann und fragte kurz nach Nuckeln. Ein Nein – ein kleines bisschen Zicken und weiter ging es im Text.

Das war das letzte Mal das Mini Mann nach der Brust fragte. Es ist nun Freitagmittag und ich denke wir sind auf einem guten Weg. Ich will es noch nicht als abgestillt bezeichnen aber ich glaube der Zug fährt so langsam ab. Ich habe keine Ahnung wie lang es dauert, bis wirklich keine Milch mehr in der Brust ist aber seit Donnerstagmorgen ist zumindest das Spannungsgefühl weg.

Ich bin sehr aufs Wochenende gespannt. Ob sich da am Verhalten was ändern wird? Ich hoffe mal nicht. Ich bleibe einfach optimistisch

Die Entscheidung

Ich hatte wirklich gehofft das sich Mini Mann irgendwann von alleine abstillt. Ständig redete ich mir selber ein, dass er es vielleicht einfach noch brauch. Warum auch immer. Berichte über das Langzeitstillen unterstützen mich darin. Auch Überlegungen, dass es „früher“ doch ganz normal war lange zu Stillen waren immer auf der Seite des Wartens und weiter Stillens.

Aber es war einfach für mich der Punkt gekommen das Abstillen nun einfach mal zu versuchen. Sanft aber dennoch mit einkalkulierten Tränchen. Ich habe davon gelesen, dass manche Mütter mit ihrem 2 jährigen Kind darüber redeten und das Kind es verstand und sich dadurch sozusagen selber abstillten. Dies hatte ich versucht aber bei meinem Sohn wollte das nicht klappen.

Vielleicht hätte er sich in 1-2 Monaten selber abgestillt, vielleicht aber auch nicht. Vielleicht hat er diesen Weg auch gebraucht, vielleicht war es wirklich viel Gewohnheit die dahinter steckte. Mein Sohn ist und bleibt ein Gewohnheitstier. Sachen die anders als das Gewohnte laufen fallen ihm schwer, vielleicht war das auch mit dem Abstillen so… Vielleicht vielleicht vielleicht

Genau werde ich es nie wissen, aber bisher kann ich nur sagen es fühlte sich nach dem richtigen Zeitpunkt an und ich bin mit dem Verlauf sehr zufrieden. Ein großes Dankeschön muss ich wohl auch dem Adventskalender aussprechen, der hat Mini Mann am 2. Tag schnell auf andere Gedanken gebracht. Ablenkung hilft irgendwie immer gut.

29 Monate habe ich nun gestillt – ich würde mich also wirklich als Langzeitstillende bezeichnet. Ich habe es genossen, habe es verflucht und manchmal auch, ganz ehrlich, gehasst – aber ich würde es immer wieder machen.

Wie war es denn bei euch mit dem Abstillen? Habt ihr wirklich bis zum Selbstabstillen gestillt? Ich freue mich auf Kommentare 🙂

IMG_7293
Unterwegs gestillt
Advertisements

2 thoughts on “Und dann doch – Allein abgestillt – na ja fast

  • Wie schön, dass es anderen genau so geht wie uns 😊 Bei uns verlief es ganz genau so, mit dem einzigen Unterschied, dass ich immer stillen wollte… aber halt auch nur die empfohlenen 6 Monate 😜 Jetzt ist meine „kleine“ 32 Monate und wir sind seid 7 Tagen Brust-frei 👏🏻 Für mich war der Moment einfach passend, denn ich hatte es mit einem Schlag satt… wobei man sagen muss, dass die mit 12 Monaten bereits beim einschlafen keine Brust mehr brauchte, aber halt Nachts und Morgens

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s