Der Kindersitz – Drei Jahre Rückblick

Es ist noch schon ein paar Tage her, da führte es uns an einem Samstag zu Baby1One. Es war mal wieder Zeit für einen neuen Kindersitz. Obwohl Mini Mann erst 3 Jahre alt ist und er Kindersitz bis „4 Jahre ausgelegt“ sei. Aber das ist bei Mini irgendwie nichts ungewöhnliches. Bedingt durch Größe und Gewicht war auch der Maxi Cosi nicht zu so lange im Einsatz wie bei manch anderen.

Ein Rückblick – die Babyzeit

Doch fangen wir doch von vorne an. Bereits in der Schwangerschaft war das Thema Kindersitz natürlich eine große Nummer. Es gab eine riesige Auswahl an Kindersitzen und Babyschalen. Man hat von Anfang an die Möglichkeit einen mitwachsenden Kindersitz zu wählen oder eine Babyschale.

Die Babyschalen sind bis ca. 13 KG und 12 Monate einsetzbar. Man spricht hier von Gruppe 0+. Die nächste Stufe, also Gruppe 1, ist dann für Kinder von ca. 6 Monaten und 9 KG bis ca. 4 Jahre und 18 KG geeignet.

Die Kindersitze, die ich kenne, sind für Gruppe 0+ und 1 geeignet. Meistens benötigen Sie dann eine Einlage um für die ganz kleinen Babys genutzt werden zu können. Die Kindersitze haben den Nachteil, dass ein Ausbau mit Kind und die Mitnahme des Babys in der Schale nicht funktioniert.

Daher war für mich von Anfang an klar, dass ich für die Anfangszeit definitiv eine Babyschale haben möchte und der Kinderwagen einen Adapter benötigt um die Babyschale drauf zu setzen. Zwei Babyschalen kamen für mich in die engere Auswahl.

Cybex oder Maxi Cosi

Die Firma Cybex kannte ich noch gar nicht. Ich entdeckte sie per Zufall bei einem Gewinnspiel und beschäftigte mich dann mit den Produkten. Die Farben und das Aussehen gefielen mir in der Regel recht gut, zumindest Online. Die Testurteile der Kindersitze und der Babyschale waren damals durchweg positiv. Die Babyschale Cybex Aton gehörte damals wie der Maxi Cosi Pebble zu den Testsiegern.

Maxi Cosi dagegen war mir bereits eine sehr bekannte Marke. Ich glaube jeder den ich kenne, hatte als Babyschale einen Maxi Cosi. Zur Auswahl gab es Maxi Cosi Pebble und Cabrio Fix. Die Testurteile sprachen definitiv für den Pebble.

Für uns war definitiv der Einbau über Isofix wichtig und, wie eingehend schon geschrieben, der Umbau auf den Kinderwagen. Bei einem der vielen Besuche in den Fachmärkten, stellten wir recht schnell fest dass uns der Aton etwas zu schmal vorkam. Das gilt übrigens auch für den Kinderwagen der uns damals von Cybex gefallen hatte.

Ein weiterer Nachteil für Cybex waren die Aufsätze für den Kinderwagen. Die meisten Kinderwägen boten Adapter für den Maxi Cosi und nicht für den Cybex. Hier eine kurze Anmerkung – diese Erfahrung ist nun schon 3 Jahre her. Hier kann sich durch aus schon was auf dem Markt getan haben.

Die Entscheidung war also gefallen, es gab einen Maxi Cosi Pebble mit Family Fix für den Einbau per Isofix.

Der Pebble verfügt über ein Keilkissen und eine Art kleines Kopfkissen. Dies dient für die erste Zeit, wenn die Babys frisch geschlüpft sind. Das Keilkissen mussten wir nach ca. 3 Monaten entfernen. Das Kopfkissen nutzen wir noch etwas länger. Den Maxi Cosi an sich nutzen wir nur knapp 8 Monate. Dann war Mini schon recht groß und schwer, so das wir auf den Cybex Sirona umstiegen.

Wir nutzen Reboarder

Ein paar Jahre vor Mini Manns Geburt kamen die Reboarder in die deutschen Medien und in den Verkauf. Die Testurteile für diese waren um einiges besser als die normalen (nach vorne gerichteten) Kindersitze.

Immer wieder gingen Diskussionen los zwischen den zwei Fronten die Reboarder verfechteten und die, die es für Schwachsinn hielten. Ich selber fand es auch überbewertet, als ich noch nicht schwanger war. Als ich schwanger wurde und mich mit dem Thema beschäftigte wurde ich zum Reboarder Fan. Ich möchte jetzt nicht in ein Wespennest stechen und werde daher einfach nur meine Beweggründe dafür erklären:

Für mich ist das größte Argument definitiv Sicherheit. Statistisch gesehen passieren die meisten Unfälle eben Frontal. Wir werden also nach vorne geschleudert. Das Kind eben nicht – dadurch dass das Kind gegen die Fahrtrichtung sitzt, wird es in den Sitz gedrückt. Für die kleine Wirbel des Babys ist das eine wichtige Sache.

Ein weiterer Vorteil ist, dass ich das Kind von vorne in meinem Rückspiegel sehen kann. Durch das Anbringen eines Spiegels an der Kopfstütze hinten beim Kind, kann ich jederzeit Blickkontakt haben. Was sich in den Jahren auch bewährt hat: Die Bücher und das Spielzeug von Mini Mann fielen nicht in den Fussraum des Autos sondern in seinen kleineren Fussraum, so kam er eher noch mal selber dran.

Aber wisst ihr was das tollste am Reboarder war? Zumindest beim Sirona ist es möglich den Sitz beim ein und Aussteigen zu drehen. Das hat die ganze Sache so viel einfacher gemacht. Gerade als wir noch den engen Opel Astra hatten, war das wirklich Gold wert.

Die Nachteile für den Reboarder sind definitiv der Preis. Wir entschieden uns aufgrund der Testergebnisse bei ADAC usw. für den Sirona von Cybex. Mit 430 Euro gehört der dieser nicht gerade zu einem günstigen Kindersitz. Ein Reboarder liegt in der Regel in der Preisklasse zwischen 350 und 450 Euro. Ausserdem sind sie sehr schwer und sperrig. Das Ein- und Ausbauen des Kindersitzes ist nicht etwas, dass man regelmäßig macht. Der Sirona ist sehr schwer und kann nur in Verbindung mit Isofix genutzt werden.Es gibt allerdings auch Reboarder die mit Gurt genutzt werden können.

Cybex Sirona

Der Sirona gehört wohl zu den wuchtigeren Reboarder. Er ist ziemlich schwer und kann wie gesagt nur mit Isofix genutzt werden. Das ist definitiv ein Nachteil wenn man ein älteres Auto als Zweitwagen hat. Im Lieferumfang sind Plastikschellen (ich finde keinen besseren Begriff) enthalten, dies vereinfacht den Einbau im Auto. Bei unserem Astra war dies von Vorteil. Im neuen Zafira ist dies nicht notwendig, da es hier so etwas als festen Einbau gibt.

 

 

Der Sirona ist hat die Größe 0+ und 1. Er kann also ab Geburt verwendet werden. Für die Neugeborenen Babys gibt es einen Einsatz, der den Sitz etwas kleiner macht. Dieser muss extra gekauft werden und wurde von uns aber nicht benötigt. Was ich bei dem Sitz aber definitiv empfehlen würde, ist entweder die Plus Variante zu kaufen oder zwingend einen Sommerbezug zu nutzen.

Der Stoff des Sitzes ist nicht besonders Luftdurchlässig und die Kinder schwitzen schnell. Leider gibt es den Sommerbezug nur in Weiß, was ihn schnell schmuddelig aussehen lässt. Hier empfiehlt es sich den Stoff einzufärben 😉 wir haben über kurz oder lang einfach auf den Sommerbezug verzichtet und darauf geachtet, dass Mini eher etwas zu dünn im Auto angezogen war.

Als Reboarder haben wir den Sirona bis zum 33. Lebensmonat benutzt. Natürlich waren Minis Beine schon so lang, dass diese dann immer entweder an der Seite raus schauten oder er im Schneidersitz saß. Es wirkte für ihn nie unbequem, im Gegenteil er schien sich recht wohl zu fühlen. Über den angebrachten Spiegel erzählte mir auch gern Geschichten oder versuchte mir etwas in seinem Buch zu zeigen.

Vorwärtsgerichtet wird der Sirona nicht mehr mit Gurten sondern mit einem Auffangkörper benutzt. Das fand Mini bei der ersten Fahrt etwas befremdlich, gewöhnte sich aber recht schnell dran. Ich mich auch, das Anschnallen ging jetzt um einiges schneller. Der Fangkörper stellte sich aber als etwas unpraktisch während der Fahrt dar.

Mini musste quasi neu lernen wie er nun Bücher lesen kann oder auch mal was trinken kann ohne sich komplett naß zu machen. Dadurch das der Fangkörper doch ziemlich groß ist und ziemlich viel vom Oberkörper verdeckt, erschwert es die Bewegungen des Kindes.

Lange sind wir nicht so gefahren. Wir stellten recht schnell fest, dass Mini einfach schon zu groß für den Sirona ist. Aktuell sind wir bei etwa einem Meter Körperlänge und 17 kg Körpergewicht. Das Köpfchen war schon nicht mehr komplett vom Sirona abgedeckt und lugte etwas oben drüber. Da geht der Alarm los – so darf ein Kind nicht mehr transportiert werden. Also ab in den Fachmarkt.

Ein neuer Sitz muss her

Unsere Wahl für diesen Kauf: Baby One. Bisher hatten wir hier recht gute Erfahrungen mit den Beratungen gemacht. Im Baby One angekommen schauten wir uns erst einmal um. Was sollte es werden? Aufjedenfall wieder Isofix, gute Testergebnisse und mitwachsend. Aber sollte es Größe 1+2+3 werden oder nur Größe 2+3?

Auf Anhieb gefiel mir wieder ein Kindersitz von Cybex ganz gut. Solution x2-Fix Plus. Der Stoff fühlt sich angenehm an, der Sitz wirkt wieder sehr Robust und qualitativ hochwertig. Gewohnt sperrig und schwer ist er allerdings. Beim Versuch das Ding aus dem Regal zu heben ging es mir erst einmal auseinander. Man muss wohl wissen wie man ihn zu nehmen hat. Aber auch die Verkäuferin hatte ein paar Probleme beim raus holen. Das mal vorweg.

Die Sitze von Kiddy wirkten da schon etwas schmaler und leichter. Ausserdem sind diese für die Mitnahme ins Flugzeug zertifiziert, dass spricht definitiv für Kiddy. Auch die Testergebnisse sind bei dieser Marke in den letzten Jahren durchweg Positiv. Als endlich eine Verkäuferin Zeit für uns hatte, holte sie nach zwei drei Fragen direkt den Kiddy Smartfix.

Einmal kurz Probesitzen und Mini passt definitiv schon gut rein. Kurze Rückfrage: Wäre es nicht besser doch noch einen in Größe 1+2+3 zu kaufen? Antwort: Nein, kann ich eh nur noch kurz nehmen, denn bei maximal 18kg ist Schluss damit. Ok also reicht ein Sitz in Größe 2+3. Was ist denn dann mit dem Cybex Solution?

Auch hier Mini rein gesetzt und auch hier sitzt er eigentlich ganz gut drin. Die Empfehlung der Verkäuferin liegt allerdings definitiv bei Kiddy. Die Argumente sind offensichtlich: Mini ist recht groß und schon jetzt ist die Sitzfläche passend, eine Verlängerung der Sitzfläche (wie beim Kiddy) ist nicht möglich. Wie soll er also auf so einem Sitz bis 12 Jahre sitzen?

Stimmt da hat sie recht. Ich tendiere ehrlich gesagt auch nur zum Cybex, weil wir mit dem Sirona so zufrieden waren. Aber die Argumente für den Kiddy sind eindeutlich die besseren:

  • er ist handlicher
  • fürs Flugzeug zertifiziert
  • Verlängerung der Sitzfläche möglich
  • Preis etwas günstiger als der Cybex
  • Handhabung des Isofix ist komfortabler

Neben der Sitzfläche entscheide ich mich aufgrund des Handlings und des Gewichts für den Kiddy. Die Auswahl an Farben ist eigentlich super, doch vor Ort gab es leider nur noch drei. Braun, Grün und Rosa. Wir entscheiden uns wieder für ein Braun und nehmen den Sitz direkt mit.

Innerhalb von 10 Minuten ist der Sirona ausgebaut und der Kiddy eingebaut. Die meiste Zeit dauerte der Ausbau vom Sirona. Mini war Stolz einen neuen Kindersitz für große Kinder zu haben und fühlte sich sofort wohl.

Der Kauf ist nun 3 Wochen her und bisher sind wir immer noch total zufrieden mit dem Sitz. Durch die große Sitzfläche macht Mini die beine manchmal hoch. Dadurch hat der Sitz schon die ersten Flecken abbekommen. Das ist allerdings nicht weiter tragisch, schließlich kann der Bezug abgenommen werden und bei 30 Grad gewaschen werden.

Der Stoff fühlt sich übrigens um einiges angenehmer an als der normale Stoff von Cybex – was definitiv auch noch ein Plus Punkt ist. An das Anschnallen mit dem Gurt haben wir uns nun auch schon gewöhnt und die Freiheit die Mini nun im Auto hat genießt er.

Drei Jahre und schon Drei Kindersitz – das war unsere Erfahrung. Wie erging es euch denn?

 

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2 thoughts on “Der Kindersitz – Drei Jahre Rückblick

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