#11 Hape Kerkeling – Der Junge muss an die frische Luft: Meine Kindheit und ich

Hat man einmal wieder Blut geleckt, dann kann man nicht aufhören. Kaum war das Hörbuch „Ticket ins Glück fertig“, fing ich direkt mit dem Nächsten an. Dieses Mal sollte es nix romantisches sein. Die Biographie von Hape Kerkeling hatte ich mir nun ausgesucht. Wie gewohnt liest Hape das Buch wieder selbst, alles andere käme für mich auch nicht in Frage. Ich erwartete ein witziges Buch mit gewohnter angenehmer Stimme die hier und da die richtige Betonung findet.

Bereits das Buch „Ich bin dann mal weg“ hatte es mir angetan und die Art wie Hape Kerkeling dieses vorgelesen hat, war einfach perfekt. Dieses Buch fesselte mich und ich brauchte nur 2,5 Tage um es durch zuhören. Ich nutzte jede Gelegenheit weiter zu hören und war gefesselt von der tragischen Kindheit des deutschen Stars.

Bevor ich darauf weiter eingehe kommen wir wie gewohnt zur Inhaltsangabe des Buches:

„Was, um Himmels willen, hat mich bloß ins gleißende Scheinwerferlicht getrieben, mitten unter die Showwölfe? Eigentlich bin ich doch mehr der gemütliche, tapsige Typ und überhaupt keine Rampensau. Warum wollte ich also bereits im zarten Kindesalter mit aller Macht „berühmt werden“? Und wieso hat das dann tatsächlich geklappt? Nun, vielleicht einfach deshalb, weil ich es meiner Oma als sechsjähriger Knirps genau so versprechen musste…

Hape Kerkeling, der mit seinem Pilgerbericht „Ich bin dann mal weg“ seine Fans überraschte und Menschen jeden Alters begeisterte, lädt auf die Reise durch seine Memoiren ein. Sie führt nach Düsseldorf, Mosambik und in den heiligen Garten von Gethsemane; vor allem aber an die Orte von „Peterhansels“ Kindheit: in Recklinghausens ländliche Vorstadtidylle und in die alte Bergarbeitersiedlung Herten-Scherlebeck.

Eindringlich erzählt er von den Erfahrungen, die ihn prägen, und warum es in fünfzig Lebensjahren mehr als einmal eine schützende Hand brauchte.

©2014 Hans Peter Kerkeling (P)2014 Hörbuch Hamburg HHV GmbH, Hamburg

Quelle: http://www.audible.de

Für mich war Hape Kerkeling schon ein Grund dieses Buch zu lesen. Wie bereits dargestellt mochte ich seine bisherigen Werke sehr, allen voran „Ich bin dann mal weg“. Die Inhaltsangabe des Buches war mir daher egal und ich schenkte dieser keine Beachtung. Ich ging davon aus hier ein gewohnt ernstes und dennoch witziges Buch vorgelesen zu bekommen.

Die Erwartungen wurden auch erfüllt, allerdings mit weniger Witz und mehr Ernst. Ich erwartete nicht so viel Kummer in seiner Kindheit. Nach dem das Buch durch war, erschien mir Hape Kerkeling in einem ganz anderen Licht. Vorallem die letzte Sequenz, sein Grund warum er Leute zum lachen bringen möchte, hat mich zu tiefst berührt. Diese emotionalen Momente teilt Hape mit den Lesern sehr bewusst aber dennoch mit viel Feingefühl beschrieben.

Ich habe nun genug Worte darüber verloren wie emotional ich das Buch empfand, wichtiger ist der Inhalt. Hape beschreibt seine Kindheit und beginnt mit der Geburt und der dazu gehörigen Feier. Er baut sein Leben Stück für Stück auf und ergänzt die Geschichten, die er selber erzählt bekommen hat, um seine Erinnerungen. Er führt uns so durch die Babyzeit in das Kleinkindalter bis hin zur Schule usw.

Liebe- und Würdevoll führt er uns nun durch seine Kindheit. Es erfolgen immer wieder Wechsel in die „Jetzt-Zeit“ aber ohne dabei große Verwirrung zu stiften. Dieser Wechsel gelingt ihm immer sehr gut und die Geschichten aus dem „Jetzt“ ergänzen die Kindheitsgeschichten perfekt. Man kann der Story immer sehr gut folgen. Nur bei den Verwandten komme ich zwischendrin immer wieder etwas durcheinander – was aber wohl eher mir geschuldet ist und nicht dem Buch. Namen sind für mich häufig einfach nur „Schall und Rauch“.

Ich möchte nicht zu viel über das Buch berichten und der Geschichte damit etwas weg nehmen. Es ist ein sehr gutes und angenehmes Hörbuch. Es zeigt, dass auch Comedians nicht immer nur lachend durchs Leben gehen. Hape Kerkeling beschreibt das in seinem Buch ganz gut in dem er sagt, dass der Clown eben doch auch ein trauriger Clown ist.

Emotional, liebevoll und doch irgendwie auch spannend führt uns Hape Kerkeling durch seine Kindheit und auch ein bisschen durch sein späteres Leben. Für mich eine definitive Buchempfehlung. Doch eins sei erwähnt, wer ein Problem mit Selbstmord, den Verlust von Familienangehörigen oder Depressionen hat – der sollte das Buch vielleicht nicht lesen. Es könnten einige Sequenzen triggern.

 

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