September: Eingewöhnung und Umgewöhnung

Während Mini sich langsam an die neue Kita gewöhnt, kommen meine Tage als Vollzeitkraft immer näher. Ab dem 01.10.2016 ist es dann soweit. Vollzeit arbeiten, dass bedeutet für uns alle eine Umstellung.

Damit Mini das auch versteht und sich langsam daran gewöhnen kann, fangen wir bereits jetzt mit der Umstellung an. Das bedeutet, dass ich bereits sehr früh auf die Arbeit fahre – wenn Mini noch schläft – und der Morgen mit dem Papa beginnt. Das ist alles eine große Umstellung, wurde Mini bisher durch mich durch den Tag begleitet. Wie mein Morgen aktuell so läuft und wie uns Handys bei der Umgewöhnung helfen, erfahrt ihr jetzt.

Schhhhhh ganz leise…

Mein Wecker klingelt nun jeden Morgen um 4:50 Uhr und ich schleiche mich so leise wie es geht aus dem Schlafzimmer. Mini wandert momentan jede Nacht wieder in unser Bett, dass bedeutet für mich: Alles zum anziehen am Abend raus legen. Ich ziehe mich im Wohnzimmer an und versuche die Wohnung so dunkel und leise wie möglich zu halten. Wenn ich soweit fertig bin, geht es in die Küche.

Frühstück machen ist angesagt. Ist die Brotdose für die Kita fertig und mein Magen gefüllt, geht es zur Arbeit. Ich schließe die Tür hinter mir und gebe mir auch jetzt noch mühe so leise wie möglich zu sein. Doch Mini scheint einen 7. Sinn zu haben: er merkt wenn ich nicht mehr im Bett liege und das kleinste „laute“ Geräusch kann schon der Auslöser zum Wach werden sein.

Im Auto angekommen erst mal durchatmen und Hörbuch an machen. Arbeit ich komme.

Kleiner Helfer im Alltag

Freitag Morgen war ich noch nicht lange mit dem Auto unterwegs, als mein Handy klingelte. Ich hatte kaum die Wohnungstür geschlossen, da war Mini auch schon wach. Sein Wunsch: mit mir zu telefonieren. Ich fahre also auf der Autobahn und über die Freisprecheinrichtung telefoniere ich mit meinem 3 jährigen total verschlafenen Sohn. Wer mag es ihm verübeln – es ist 5:45 Uhr und eigentlich sollte er noch tief und fest schlafen und was schönes Träumen.

Doch dieses Gespräch lässt mich etwas darüber nachdenken, wie Hilfreich in diesem Moment das Handy und die Freisprecheinrichtung ist. Vor 30 Jahren wäre so ein Anruf einfach nicht machbar gewesen, sogar undenkbar. Häufig sind die heutigen Handys und Möglichkeiten ein Auslöser von Streß. Ständig erreichbar zu sein, jede 5 Sekunden Mails oder Nachrichten zu checken sollen uns krank machen und sind oft genug Mitauslöser der heutigen „Überlastung“. Sie machen uns krank, liest man schließlich oft genug, sie fressen Zeit und Quality Time – aber jetzt genau in diesem Moment helfen sie meinem Mann, meinem Sohn und mir.

Das Gespräch selber ist einfach Herzallerliebst. Wie ich ja bereits erwähnt habe, war mein Sohn noch sehr verschlafen. Ich fragte ihn ob er sich nicht noch etwas ausruhen möchte und er bejahte es. Wir redeten noch zwei drei Sätze in denen ich ihm erklärte, dass ich leider schon auf dem Weg zur Arbeit sei, es aber noch dunkel sei und er sich ruhig noch mal ausruhen sollte. Wir vereinbarten, dass er sich jetzt noch ausruhen würde und damit wir nach der Kita ein Eis essen gehen können. Beide Seiten waren einverstanden und glücklich. Mini legte sich hin und ruhte sich nun noch etwas aus, mein Mann fragte daher ob er nun auflegen darf und Mini verneinte – ich sollte am Telefon bleiben.

Stille am anderen Ende der Leitung

Ich blieb am Telefon. Ab und zu hörte ich meinen Sohn etwas vor sich her brummen und meinen Mann etwas antworten, ansonsten war es still. Weder ich noch die anderen sagten etwas. Etwa 10 Minuten später hörte ich wie mein Mann das Handy in die Hand nahm und auflegte. Ich war beruhigt und dachte, Mini wäre eingeschlafen und meine beiden Männern könnten sich jetzt noch etwas ausruhen und schlafen.

Falsch gedacht, denn bereits 10 Sekunden nach meinem Gedankengang klingelte das Telefon. Es war mein Mann „Der muss irgendeine telepathische Verbindung zu dir haben“. Kaum hatte mein Mann auf den Auflegen Knopf gedrückt, beschwerte sich Mini bereits. Wir starteten also „Gespräch“ Nummer zwei. Dieses Mal die komplette weitere Fahrt zur Arbeit. Es war ein ruhiges Telefonat, denn eigentlich sagte kaum jemand was. Mini wollte einfach nur wissen, dass ich am Telefon bin. Es reichte ihm dabei, das Rauschen der Autofahrt zu hören und mein Mutterherz schmolz. Es war so süß von ihm und ich freute mich darüber, dass wir diese Möglichkeit haben.

Ankunft auf der Arbeit

Kurz vor meinem Büro flüsterte ich, dass ich klein in die Tiefgarage fahren würde. Die Verbindung bricht hier ab und an mal ab und wenn nicht, würde man das Piepsen der Einparkhilfe auch am anderen Ende hören. Mein Mann flüsterte zurück, dass Mini nun scheinbar tief eingeschlafen sei und legte auf. Für ein paar Minuten schien Mini auch wirklich zu schlafen, aber ich erhielt erneut einen Anruf und lauschte einfach ein paar weitere Minuten in die Stille, bis Mini wirklich eingeschlafen war.

Unterm Strich holte er sich noch mal etwas mehr als eine Stunde Schlaf und mein Mann musste ihn für die Kita wecken. Es war also durch aus sinnvoll so eine „unsinnig“ wirkende Aktion zu machen. Wir hatten die Möglichkeit und haben sie genutzt. Ich erwarte nicht das sie jeder versteht, aber ich würde es immer wieder so machen und kann einfach nur sagen wie froh ich bin diese Möglichkeit zu haben.

Man sollte doch alle Möglichkeiten nutzen, so eine Umstellung dem Kind so angenehm wie möglich zu machen und das tun wir.

 

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