Massage in der Schwangerschaft

Knopf ist nun ein Monat alt und so nach und nach schaffe ich es die Schwangerschaft zu verarbeiten. Die letzten Wochen vor der Geburt gingen mir ganz schön an die Nieren. Sowohl körperlich als auch mental. Eine große Stütze, neben meinem Mann natürlich, war die Hebamme. In einigen Blogartikeln, Tweets und Fotos auf Instagram habe ich das schon angedeutet. Nun möchte ich von einem ganz speziellen Termin berichten: Einer Bauchmassage zur Kontaktaufnahme mit dem Baby.

Esoterik-Alarm

Bevor ich näher darauf eingehe, möchte ich euch „vorwarnen“. Man muss schon für so etwas empfänglich sein und ein Stückweit an Sachen glauben die man nicht greifen kann. Als ich meinem Mann von dem Termin erzählte, fragte er mich ob wir Räucherstäbchen angezündet und was geraucht haben. Für ihn roch das stark nach esoterischem „Blödsinn“. Mein Mann ist für so etwas nicht zu haben, der Mensch der im hier und jetzt mit allem Greifbaren arbeitet und nicht an so etwas* glaubt. Es hatte ein bisschen was von „Geschlecht des Kindes auspendeln“.

Zur Vorgeschichte. Mental gesehen war ich wohl an meinem Tiefpunkt angekommen. Angst vor einer Depression und dem Wochenbett suchte ich meine Hebamme auf. Unser eigentlicher Schwerpunkt lag in der Nachsorge, aber auch während der Schwangerschaft hatte sie immer ein offenes Ohr für mich. Auch dieses mal wieder.

Ich berichtete ihr von meinen Sorgen und führte vor allem die fehlende Bindung zu Baby auf. Die Wochen gingen so schnell vorbei und gerade das Baby kam einfach viel zu kurz. Schließlich war es ja am pflegeleichtesten. Immer im Bauch, immer versorgt – warum sollte ich mich also darum weiter kümmern. Das ist natürlich überspitzt gemeint. Während der Schwangerschaft mit Mini liebte ich es während der Fahrt den Bauch zu streicheln und ihm was vorzusingen. Ich sprach täglich mit ihm im Bauch. Gerade während dem Mutterschutz führte ich lange Monologe mit dem Baby in meinem Bauch.

Dieses mal eben nicht. Natürlich streichelte ich Abends den Bauch oder wenn Knopf wild Party feierte. Hier und da führte ich auch mal ein Gespräch mit ihm, aber verglichen mit Mini war es nur ein Bruchteil an Aufmerksamkeit die er bekam. Das nagte an mir und machte mir auch ein total schlechtes Gewissen. Auch dafür hatte meine Hebamme einen Rat. Sie empfahl mir eine spezielle Bauchmassage bei einer Kollegin.

Streicheleinheiten für Mama und Baby

Diese spezielle Massage dient zum einen zur Entspannung aber zum Anderen soll es zur Kontaktaufnahme mit dem Baby dienen. Die Hebamme ertastet das Baby und versucht seinen Charakter zu erspüren. Dabei werden auch Gewicht und Größe eingeschätzt und manchmal kann auch etwas zum Geburtstermin gesagt werden.

Ich war sofort Feuer und Flamme für diese Idee. Auch wenn ich selber oft zu den Zweiflern gehöre, ich wollte nichts unversucht lassen um auf den letzten Meilen eine Bindung zu meinem Baby aufzubauen. Also nahm ich mir die Kontaktdaten der Kollegin mit und vereinbarte schnellstmöglich einen Termin. Leider musste ich ganze zwei Wochen warten. Aber vorweg, es hatte sich gelohnt.

Endlich kam der Tag der Massage und ich war schon sehr gespannt auf das was mich erwarten würde. Da ich die Hebamme bisher nur von Emails kannte stellten wir uns erst einmal vor. Danach erklärte sie mir, was mich genau erwarten würde. Erst ging es um mich, ein paar Streicheleinheiten für meine verspannte Schulter um dann das Hauptaugenmerk auf den Bauch zu legen. Die Massage erfolgte im Sitzen auf einer Art Sonnenliege. Die Position war äusserst bequem.

Die Massage am Bauch folgt einem bestimmten Muster, die Hebamme konzentriert sich dabei voll auf das Baby und schließt die Augen um alle Sinne auf das Baby zu lenken. Insgesamt war ich eine Stunde in den Händen der Hebamme und genoß diese exklusive Zeit. Das Baby in meinem Bauch war scheinbar ebenfalls von dieser Massage sehr begeistert, denn es bewegte sich Anfangs und war zum Ende relativ entspannt und schläfrig.

Wie das Baby wohl so wird?

Nach der Massage berichtete mir die Hebamme über das im Bauch erfühlte Baby. Sie schätze den Knopf auf ca. 3000 Gramm und etwas mehr als 50 cm. Ihrer Schätzung nach, würde der Knopf um die 3400 Gramm und 53 cm bei der Geburt liegen. Das Baby wirkte gut versorgt und zufrieden. Ab hier wurde es für meinen Mann etwas – ich nenne es mal – absurd. Denn neben dem geschätzten Geburtsgewicht, gab es noch eine Einschätzung des Babycharakters.

Laut Aussagen der Hebamme würde mich ein sehr verschlafenes Baby erwarten – lieber schlafen als Essen. manchmal würde das Baby auch einfach eine Mahlzeit verschlafen. Es wäre also ein sehr ruhiges und ausgeglichenes Baby. Dafür würde sich dann in der Trotzphase ein kleiner Sturkopf präsentieren. Das mit dem Verschlafen waren ja ganz nette Nachrichten, aber ein Sturkopf in der Trotzphase? So einen hab ich doch schon Zuhause und einen riesigen Spaß dran. Ja ich weiß gehört dazu, na mal abwarten und Schnaps trinken. Die Hebamme versuchte auch den Geburtstermin einzugrenzen, aber das stellte sich bei Knopf als nicht so einfache Aufgabe raus. Es seien Anzeichen da, dass der Knopf 2-3 Tage vor ET auf die Welt kommen würde, aber aufgrund des verschlafenen Wesens sei das nicht ganz so sicher. Knopf sei sich auch selber noch nicht so sicher ob er überhaupt früher kommen möchte, er sei so entspannt dass man es einfach abwarten müsste.

So also; es sollte wohl vielleicht doch ein Mai und kein Juni Kind werden. Völlig entspannt trat ich meinen Weg nach Hause an und hing mit meinen Gedanken noch etwas der Massage nach. Knopf sollte also auch – wie sein Bruder – ein recht zierliches Baby sein, verschlafen mit viel Temperament wenn er lernt, dass er auch einen eigenen Willen hat. Dem Baby ging es in meinem Bauch aber gut, es sei versorgt und zufrieden.

Dran glauben oder eben nicht

Es war eine schöne Erfahrung und auch wenn ich es für nicht greifbar halte, was genau die Hebamme da gemacht hat, es war gab mir ein gutes Gefühl. Es war jetzt nicht nur einfach das Baby, nicht nur einfach ein Ultraschall Bild, oder wildes Gestrampel im Bauch – ich konnte mir nun mehr unter dem Baby vorstellen. Der Bindung zwischen Knopf und mir tat diese eine Stunde gut. Wir holten einiges in dieser Zeit nach, was in einer normalen Schwangerschaft passiert.

Mutter und Kind starten von Anfang an eine Bindung. Meist redet man als Mutter mit dem Baby und kann Reaktionen vom Baby im Bauch deuten und lernt so das Kind kennen. Mir fehlte das in dieser Schwangerschaft einfach, es kam zu kurz. Ich war schwanger, ich wusste dass ein Baby in mir heran wächst, ich spürte es und streichelte auch gelegentlich meinen Bauch aber ich gönnte uns keine richtige Zeit.

Jetzt wo der Knopf neben mir liegt und nicht mehr in meinem Bauch ist, vermisse ich es sehr. Ich vermisse den Babybauch und das strampeln darin. Ich würde gerne die letzten zwei Schwangerschaftsmonate nochmal durchleben, trotz der vielen Beschwerden. Aber bitte ohne den ständigen Streß und die Krankheiten.

Diese besondere Art der Massage tat mir sehr gut, sie gab mir ein bisschen verpasste Zeit zurück, wenn auch nur minimal. Ich würde es immer wieder machen, davon abgesehen ob ich an alles glaube was die Hebamme mir über mein Baby erzählte. Wobei sie bei vielen gar nicht so daneben lag. Knopf kam im Mai (wenn auch ungewollt), er wirkte sehr sehr zierlich und wo 3300 Gramm bei 52 cm. Die ersten Wochen schlief er sehr viel und würde sein Bauch nicht ständig weh tun, würde er auch jetzt eher zu den schlafenden Babys gehören. In vielen Sachen ist er viel entspannter und eher ruhiger vom Typ her.

Ich bin sehr gespannt wie es sich weiter entwickelt und vor allem bin ich sehr auf die Trotzphase gespannt. Kennt ihr Hebammen die ebenfalls solche Massagen anbieten? Habt ihr vielleicht selber schon mal so eine Massage genossen? Dann berichtet doch mal wie es so bei euch war.

 

 

 

 

 

*ich habe lange überlegt welchen Begriff ich für diese Sache nutzen kann. Übersinnliches? Esoterisches? Sensibles Gespür? Was auch immer es ist, ich kann es einfach nicht beim Namen nennen.

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