Kita-Kummer

Kummer macht sich bei mir breit. Kummer um meinen Sohn, der sich seit ein paar Wochen schwer mit der Kita tut und anstatt besser zu werden wird es immer schlimmer.

Doch woher es auf einmal kommt weiß so recht keiner.

Die Anfänge

Am 30.06.2014 begann die Eingewöhnung in der Krippe und Mini Mann gewöhnte sich innerhalb 2 Wochen an das abgeben. Natürlich gab es tränen und auch die kommenden Wochen waren nicht immer ohne Tränchen aber er beruhigte sich recht schnell wenn ich weg war und fühlte sich auch schnell wohl in seiner Kita.

Es gab Probleme mit dem Mittagsschlaf aber auch das bekamen wir in den Griff. Anfänglich dachten wir daran, dass ich nur 4 Tage arbeiten gehe und dafür lang. Doch wir merkten recht schnell, dass der Mini noch zu Mini dafür war. Also entschieden wir uns meine Arbeitszeit auf 5 Tage zu verteilen und so die Länge des Kita Aufenthalts pro Tag zu verkürzen.

Grundsätzlich merkte man Mini Mann an, dass er angekommen war. Er ging gerne in die Kita. Er hatte eine Erzieherin direkt ins Herz geschlossen und nach der Zusammenlegung von zwei Gruppen fand er auch seinen jetzigen besten Freund. Am morgen brauchte ich nicht mal 5 Minuten zum abgeben. Ausziehen, Hausschuhe anziehen, auf den Platz bringen (morgens werden hier die Gruppen übergreifend betreut) und Tschüß sagen. So einfach hätte ich mir das nie erträumen lassen.

180 Grad Wendung

Was auch immer passiert ist, es ist grauenvoll für mein Mutterherz. Es fing schleichend an. Mitte/Ende Januar ging es los. Das Abgeben ging nicht mehr so einfach. Er hielt sich steif an mir fest und wollte nich auf den Platz gehen, sagte ständig so etwas wie „Nein, bei Mama bleiben“. Mit Spielsachen lies er sich schnell ablenken und ich konnte gehen ohne ein weinendes Kind zurück lassen zu müssen.

Es steigerte sich allerdings. Er fing bereits zuhause an zu weinen und zu sagen, dass er nicht in die Kita wollte. Auf Fragen warum er denn nicht mehr gehen wollte, erhielt ich nur die Antwort dass er bei Mama bleiben wollte. Jeder Versuch ihm die Kita angenehmer zu machen, durch Kompromisse, brachten kein Erfolg.

Ich unterhielt mich mit einer Erzieherin. Sie fragte mich ob sich irgendwas zuhause geändert hat. Es hatte sich aber nichts geändert ausser die Windel. Denn die Windel blieb seit Anfang des Jahres weg. Doch wegen der Windel so ein Tamtam?

Sie erklärte mir, dass manche Kinder so reagieren – für etwas das ihnen genommen wird fordern sie wieder etwas anderes zurück. Also Windel weg, Mama wieder von Nöten. Puhhh ok, also alles nur eine Sache der Zeit?! Wohl gemerkt, die Windel hat er von sich aus weg gelassen, wir haben ihm das nicht aufgezwungen oder so. Er beschloss eines Tages, er will keine Windel mehr anziehen.

Ok also abwarten und Tee trinken in der Hoffnung, dass es sich legt. Tja es legte sich aber nicht. Es ging nun schon 1 – 1,5 Monate. Das kann doch nicht wahr sein? Ich suchte also das Gespräch mit Mini Manns Erzieherin. Sie versicherte mir, er fühle sich absolut wohl und sie versteht überhaupt nicht dieses Benehmen am Morgen. Wenn er da ist sei alles in Ordnung. Wir fanden beide keinen wirklichen Ansatz irgendwas besser zu machen. Denn er schien sich absolut wohl zu fühlen. Nur der Mittagsschlaf den wolle er einfach nicht machen, egal wie Müde er sei.

Das ist aber absolut kein Problem für mich. Wenn er keinen machen will, sehe ich es als Fehler an ihn dazu zu zwingen. Bereits bei den ersten Problemen mit dem Mittagsschlaf sagte ich daher der Kita, wenn er nicht will muss er auch keinen machen. Dies galt auch jetzt.

Nun ja also weiter machen und hoffen.

Mit Tränen aus der Kita

Doch die Hoffnung starb letzten Freitag. Freitag der letzte Tag der Woche, nur noch einmal Kita und Büro und dann endlich Wochenende das sollte doch zu schaffen sein. Tja Mini Manns Gemüht sah das anders. Beim Abgeben wurde eine Szene Deluxe abgeliefert. Er fing richtig an zu weinen und zu protestieren und zu strampeln. Das war wirklich zu viel für mein Herz. Ich war froh das nun einfach Wochenende war. Am Nachmittag unterhielt ich mich wieder mit einer Erzieherin aus seiner Gruppe. Auch sie suchte mit ihm das Gespräch. Mini Mann erklärte ihr, dass er so anfing zu weinen weil ich ins Büro gegangen bin. Sie erklärte ihm, dass es doch jeden Tag so sei und ich ihn doch auch immer wieder abholen würde. Doch das ganze war noch nichts…

Ich wusste ja nicht was mich am Montag erwarten würde. Bereits zuhause der Wunsch zuhause zu bleiben und nicht in die Kita zu gehen. Auf dem Parkplatz angekommen wollte er im Auto bleiben. Irgendwie kamen wir aber in der Kita an und ich zog ihm an seiner Gruppe um und wollte zum Platz zur Abgabe gehen. Bisher ohne weinen, er fing aber an zu protestierten als ich Richtung Platz gehen wollte und wir blieben an der Gruppe sitzen – kuschelten und kuschelten und kuschelten. Ich redete immer wieder mit ihm und versuchte ihm zu entlocken warum er denn nicht in der Kita bleiben wollte.

Keine Chance. Ich bekam als Antwort immer nur, dass er bei mir bleiben wolle. Also ging ich mit ihm auf den Platz und fing bisschen an mit ihm zu spielen. Ich war mittlerweile schon 15 Minuten länger als üblich in der Kita. Wir spielten, es klappte er beruhigte sich und er forderte nicht mehr zurück zur Gruppe zu gehen. Also sagte ich ihm sanft das ich nun ins Büro müsse und er fing wieder bitterlich an zu weinen.

Die Erzieherin sagte zu mir, dass es für ihn nicht einfach sein würde wenn ich jetzt noch länger bleiben würde. Also versuchte ich es noch mal mit kuscheln und reden. Aber nein der kleine schluchzte und weinte bitterlich. Die Erzieherin nahm ihn zu sich auf den Arm und ich ging. Ich lies ein schreiendes, weinendes, strampelndes und von Herz schluchzendes Kind zurück. Es brach mir das Herz und mir kullerten die Tränen.

Wie konnte ich ihn nur so zurück lassen? Auf der Arbeit fragte ich eine Kollegin, die ihren Sohn gerade brachte als ich ging, ob er sich wieder beruhigt hatte sie ging. Ihre Antwort beruhigte mich etwas. Er habe zwar noch etwas geschluchzt aber er habe sich beruhigt ja. Puhhh na wenigstens etwas – als ich ihn am Nachmittag abholte war alles normal. Er begrüßte mich und wollte schnell heim.

Heute das gleiche Drama, nur fing es bereits auf dem Parkplatz an. Er fing an zu weinen und zu rufen, dass er nicht in die Kita will. Er weinte und lies sich gar nicht beruhigen. Kuscheln, auf ihn einreden nichts. Ich gab ihn ab, es brach mir erneut das Herz und ich lief aus der Kita während mein Sohn rief „Nein Kita, meine Mama ich will meine Mama“.


 

Nun frage ich mich selbst warum ich es dann mache. Wenn mein Kind und ich darunter leiden. Die Antwort ist leider einfach. Ich habe keine Idee wie ich es anders machen soll. Ich weiß nicht was genau sein Problem ist und kann somit nicht dagegen angehen.

Wir haben noch 2 Monate bis zum Urlaub, bis endlich wieder ganz viel Familienzeit an steht. Das sind nicht mehr viele Tage. Bis dahin werde ich versuchen die Wochenenden so schön wie möglich für den kleinen Mann zu gestalten. Ich werde mir mehr Zeit für die morgendliche Abgabe nehmen und ich werde nicht mehr so lange arbeiten um ihn früher aus der Kita wieder abzuholen. Mehr Ideen habe ich im Moment einfach nicht, zumindest so lang nicht bis Mini Mann mir Hinweise gibt was genau schief läuft.

Hattet ihr auch schon mal so Phasen? Wie seid ihr damit umgegangen und wie lang hat es gedauert?

Ich hoffe einfach weiterhin darauf, dass es sich wieder bessert. Und werde mir einen Plan B überlegen müssen, wenn es nicht besser wird.

 

Mutterstiefchen

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