Es geht los – Unser September #leidensweg

Die letzten Tage war es relativ ruhig auf dem Blog und das hatte verschiedene Gründe. Der September hat uns ganz schön gefordert: Mini musste in einen neuen Kindergarten, meine Mutter erhielt eine folgenschwere Diagnose und ich musste mich erst mal mit allem zu Recht finden.

Ein kleiner Rückblick auf meinen September.

Krankenhausbesuche und Eingewöhnung

Der August verabschiedete sich mit einem laut Knall. Nach tagelangem hoffen und bangen wussten wir nun, dass meine Mutter unheilbar krank ist. Die Tage nach der Diagnose waren schwer und tränenreich. Tagsüber versuchte ich so gut wie möglich für Mini da zu sein, schließlich begann er ebenfalls einen neuen Abschnitt, und abends versuchte ich mit meinen Sorgen und Gedanken nicht verrückt zu werden sondern zu schlafen.

Ich bekam wenig Schlaf, ass wenig und war durch den Wind. Die ersten paar Tage hielt das an, bis mir klar wurde dass wir nun das beste draus machen mussten. Ich versuchte nüchtern an die Sache zu gehen, man könnte sagen ich erreichte die nächste Stufe des trauern. Die Eingewöhnung übernahm mein Mann und ich übernahm die Erledigungen mit meiner Mutter.

Das Krankenhaus konnte meine Mutter bereits Anfang Oktober verlassen. Mein Bruder und meine Schwester kamen zur Unterstützung fürs Wochenende vorbei und jeder weinte und war traurig über das was uns bevor steht.

Das beste aus der Zeit machen

Die Tage vergingen fast wie im Flug und wir machten uns an einige zu erledigende Themen. Patientenverfügung, Benennung eines Betreuers und Generalvollmacht – ganz nüchtern und klar strukturiert gingen wir die Themen an. Das ganze ging ohne Probleme und es war wichtig das alles schon jetzt zu erledigen und nicht erst nachher wenn es dringend benötigt wird.

Neben diesem ganzen Papierkram versuchten wir die Zeit und das Wetter zu genießen – hier ein Eis essen und dort ein kleiner Ausflug. So lange ich noch Zuhause war nutzten wir jede Gelegenheit etwas Zeit miteinander zu verbringen. Ich begleitete meine Mutter zu den wichtigsten Arztbesuchen und versuchte ihr Mut und Hoffnung zu zusprechen.

Da meine Mutter sehr Müde von den Medikamenten ist, waren großartige Ausflüge nicht möglich. Das gute Wetter spielte uns in die Karten und so konnte man ohne viel Bewegung etwas an der frischen Luft machen und sei es auch nur im Garten zu sitzen.

Arbeiten, Kindergarten und Arztbesuche

Mein Hausarzt war so nett und schrieb mich für ein paar Tage krank. Ich war völlig durch den Wind und nicht in der Lage arbeiten zu gehen. Doch ewig konnte das ja so nicht weitergehen. Die Diagnose hatte sich gesetzt und ich hatte die Situation verarbeitet. Das „normale“ Leben musste nun weiter gehen.

Während mein Mann noch Urlaub hatte und weiter die Eingewöhnung betreute, ging ich wieder Arbeiten. Es tat mir gut, es lenkte ab. Einen Nachteil hatte das arbeiten allerdings, natürlich hatten einige Kollegen von meinem Privaten Schicksal gehört und stellten immer mal wieder Fragen. Daran gewöhnte ich mich aber und ich konnte die Fragen in der Regel ohne Tränen in den Augen beantworten.

Der Austausch mit einer Kollegin, die selbst schon ähnliches durchmachen musste, war sogar ganz angenehm. Auch mein Mann musste bald wieder arbeiten und so versuchten wir den Alltag zu bewältigen. Zack die Realität hatte uns wieder – Mini ging in den Kindergarten, mein Mann ins Büro und auch ich war wieder arbeiten.

Die nötigen Arztbesuche gingen aber weiter und so versuchte ich immer wieder etwas Überzeit aufzubauen und nahm mir frei um meine Mutter zu begleiten. Es gab gute Besuche mit netten Ärzten und dann auch weniger schöne Besuche, mit distanzierten Ärzten die Schema F abarbeiteten.

Normalität und Behandlung

Es hatte etwas irreales so ein normales Leben zu führen während man im Hinterkopf immer diese Angst vor dem Abschied hatte. Ich entschied mich noch ein paar Erinnerungen zu schaffen, Erinnerungen in Form von Fotografien. Schnell fand sich ein Termin an dem die ganze Familie Zeit hatte, leider musste ich dafür die Wubittka absagen aber für das machte ich es gern.

Eine sehr liebe Fotografin machte bei tollstem Wetter Fotos von uns – der ganzen Familie. Eine Erinnerung die wir uns noch später anschauen können, schöne Fotos mit denen ich Mini irgendwann zeigen kann wer seine Oma war. Das Shooting vermittelte uns etwas Normalität und machte uns allen sogar irgendwie Spaß was man auf dem ein oder anderen Bild auch sieht 😉

Der Monat September verabschiedete sich dann mit dem Start der Behandlung meiner Mutter. Chemo und Bestrahlung dazu noch eine Menge andere Medikamente. Wir hoffen nun einfach für den Oktober auf wenig Nebenwirkungen.

Ausblick auf den Oktober

Der letzte Septembertag hatte dann noch ein Geschenk für mich: Einen Grippaleninfekt was bedeutet, dass ich nun erst einmal meine Mutter „meiden“ muss. Sie jetzt anzustecken wäre wirklich alles andere als gut. Die Behandlung meiner Mutter dauert noch den ganzen Oktober an, danach erwarten uns Folgeuntersuchungen.

Wir sind gespannt was der Oktober für uns zu bieten hat, für mich in erster Linie erst einmal Vollzeit. Eine weitere große Veränderung bei uns. Habe ich bisher immer 33 Stunden gearbeitet, muss ich jetzt 40 Stunden arbeiten. Es heißt also erst einmal wieder den Alltag ordnen und zu Recht finden.

We will see…

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