36. Schwangerschaftswoche

War ruhig hier die letzten Monate, oder was sagt ihr?

Es wird also mal wieder Zeit etwas zu bloggen. Was liegt da näher als über die Schwangerschaft zu schreiben. Das letzte Update war schließlich im Februar.

Von schwanger zu ständig krank

Den Februar habe ich noch recht gut hinter mich gebracht bekommen. Mit der neuen Liste der Lebensmittel die ich nicht vertrage, kam ich ganz gut zu Recht und bekam somit meine Magenprobleme in den Griff. Doch kaum brach der März an änderte sich wieder alles.

Mein Immunsystem scheint in dieser Schwangerschaft nicht besonders gut zu sein, was streng genommen eine Untertreibung ist. Im Januar und Februar hatte ich bereits 2 Grippale Infekte hinter mir. Gefolgt von Lippen-Herpes, was bei mir immer ein Anzeichen von schlechten Immunsystem ist. Der März starte also und mich überraschte eine starke Übelkeit. Die Übelkeit war wieder so stark, dass ich die Arbeit verlassen musste und mich krank nach Hause abmeldete. Der erste Krankheitstag dem viele folgen würden.

Ich wusste nicht ob es an einer neuen „Unverträglichkeit“ eines Lebensmittels lag oder ob es vielleicht doch Magen-Darm auf mich zukommen würde, aber ich hoffte einfach das beste. „Gott sei Dank“ blieb die starke Übelkeit Einmalig und es hieß erneut Lebensmittel auf die „Nicht essen“-Liste zu schreiben.

Neue Woche neues Glück so startete ich erneut auf der Arbeit mit neuer Hoffnung, doch es hielt nicht lang… Es war zum verrückt werden, nun war es eine Entzündung am Finger. Diese wollte einfach nicht abheilen und so saß ich irgendwann 4 Stunden in einem Wartezimmer beim Arzt um mal einen Blick drauf werfen zu lassen. 4 Stunden als Schwangere, mit schlechtem Immunsystem in einem Wartezimmer voller kranke. Genau an diesem Punkt begann eine Odyssee von Arztbesuchen und ständiger Krankheit. Das Büro sollte mich jetzt erstmal eine ganz lange Zeit nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Aber ich kürze das ganze mal ab: Sowohl März als auch April folgte eine Krankmeldung nach der anderen. Entzündeter Finger, kleine Operation am Finger, Erkältung und schlechte Werte beim Frauenarzt. Mich überrollten einige Emotionen, ständig hatte ich irgendwas anderes und ich musste mir eingestehen dass eine Schwangerschaft bei mir scheinbar auch mit Krankheit einhergeht.Wohl eher weniger zur Freude meines Arbeitgebers und meiner Kollegen.

Mini kommt zu kurz

Es war nicht nur das nicht mehr arbeiten gehen und das ständige krank sein, dass mir zu schaffen machte -ich machte mir auch etwas Sorgen um Mini. Von Tag zu Tag entwickelte ich mich zu einer anderen Mutter, zu einer schlechteren wie ich selber empfand. Stimmungsschwankungen und Bewegungsunfähigkeit waren dabei ziemlich starke Faktoren. Ich hatte nicht mehr die ausreichende Geduld für ihr, ich reagierte immer schnell über und war zum Teil auch gar nicht mehr emphatisch für seine Belange.

Er reagierte auf dieses neue Ich seiner Mama mit Trotzanfällen und „unkooperativen“ Verhalten. Wir befanden uns somit in einem Teufelskreis, eine gefühlt Abwärtsspirale. Doch das lag nicht nur an meiner fehlenden Empathie für ihn sondern auch daran, dass mir mit ihm spielen nicht mehr so leicht fiel. Der Bauch und körperliche Beschwerden waren dabei häufig im Weg: Auf dem Boden sitzen und mit Lego spielen? Leider nein, denn keine 2 Minuten auf dem Boden und ich spürte nur noch Schmerz. Ob vom Ischias, von der Symphyse oder vom Steiß ich kann es nicht mal genau sagen. Egal wie sehr ich mich bemühte den Boden für mich bequem zu machen es gelang mir nicht und spätestens das aufstehen war ein echter Kampf für mich. Und das ist leider immer noch so. Als Resultat schleppt Mini nun oft Lego ins Schlafzimmer aufs Bett (oh Freude) oder versucht mit mir am kleinen Couch-Tisch zu spielen, was leider auch nicht unbedingt angenehmer für mich ist.

Auch das war und ist für Mini absolut nicht verständlich. Schließlich habe ich doch bisher immer mit ihm auf dem Boden gesessen, gelesen, gespielt oder auch gekuschelt. Warum ging das denn jetzt nicht mehr? Und warum darf er jetzt nicht mehr auf mir rumklettern wie sonst und überhaupt warum kann ich ihn nicht mehr tragen? Jede Art der Erklärung hielt nur kurz und so drehten wir uns auch da in einem Teufelskreis. Sein Wunsch konnte nicht erfüllt werden, ich erklärte ihm zu X-ten mal warum nicht, er war frustriert ich auch. Ich fühlte und fühle mich auch immer noch wie eine totale Versagerin als Mutter.

Mittlerweile müssen wir auch aufpassen wie wir Mini etwas erklären. Mein Mann musste vor ein paar Wochen ins Krankenhaus. Eine Entzündung im Darm mit anschließendem Hebe Verbot. Also konnten nun weder mein Mann noch ich Mini tragen. Die Erklärung: Bauchweh. Was nicht gelogen war, denn mir zieht es nach 5 Minuten Mini tragen furchtbar im Bauch und mein Mann? Ja dem eben auch. Also Mini dann irgendwann anfing selber davon zu sprechen, dass er Bauchweh hat wurden wir hellhörig. Es stellte sich raus, dass er nichts hatte sondern das er sich uns anpasste. Wenn Mama und Papa Bauchweh haben dann will ich dazu gehören und habe nun auch Bauchweh – so zumindest die Erklärung für mich. Denn der Ausspruch kam willkürlich bei ihm und ohne Anzeichen von Beschwerden. Wir änderten also unsere Taktik und sprachen nicht mehr über unsere schmerzen – oder sagen wir mal so: Wir sprachen weniger darüber.

Endlich Beschwerdefrei oder so in der Art

Der Alltag normalisierte sich gegen Mitte April endlich. Das Wetter wurde besser und die Sonne tat meinem Gemüt gut. Ich gewöhnte mich an mein Schneckentempo und wusste nun wie ich den Weg zur Kita schaffte ohne gleich ein Sauerstoffzelt zu benötigen. Nach langer Krankheit ging es auch bei meinem Mann wieder Berg auf. Ostern verbrachten wir dennoch ganz ruhig ohne großes Tamtam. Mein Magen beruhigte sich wieder und mental fühlte ich mich auch fitter.

Mini wurde auch wieder kooperativer und wir schienen alle auf einem guten Weg zu sein, die letzten Wochen der Schwangerschaft harmonischer hinter uns zu bringen als die letzten Wochen. Natürlich sollte das nicht so bleiben. Die Schmerzen am Ischias nahmen stark zu. Zum Teil hatte ich das Gefühl, dass Bein nicht mehr kontrollieren zu können. Aufstehen war eine Qual, langes sitzen fast nicht möglich. Beim laufen drückte das Baby stark und schmerzend auf den Unterbauch und auch die Symphyse meldete sich wieder „lautstark“.

Das Wetter ging wieder Richtung Herbst und irgendwie begaben wir uns wieder Richtung Teufelskreis. Zuhause fiel uns die Decke auf den Kopf, draussen war auch keine so richtige Option. Lange Spaziergänge waren mit mir nicht drin, lange Spielplatzbesuche auch nicht. Alle Vorsätze und Wünsche wie tolle der Mutterschutz doch werden würde schienen so weit und illusorisch. Ich wollte die exklusive Zeit mit Mini nutzen, mit ihm Picknicken gehen, Ausflüge machen, ins Kino oder was auch immer – Hauptsache die Zeit in der wir noch zu zweit bzw. zu dritt (nach Feierabend vom Mann) sein würden, ganz exklusiv ihm widmen und genießen. Tja aber da war ich nun ein Trauerkloß mit starken Beschwerden der irgendwie nichts richtig machen konnte ausser jammern. MÖPP

Ende April fasste ich mir endlich ein Herz und vereinbarte einen Termin mit meiner Hebamme. Ich erklärte ihr meine Beschwerden, meine Sorgen, meine Ängste und sie hörte zu. Sie hörte im ersten Step einfach nur zu und nach dem ich eine Menge erzählt hatte erzählte sie. Sie gab mir Tipps, nichts belehrendes sondern eher freundschaftliches, sie nahm mir Ängste und sie erzählte von anderen Schwangeren die ähnliches durchmachten und das gab mir etwas Kraft. Ausserdem piekste sie mir noch 3 oder 4 Nadeln in meinen Körper um mal zu schauen ob das bei meinen Schmerzen hilft.

Nach dem Termin lachte die Sonne in meinem Herzen und in meinem Kopf. Es fühlte sich für mich an, als wenn es endlich wieder Berg auf gehen würde. Auch der darauffolgende Termin bei der Frauenärztin führte mich in die richtige Richtung. Was ich damit meine? Na ja meine Mutter ist wieder im Krankenhaus und alles von August/September letzten Jahres wiederholt sich. Ging ich bereits bisher körperlich und mental an meine Grenzen, erschien mir diese Zukunftsaussicht wie reinste Hölle.

Doch der Rat und die Bitte der zwei Damen die mich durch die Schwangerschaft begleiteten bzw. begleiten meine Ärztin und meine Hebamme) war eindeutig: Konzentration auf das Baby und mich. Ruhe wenn ich sie brauche, raus ziehen wenn es nicht mehr geht und die letzten Wochen genießen. Meine Hebamme gab mir dazu noch den Rat meine freie Zeit für die Bindung zwischen dem Baby und mir zu nutzen. Aber über das Gespräch und die Inhalte möchte ich vielleicht irgendwann möglicherweise noch separat bloggen, wenn ich dazu bereit bin.

Im übrigen hat die Akupunktur wirklich etwas geholfen. Ich sollte eigentlich noch zu einem zweiten mal hin, habe es aber leider zeitlich nicht geschafft (saß im Krankenhaus fest). Der Schmerz hat sich nun etwas verändert und ich fühle mich mobiler, zumindest tagsüber. Abends fällt das aufstehen von der Couch allerdings schwerer. Ich hoffe das ich es nochmal zur Akupunktur schaffe und die Schmerzen wieder ein Stückchen besser/anders werden.

Das Baby

So nun habe ich eine Menge geschrieben und doch kein Wort zum Thema Baby verloren oder sagen wir mal ganz wenig. Das ist das erfreulichste an der ganzen Schwangerschaft. Die Ärztin ist durchweg zufrieden. Größe und Gewicht passen, die Entwicklung ist immer zeitgemäß gewesen. Ein klares „Outing“ haben wir in Form zwei Hoden erhalten und freuen uns nun riesig auf einen weiteren Jungen.

Die ersten Outfits sind nun auch gekauft und gewaschen. Der Kinderwagen und das Babybay aufgebaut und warten auf ihren Einsatz. Es scheint aufjedenfall ein sehr aufgewecktes kleines Kind zu werden, denn im Bauch strampelt er schon ziemlich heftig. Er liegt auch schon seit Wochen mit dem Köpfchen nach unten, so wie ich es von Mini schon kenne. Was ich nicht kannte (bisher) sind die schmerzhaften Tritte und schläge… Meine Güte da hat jemand ganz schön Power…

Für den Blog hat das Baby auch schon einen Namen bekommen, denn es kann ja nicht ewig immer nur das „Baby“ sein, nein es ist unser Knopf. So nennen wir ihn, wenn wir mit ihm reden oder „über“ ihn reden. Mein Mann und ich sind also bald stolze Eltern von Mini und Knopf. Klingt ein bisschen nach Meerschweinchenbande aber na gut was soll´s :p

Nun ist endlich Mai und viele warten schon gespannt auf Knopf. Geplant ist die Geburt ja für Juni obwohl mir viele einen Mai Käfer prophezeien, ich bin gespannt denn ich will definitiv wieder einen Juni Käfer – so wie Mini auch einer ist. Ich werde berichten 😉

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