Herzmomente

Bei Kindern gibt es ja immer diese Phasen. Am Anfang sind es die Wachstumsphasen, dann kommen die Zähne, dann die Trotzphasen, Autoritätsphasen, anstrengende Phasen und was weiß ich noch für Phasen.

In dieser Zeit ist es für mich immer oft schwierig eine ruhige und ausgelassene Mama zu sein -also so eine Mama zu sein wie ich es mir wünsche. Mini zerrt in dieser Zeit ganz häufig an meinen nerven und zwar gewaltig. Diese Phasen sind anstrengend aber wenn sie erstmal rum sind,  dann redet man nicht mehr über sie und erfreut sich einfach an seinem Kind.

Momentan durchleben wir die Trotz und Autoritätsphase und das schon ziemlich lang. Mini Mann weint also sehr oft, ist stinkig mit mir und häufig unausgeglichen. Ein Grumpy wie er im Buch steht. Wir müssen viel Diskutieren, er weint viel ich schimpfe leider oft. Unausgeglichen ist er dann nicht alleine, sondern ich bin es dann auch irgendwann. Diese Phase hält nun schon etwas länger an – Monate aber gefühlte Jahre. Der Streßpegel wird durch einige andere Situationen noch gesteigert und das „TIEF DURCHATMEN“ fällt mir zugegeben immer schwerer.

Um mir das entspannen etwas einfacher zu machen, habe ich für mich beschlossen ein paar Momente zu sammeln und diese bei Bedarf wieder hoch zu holen. Schöne Momente mit Mini aus denen ich Kraft ziehen kann, an die ich auch später einmal zurück denken möchte und die dadurch nicht vergesehen gehen sollen.

Diesen Momenten witme ich diesen Artikel. Es sind die kleinen Sachen an denen ich mich manchmal hoch ziehen muss, an denen ich mich erfreue und sie dann doch viel zu schnell vergesse. Ich nehme euch nun mit in eine Welt voller kurzgeschichten, voller Herzmomente zwischen Mini Mann und mir.

Zusammen aufstehen/fertig machen

Auch wenn es häufig streßig ist, es gibt diese Tage an denen Mini und ich uns morgens einfach Zeit lassen. Er fordert dann noch mal kuscheln ein, oder wir liegen im Bett und erzählen uns gegenseitig irgendwas. Meistens erzählt Mini mir was ihm gerade im Kopf rum geht. Über Feuerwehr, Raketen oder sonstiges Zeug. Wir liegen im Bett und wenn ich ihn dann anschaue, in dieses wunderschöne kleine Gesicht, dann steht die Zeit kurz still. In diesem Moment fehlen mir manchmal einfach die Worte – so startet der morgen wunderschön. Klingt kitschig oder? Aber das ist es manchmal auch. Morgens noch mal auf der Couch kuscheln, nach dem Duschen noch mal ins Bett legen weil Kuschelbedarf besteht, gemeinsames Frühstück machen – solche Momente die durchaus täglich vorkommen, sind einfach nur schön.

Kuscheln am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen

Morgens Kuscheln ist für Mini eh ein großes Thema. Er fordert das oft ein. So kam ich eines morgens aus der Dusche und er wurde gerade wach. Erst einmal strecken und richtig wach werden – sein erster Satz war dann „Mama kuscheln“. Ich kuschelte mich dann an ihn und erklärte aber schnell, dass ich aufstehen und mich fertig machen müsse. Er entgegnete mir aber nur ein „Mehr kuscheln. Babykatze“. Für ihn ist das Rollenspiel Babykatze und Mamakatze häufig ein Austausch von Körpernähe. Er ist dann die Babykatze und die Mamakatze (also ich) muss auf ihn aufpassen und ihn einkuscheln, wie es die Katzen nun mal gern mit den Babys machen. Damit bekommt er mich einfach, er sagt das so süß und dazu seine Kulleraugen. Gott das hat dann was von dem gestiefelten Kater aus Shrek. Nach einer ausgiebigen Kuschelrunde musste ich mich dann aber wirklich fertig machen.

„Kuscheln macht Kraft“

Eine weitere spezielle Situation gab es ebenfalls an einem Morgen. Mini schlief die ganze Nacht in seinem Bett wurde aber durch meinen Wecker geweckt. Ich hörte wie er aus seinem Bett krabbelte und tapsend zu uns in Schlafzimmer kam. Er stellte sich neben mein Bett und sagte „Mini Mann und Mama wach. Wohnzimmer gehen“. Ich fragte was wir im Wohnzimmer denn sollten und er antwortete mir „Couch kuscheln“. Ok also ab ins Wohnzimmer. Auf der Couch angekommen, kuschelte er sich an meine Brust und sagte „Kuscheln macht Kraft“. In den Worten steckte so viel liebe und Wahrheit drin, es war ein toller Start in den Tag.

Es ist schon hell

Häufig erleben wir schöne Momente am Morgen. Er ist meist noch verschlafen und sucht Nähe. Manchmal gibt es aber auch Momente am Morgen in denen er sich einfach auf den Tag freut. Er schlief bei uns im Bett, die jalousien war unten und es drang nur ein Hauch von Licht durch.

Ein aufregender Tag

Beim abholen aus der Kita war Mini ganz aufgeregt da er scheinbar einen sehr schönen Tag in der Kita hatte. Mit großen Augen erzählte er mir, was er so getan und mit wem er gespielt hatte. Das ganze Gesicht strahlte vor Freude und es war schön ihn so glücklich zu sehen. Beim Umziehen erzählte er mir dann aber traurig, dass an jenem Tag beim Essen nicht das Fisch Lied gesungen wurde und das ihn dies sehr traurig gemacht hatte. Auch das war für mich ein ganz toller Moment, denn Mini Mann vertraute mir seine Gefühle an. Sowohl die Momente die ihn Glücklich gemacht hatten, also auch traurige Momente. Ich hoffe dies hält auch noch Jahre an.

Mama darf nicht arbeiten

Kurz vor unserem Urlaub hatte die Kita einen Schließungstag und mein Mann nahm sich für den Tag frei. Der Urlaub stand quasi schon vor der Tür aber dennoch entschied ich mich arbeiten zu gehen und nicht ebenfalls zuhause zu bleiben. Da mein Mann für den Tag das Auto haben wollte, mussten er und Mini mich zur Arbeit fahren. Mein Mann fragte Mini also „Fahren wir Mama jetzt zur Arbeit?“ und die Antwort von Mini hatte so keiner erwartet: „Nein wir brauchen Mama für den Urlaub“. Er hatte wohl schon bedenken, dass ich weiter arbeiten gehen würde und die zwei Männer ohne mich in Urlaub fahren müssen. Herzallerliebst. Das würde wohl wirklich niemals passieren 😉

Eine Kugel Eis bitte

Es war einer dieser tollen Tage, an denen alles super lief. Ich entschied mich mit Mini einen Spaziergang zur Eisdiele zu machen. Dort angekommen fragte ich denn welches Eis er haben wolle – Erdbeer oder Zitrone? Er war etwas unschlüssig und forderte zwei Kugeln Eis ein. Ich erklärte ihm, dass das noch zu viel sei und er doch meistens eh die eine Kugel gerade so schafft. Er willigte ein nur eine Kugel Eis zu kaufen und entschied sich für Zitrone. Der Verkäufer bekam natürlich unser Gespräch mit und packte zu dem Zitronen Eis eine kleine Portion Erdbeer Eis oben drauf. Als Mini das Eis bekam strahlte er über das ganze Gesicht und war Mega Happy. Manchmal sind es eben die Kleinen Sachen im Leben die einen vor Glück strahlen lassen.

Wer beschützt hier eigentlich wen?

Ich weiß gar nicht mehr genau wie die Situation war und wie es dazu kam, aber wir waren unterwegs als es plötzlich einen lauten Knall gab. In weiter Ferne braute sich ein Gewitter zusammen. Der Knall den wir hörten war ein heftiger Donner und er wirklich so heftig, dass ich fürchterlich zusammen zuckte und mir ein kleines quietschen entglitt. Mini forderte sofort auf den Arm genommen zu werden und ich dachte auch er habe in diesem Moment Angst. Aber das war weit gefehlt, denn Mini kuschelte sich fest an mich und sagte zu mir „Mama ich beschütze dich“.

Sterne ohne Spitzen

Wusstet ihr eigentlich das man in Cape Coral ganz wunderbar in die Sterne schauen kann? Wenn keine Wolke am Himmel ist, dann erkennt man unheimlich viele Sterne. Eines Abends stand ich mit Mini am Pool und schaute nach oben in die Dunkelheit. Er folgte meinem Blick und ich erklärte ihm, dass da oben ganz viele Sterne leuchteten. Er freute sich über den Anblick und erklärte mir daraufhin „Die Sterne haben ja gar keine Spitzen“. Ich schmunzelte und gab ihm recht. Als Eklräung für die fehlenden Spitzen gab ich die weite Entferung zu den Sternen an. Wir schauten noch etwas in den Himmel, bevor es dann ins Bett ging.

Glück und Freude 

Ein ganz normaler Tag wie man meinen könnte, ich machte mich auf den Weg zum Kindergarten und holte Mini ab. Als Mini mich erblickte, rannte er sofort auf mich zu und begrüsste mich mit en Worten „Maaamaaa, jetzt bin ich wieder glücklich“. In jedem Wort spürte und hörte man seine innige Liebe raus.

Feierabend

Aber auch an Tagen an denen nicht ich ihn abholen konnte, sondern mein Mann waren weniger schön. So kam ich an einem Tag von der Arbeit und öffne gerade die Tür als Mini mir strahlend entgegen kommt und ruft „Hallo Mama – wie war Arbeit?“ Es folgte eine feste und innige Umarmung.

Beim schlafen zuschauen

Mini ist ein absoluter Frühaufsteher, selten kommt es mal vor dass er länger als 7 Uhr schläft. Und dann kommt es kommt es einmal vor, dass er wirklich länger als 7 Uhr schläft und mich weckt meine Blase. Da hatte doch Murphy wieder seine Finger im Spiel. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass nach dem entleeren der Blase nicht mehr an schlafen zu denken ist – ich bin wach. Und nun? Gute Frage – zurück ins Bett und etwas positives an der ganzen Sache genießen: Mini beim schlafen zuschauen. So ruhig und entspannt wie er da liegt und dann noch im schlaf meine Hand nimmt- manchmal gibt es doch nichts schöneres.

Wir brauchen ein Baby fürchte ich

Mini erzählt mir gerne mal beim schlafen gehen noch Sachen die ihn beschäftigen. Es kann etwas sein, dass er am Tag erlebt hat, oder auch Geschichten die schon lange her sind. Manchmal sind es auch ganz andere Arten von Sachen wie zum Beispiel, dass er ein neues Bett bräuchte. Sein Bett sei ja schon zu klein für Ihn, ausserdem würde ja bald das Baby in dem Bett schlafen und er brauche daher ein neues. Ein großes mit Rutsche. Das Baby würde natürlich im selben Zimmer wie er schlafen.

Anmerkung: Diese Situation ist schon einige Monde her. Damals war ich noch nicht Schwanger 😉

Du hast nen Freund in mir

Mini und ich liegen im Bett und kuscheln. Es ist Schlafenszeit. Mini kuschelt sich ganz Eng an mich und entspannt sich. Kurz vorm einschlafen wirkt er noch mal hellwach und sagt zu mir „Mama du bist mein bester Freund und du wirst immer mein Freund sein“. Ich hoffe damit hat er recht 🙂

Das wird mir zu laut

Die schönsten Situationen haben Mini und ich häufig beim zu Bett gehen. Er kommt dann noch mal zur Ruhe und redet wirklich fröhlich und frei. Wir kamen auf meinen dicken Bauch zu sprechen und das darin wachsende Baby. Er streichelte meinen Bauch und ich fragte ihn ob er sich auf das Baby freuen würde. Die Antwort fiel anders aus als ich es erwartet habe, denn sie lautete „Nein“. Etwas irritiert fragte ich „Nein? Warum denn nicht?“. Und seine Antwort lautete ganz einfach „Ich glaub das Baby wird mir zu laut.“ – na da hätte ich ja auch von allein drauf kommen können.

Anhand der Zeitspanne der Erinnerungen, könnt ihr einen kleinen Eindruck erhalten wie lang unsere Autoritätsphase schon geht. Das alter von 3,5 Jahren soll sehr anstrengend sein. Was ich übrigens nur bestätigen kann.

Habt ihr auch so Momente an die ihr euch gerne zurück erinnert?

 


Bildquelle: Pixabay.com
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