„Entthronung“ oder „Bitte noch ein bisschen mehr Mama“

Bereits in der Schwangerschaft kamen immer wieder Zweifel in mir auf, ob ein zweites Kind wirklich so eine „gute Idee“ war. Auslöser für diese Frage war eine in mir sitzende Angst. Die Angst ob ich es wirklich schaffen würde eine gute Mutter für zwei Kinder zu sein. Aber auch die Angst um den Verlust der engen Bindung zu Mini. Und wo wir gerade bei Mini sind, wie würde er das ganze verkraften? Schließlich würde er nun nicht mehr die volle Aufmerksamkeit bekommen und dann ist da ja noch meine Mutter. Die ist zwar im Pflegeheim aber auch da will sie ab und zu mal besucht werden und das kostet auch Zeit, Kraft und Energie. Ach ja und da war ja noch ich, mein Körper, meine Seele und mein Geist die ab und zu auch mal Bedürfnisse haben.

Viele Fragen, viele Ängste die alle eigentlich alle auf das eine abzielten: Versagen. Versagen als Mutter, versagen als Ehefrau, versagen als Tochter und dabei trotzdem zu verbrennen. Quasi Burn Out ohne gutes Ergebnis erzielt zu haben. Woher diese Ängste kamen, keine Ahnung. Vielleicht sind sie auch ein Stückweit normal, aber sie waren ein blödes Gefühl und ein ständiger Wegbegleiter.

Die erste Zeit zu viert

Ich habe es ja in mehreren Blogbeiträgen schon immer wieder erwähnt, ich hatte Angst vor dem Wochenbett. Das große und schwere Wort „Wochenbettdepression“ geisterte mir immer wieder im Kopf rum. Eine weitere Angst gesellte sich also zu den bereits vorhandenen Ängsten und so war es vielleicht gar nicht verwunderlich, dass ich noch gar nicht bereit für die Geburt war als ich eingeleitet wurde (wenn du meinen Geburtsbericht noch nicht kennst, diesen findest du hier). Wenn ich aber ehrlich zu mir selbst bin, so wäre ich wahrscheinlich 2 Wochen später auch noch nicht bereit.

Nun war Knopf auf der Welt und… Ja, und was genau passierte? Erstmal nichts. Die ersten zwei Wochen klappte alles spielend. Knopf schlief viel, ich konnte mich gut ausruhen und Mini hatte große Freude an seinem Bruder. Es schien als wären alle Sorgen umsonst gewesen. Doch leider sollte es so nicht bleiben. Umso älter Knopf wurde, umso mehr Zeit forderte auch er für sich ein. Es gab Tage da hätte er 24/7 an der Brust genuckelt, wenn ich aufgrund Verpflichtungen nicht aus dem Haus gemusst hätte.

Eine Verpflichtung war dabei natürlich Mini und der tägliche Besuch in der Kita. Generell war es Mini den ich als wichtigste Verpflichtung einstufte um Knopf mal warten zu lassen, aber ich versuchte beides unter einen Hut zu bekommen. Wenn Knopf weinte versuchte ich ihn zu beruhigen aber dennoch darauf zu achten, was Mini mir versuchte zu erzählen oder zu zeigen.

Dennoch Mini musste zurück stecken, das fing sogar schon beim abgeben in der Kita an. Das morgendliche Abgeben und Abholen in der Kita war grausam. Alle Kinder rannten sofort auf den Kinderwagen zu wenn ich kam und Knopf brüllte meist wie am Spieß wenn ich die Kita verließ. Häufig begann das weinen schon beim Betreten der Kita. Ein ruhiges verabschieden war dann nicht mehr möglich und wollte Mini mir noch was zeigen so musste das schnell gehen, so war er das nicht gewöhnt. Normalerweise lasse ich mir sehr viel Zeit beim abgeben und beim Abholen.Knopf hat sich zwar mittlerweile an die Kita gewöhnt und die Kinder stürmen nicht mehr so auf uns zu, aber dennoch versuche ich den Aufenthalt dort eher kurz zu halten.

Aber auch Zuhause geriet einiges aus den Fugen. Gemeinsames Essen gelang uns meistens nicht, die Schlafenszeiten der beiden Jungs überschnitten sich und ich schaffte es nicht mehr beide ins Bett zu bringen. Natürlich zog Mini dabei hier den kürzeren. Wobei kürzeren etwas gemein gegenüber meinem Mann klingt, denn dieser brachte dann Mini ins Bett. Doch Mini zog mit und lies sich ohne weiteres von meinem ihm ins Bett bringen. Auch in der Hol/Bring Situation im Kindergarten zog er mit und verabschiedete sich so schnell wie möglich. Weitere Situationen in denen ich nicht für ihn da sein konnte weil ich gerade stillen, wickeln, beruhigen oder massieren musste akzeptierte er ebenfalls und kommentierte diese nur mit einem langgezogenen „Okayyy“.

Aber irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass etwas Traurigkeit bei ihm mitschwang. Zusätzlich nahmen seine Trotzanfälle/weinerlichen Phasen zu und seine Kooperationsbereitschaft nahm ab. Hatten wir Besuch, so buhlte Mini fürchterlich um Aufmerksamkeit. Er packte sämtliches Spielzeug aus und versuchte den Besuch ganz für sich zu gewinnen und redete, redete und redete… Übrigens kaute er nicht nur unserem Besuch ein Ohr ab, auch anderen Eltern auf dem Spielplatz.

Dennoch war es nicht so, dass ich Knopf immer 100% umsorgte. Auch er musste mal warten und weinen. Wenn ich mit Mini beschäftigt war oder dieser getröstet werden musste, dann kam auch mal Knopf zu kurz. Das führte dazu das ich einfach mit der ganzen Situation unzufrieden war. Knopf musste für meinen Geschmack zu oft weinen, Mini erhielt zu wenig Aufmerksamkeit und von meinem Mann oder mir möchte ich gar nicht anfangen. Meine Mutter ließ ich dabei fast komplett hinten runterfallen. Ich beschloss für mich, dass Besuche alle zwei Wochen und Anrufe reichen mussten. Mehr schaffte ich einfach nicht ohne mich dabei komplett kaputt zu machen. Dazu muss ich allerdings anmerken, dass Mini nicht mehr mit ins Pflegeheim möchte und Knopf absolut ungern Auto fährt. Eine Anreise mit Bus kommt einer Odyssee gleich.

Alltag

In den ersten Wochen zu viert sagte ich mir immer, dass es sich noch einspielen muss und wir uns als Familie noch finden müssen.  „Wir müssen uns noch als Familie finden, die Abläufe neu definieren usw.“ wurden Standardsätze zu Freunden, Familie und zu mir selber. Aber die Tage gingen ins Land und ich fühlte keine Besserung. Mein Mann sah das ganz anders, er lobte mich und fand es toll wie ich das meistern würde. So unterschiedlich können da die Wahrnehmungen sein.

Der Alltag kehrte ein und ich kämpfte mich immer noch durch die Mühlen der vielen Bedürfnisse von zwei Kindern. Ich versuchte Mini Exklusivzeit einzuräumen und mich nicht vom weinenden Knopf streßen zu lassen. Wenn ich mal ausflippte, dann entschuldigte ich mich bei Mini und erklärte ihm die Situation im ruhigen. Ich arbeitete wirklich an mir und meinen Nerven aber das schlechte Gefühl wollte nicht weg gehen.

Als dann die Kita noch um ein Gespräch unter vier Augen bat, ratterte mein Hirn pausenlos. Ich überlegte was wohl Gesprächsthema sein könnte und äußerte meinem Mann gegenüber meine Sorge. Die Sorge, dass Mini sich anders verhält und zwar besorgniserregend anders. Drei Nächte musste ich überstehen bis das Gespräch stattfand und dann traute ich mich noch nicht mal hin – weswegen mein Mann hin ging. Er rief mich direkt danach an und es war wie ich befürchtet hatte, mein persönlicher Worst Case:“Mini ist seit der Geburt von Knopf auffällig“.

Zack dieser Satz war wie eine Bombe. Ich war gerade mit Knopf auf dem Weg zu einer Freundin zum Frühstück (quasi etwas Me-Time). Auf einer Bank holte ich erst einmal Luft und lies mir von meinem Mann alles erzählen, während mir kleine Tränchen vom Auge über die Wange liefen und Knopf quengelte.

Das Gespräch

Seit Knopf auf der Welt sei, würde Mini immer mehr um Aufmerksamkeit buhlen. Ausserdem wäre er oft weinerlich, würde zu den Erzieherinnen gehen und um Kuscheleinheiten bitten. Er würde aber auch öfters weinen und nach mir rufen bzw. sagen „Ich will zu meiner Mama“. Das allein brach mir schon das Herz. Es traf genau meinen schmerzenden Nerv, meine Ängste. Es schien alle Befürchtungen zu bestätigen. Verdammt.

Natürlich fragte die Erzieherin auch wie es denn so Zuhause laufen würde und mein Mann antwortete natürlich Wahrheitsgemäß. Sprich, dass wir nicht viele Änderungen festgestellt haben und das Mini ein toller großer Bruder sei. Das er Knopf oft küsst und streichelt und eigentlich keinerlei Eifersucht zu erkennen sei.

Die Erzieherin bat meinen Mann darum, dass wir doch versuchen sollten das Mini und ich mehr Zeit miteinander verbringen könnten und er erklärte ihr wiederum, dass das nicht so einfach möglich sei. Ein Baby das alle 1-2 Stunden gestillt werden möchte, bietet nicht viel Zeitraum für Exklusivzeit. Sie gab also als letzten Tipp eine Flasche mit Tee einzuführen, damit mein Mann Knopf „füttern“ kann während ich Mini versorge. Diesen Tipp werden wir aber definitiv nicht umsetzen um mal zu Spoilern.

Die erhaltenen Informationen zogen mir erstmal den Boden unter den Füßen weg und meine Gefühle fuhren Achterbahn. Ich fand es doof, dass um ein Gespräch gebeten wurde. Mich nervte es, dass nicht vorher mal kurze Info über „Auffälligkeit“ erfolgte und den Tipp mit der Flasche den kann sie sich getrost sowieso sparen. In erster Linie war ich also genervt von der Kita und dem Gespräch, aber auch zeitgleich ziemlich traurig darüber das meine Befürchtung bestätigt wurde. Ein Mix aus verschiedenen Emotionen.

Mein Mann vereinbarte mit der Erzieherin, dass weitere Auffälligkeiten sofort mitgeteilt werden und sollten wir nichts mehr hören, dann gibt es Ende diesen Jahres/Anfang nächsten Jahres dazu noch mal ein Gespräch. Einfach um ein Feedback zu erhalten wie es so gelaufen ist.

Tja, und nun? 

In meiner ersten Emotion raus habe ich einen Tweet abgesetzt.

Es war eine Mischung aus Emotionen raus lassen und auf Hilfe/Rat hoffen. Hilfe und Ratschläge wie ich es besser machen kann. Es folgte eine Menge Zuspruch, was mir in diesem Moment einfach gut tat. Mütter die das selbe durchgemacht haben, bei denen es nach einigen Monaten wieder besser lief. Aussagen wie kompetent es eigentlich sei, dass Mini auf seine nicht erfüllten (Grund-)Bedürfnisse aufmerksam machte und das es eben völlig normal sei. Wir sind also noch in der Findungsphase.

Mir machte es dennoch Kopfzerbrechen. Wie sollte ich es schaffen, Mini wieder etwas mehr Exklusivzeit zu geben ohne dabei selber durchzudrehen oder den Knopf zu vernachlässigen. Ich war froh, dass ich nach dem Telefonat mit meinem Mann nicht allein war und mich mit einer anderen Mama traf. Auch ihr erzählte ich von dem Gespräch und tauschte mich mit ihr aus. Auch sie ist vor kurzem zum zweiten Mal Mutter geworden und ihr erstes Kind ist nur wenige Monate jünger als Mini. Sprich: die Ausgangssituation ist ähnlich und ihr Verständnis daher garantiert.

Auf dem Heimweg war meine Traurigkeit verflogen und ich hatte wieder neuen Mut und neue Energie an die Sache ran zu gehen. Ich muss auch sagen, dass jetzt mit etwas Abstand meine Meinung über das Gespräch in der Kita anders aussieht. Es ist gut, dass die Kita uns informiert hat und es war auch gut das sie erstmal gewartet hat. Es gibt bestimmt oft genug Fälle bei denen es sich nach paar Wochen einspielt. Sie haben der Sache also erst einmal Spielraum gelassen, da es ganz natürlich ist. Dennoch haben sie nicht zu lange gewartet um uns darüber zu informieren, dass da eben doch was anders ist als sonst. Nun wissen wir es, aber was nun?

Tja, was nun? Die Frage hat mich viele Abende beschäftigt wenn beide Kinder im Bett waren.

Nachts ist natürlich absolut keine alternative. Wir alle brauchen schließlich unseren Schlaf. Ich analysierte in meinem Kopf die letzten Tage, ich fragte mich was Mini wohl am meisten belasten und vor allem fehlen würde. Kuscheleinheiten bekam er immer wenn er sie einforderte und auch manchmal einfach so von mir. Da, so war ich mir sicher, würde nichts fehlen. Das Spielen auf dem Boden mit ihm kam bereits in der Schwangerschaft zu kurz, dass kompensierten wir mit lesen oder quatsch machen. Also schloss ich auch das aus. Was sich definitiv gravierend geändert hatte, war das zu Bett gehen und meine Geduld.

Meine Nerven hielten nicht mehr so viel Belastung wie vorher aus, also wurde schneller geschimpft. Vor allem wurde aber wegen Sachen geschimpft, die vorher nicht mal angemahnt wurden. Ein Beispiel ist da die Lautstärke. Mini war noch nie das leiseste Kind, aber es war ok. Es störte niemanden im Haus und für uns war es auch in Ordnung. Jetzt ist da aber ein Baby, welches versucht einzuschlafen und Mini weckt es durch seine Lautstärke immer und immer wieder auf. „Mini bitte nicht so laut“ wurde also schnell ein Standardsatz der keinen Erfolg brachte. Irgendwann wurde also mit ihm geschimpft, was übrigens auch keinen Erfolg brachte. Ich beschloss also für mich das Schimpfen wieder zu reduzieren.

Ein weiterer Punkt war das Einschlafen am Abend. Bisher brachte ich Mini zu 95% ins Bett. Er ließ sich nur aus triftigen Grund von meinem Mann ins Bett bringen und das auch nicht unbedingt freudestrahlend. Jetzt mit Knopf und den überschneidenden Schlafenszeiten brachte mein Mann ihn zu 75% ins Bett. Das würde ich auch versuchen zu ändern. Allerdings sind hier die Möglichkeiten etwas begrenzt. Mini schläft nicht mehr bei uns im Bett, sondern in seinem Bett. Ein Lösungsansatz wäre natürlich Knopf einfach mit in Minis Zimmer zu nehmen und anschließend rüber zu tragen, aber das wollte ich nicht. Warum? Ganz einfach: Über den ganzen Tag bleibt keine Zeit für reine Mini Zeit, seine Exklusivzeit war immer die Einschlafbegleitung und das sollte auch so bleiben. Egal ob Exklusivzeit von Papa oder Mama, Hauptsache Exklusiv. Dennoch musste es ja irgendwie zu schaffen sein, dass Mini wieder öfters von mir ins Bett gebracht werden würde. Dann muss er eben länger wach bleiben oder so.

Umsetzung

Das waren also erstmal meine zwei Ansätze:

  • weniger Schimpfen
  • häufiger ins Bett bringen

Mit diesen zwei Ansätzen arbeite ich nun seit knapp einer Woche und es gesellten sich nach ein paar Tagen noch „mehr auf seine Worte hören um die Bedürfnisse zu erkennen“ und „Wünsche so gut es geht erfüllen“ dazu. Für mich bedeutet das schon einen höheren Kraftaufwand und es ist auch nicht einfach umzusetzen. An manchen Tagen klappt es ganz gut und an manchen überhaupt nicht, aber für die paar Tage bin ich ganz zufrieden.

Ja ich bin wirklich mit mir zufrieden, meistens zumindest. Ob bei Mini eine Besserung eingetreten ist lässt sich allerdings schwer sagen. Auffällig war er schließlich nur im Kindergarten. Allerdings ist mir auch eine kleine Änderung aufgefallen und zwar bei der Einschlafbegleitung. Normalerweise dauert diese so 10-30 Minuten, doch vor ca. drei Wochen nahm es wieder extreme Ausmaße an. 30 Minuten waren die Regel, manchmal dauerte es sogar 1,5 Stunden. Das war ich von Mini absolut nicht mehr gewöhnt. Rückblickend war das vielleicht seine Art Zeit mit mir aufzuholen. Seit einer Woche dauert die Einschlafbegleitung wieder 10 bis 20 Minuten. Für mich also das erste positive Zeichen.

Diese Woche wollte Mini auch an zwei Tagen absolut nicht in die Kita und ich erfüllte ihm diesen Wunsch. Obwohl ich beim ersten Tag echt „Angst“ davor hatte. Mit zwei Kindern allein den Tag bewältigen und dabei weniger schimpfen und ruhiger bleiben PUUHHH… Aber es klappte erstaunlich gut. Mini war total ausgeglichen und sagte mir beim zu Bett gehen, wie schön er den Tag doch fand. Auch der zweite Tag zuhause klappte ziemlich gut, zwar nicht so gut wie der erste aber das schiebe ich auf meine starke Übermüdung.

Ich bin sehr gespannt ob meine Lösungsansätze die richtigen sind und ob sich diese auch konstant umsetzen lassen. In einer Woche beginnen bei uns die Kita-Ferien und Mini ist dann für drei Wochen zuhause. Zwei dieser Wochen werden wir zu viert zuhause verbringen, die dritte und letzte Woche bin ich dann mit beiden Kindern allein. Spannende Zeit die da auf uns wartet und ich werde euch berichten wie es lief.

Habt ihr denn ähnliche Erfahrungen gemacht? Gab es bei euch eine Entthronungsphase und wie habt ihr diese gemeistert? Erzählt doch mal.

 

 

 


Verwendetes Foto von Pixabay

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6 Einträge zu „„Entthronung“ oder „Bitte noch ein bisschen mehr Mama“

  • Puh, ganz aktuell einer meiner neusten Beiträge: http://www.2kindchaos.com/mama/mein-herz-blutet-wenn-ich-die-entthronung-meiner-grossen-tochter-denke

    Bei uns ist es ja nun eine Zeit lang rum und ich kann drauf zurück blicken und sagen, was ich „falsch“ gemacht habe… wobei, man kann auch nicht mehr als es versuchen und das Beste daraus zu machen. Du kämpfst und gibst alles. Manche Dinge müssen sich eben erst einfinden. Und wie auf Twitter schon gesagt: schade, dass die Erzieher das nicht als ihre Aufgabe begreifen, dich / euch zu unterstützen. Denn sie könnten jetzt sehr viel kompensieren.

    Liebe Grüße, Frida

    Gefällt 1 Person

    • Dein Artikel spricht mir in vielen Punkten aus der Seele. Es ist so schade, dass die Beziehung zu peanut so gelitten hat. Es ist so schade, dass ein so freudiges Ereignis wie eine Geburt, so negative Seiten mit sich zieht.

      Ich denke beim Kindergarten ist nicht mal den Erzieherinnen allein die Schuld zu geben. Mini ist sehr sensibel und wenn er dann noch so um Aufmerksamkeit bittet, dann ist das schon sehr zeitintensiv. Bei uns sind 22 Kindern auf 2 Erzieherinnen – mal mehr und mal weniger – da fällt so ein zeitintensives Kind „hinten runter“. Zumindest auf Dauer. Wo wir beim alt bekannten Thema „das System ist schuld“ sind. Ich hoffe, dass wir alle gemeinsam Mini Auffangen können ✊🏼

      Liebe Grüße
      Mutterstiefchen

      Gefällt mir

  • Ja die Geburt eines Geschwisterlichen ist nicht immer nur toll. Plötzlich nicht mehr absoluter Mittelpunkt zu sein, dies ist die erste große Herausforderung im Leben eines Kindes. Und Du verhältst Dich total richtig, versuchst viel auf das große Kind einzugehen und möglichst viel Zeit mit ihm zu verbringen.
    Letztlich musst Du Dich damit abfinden, dass Du momentan nicht beiden Kindern zu 100% gerecht werden kannst. Das geht nicht. Einer wird immer etwas kürzer kommen, als der Andere. Und ich weiß aus eigener Erfahrungen wie schlimm sich das anfühlt.
    Aber, Du bist Dir dessen bewußt und versuchst daran etwas zu ändern bzw. kannst anhand dessen die Situationen besser verstehen und bewerkstelligen.
    Das die Kita um ein Gespräch gebeten hat, finde ich sehr gut und emphatisch. Für ein Tür-und-Angel-Gespräch ist das Thema viel zu sensibel, finde ich. Ich hätte hierzu auch eher die Eltern zu einem Gespräch eingeladen (ich bin auch Erzieherin). Gut, den Tipp mit dem Tee kann man sich schenken, aber der Wille zählt hier. Dein Großer ist in seiner Kita so verwurzelt, dass er dort seine Ängste und Schmerzen mit den Erziehern teilen kann, das finde ich schön. Zeugt es doch von viel Vertrauen und Wohlfühlen. Und Kuscheln geht immer.
    Es ist toll, wie Du Dich selbst reflektierst und Veränderungen anstrebst, damit es allen besser geht. Versuch trotzdem, Dir jegliche Hilfe zu holen. Vielleicht kann Dein Mann mit dem gerade gestillten Kind spazieren gehen und Du kannst mit dem Großen was schönes machen? Vielleicht kann eine der Erzieherinnen das Baby kurz nehmen, damit Du die Verabschiedung schöner gestalten kannst? Wir machen das zumindest immer gern, dass wir uns kurz mit dem Baby beschäftigen, damit das große Geschwisterkind in Ruhe ankommen kann/ abgeholt werden kann.
    Und, die Zeit arbeitet für Dich. Es wird besser, alles spielt sich mehr ein.
    Ich drücke dir die Daumen, dass sich Dein Großer mit der Situation besser stellt und das Du eine Möglichkeit findest, ihm die Nähe und Geborgenheit zu geben, die er jetzt gerade braucht.
    LG Anneke

    Gefällt 2 Personen

    • Liebe Anneke,
      Danke für deine lieben Worte! Sie lesen sich großartig für mich!
      Ja wie geschrieben, das Gespräch traf einen Nerv und anstatt das ganze nüchtern und realistisch zu betrachten war ich einfach unfair und emotional… mittlerweile bin ich der kita für das Gespräch dankbar und ich denke sie streben auch nur das beste an. Das Mini sich ihnen gegenüber öffnet ist wirklich ein gutes Zeichen, welches ich erst mal gar nicht sehen wollte.

      Knopf ist leider häufig im tragetuch, abnehmen daher nicht möglich. Wenn er im Kinderwagen ist, stelle ich ihn meist im Flur ab und gehe allein mit Mini in die Gruppe. Knuddeln ist aber immer Pflicht.

      Jetzt steht die letzte Woche kita an, bevor es in die Ferien geht. Dort hoffe ich auf viel Zeit als Familie. Mal alle gemeinsam, mal Mini und ich allein. Danach wird es wieder ein paar Tage brauchen bis wir unseren Rhythmus gefunden haben.

      Liebe Grüße

      Mutterstiefchen

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  • Ich kenne diese Situation nicht weil wir kein 2. Kind haben, aber eine Frage hätte ich: Du meintest das Du Mini gerne öfters ins Bett bringen würdest, ohne Knopf. Kann Dein Mann den Knopf in der Zeit nicht nehmen? Denn Mini länger wach zu lassen halte ich für keine gute Idee, weil er muss ja morgens in die KiTa. Dann lieber Knopf länger wach lassen, bzw. zum Papa, denn er hat ja noch keine Verpflichtungen. Liebe Grüße, Nicole.

    Gefällt 1 Person

    • Huhu – klar wenn Knopf wach und ruhig ist, dann lasse ich diesen beim Papa. Problematisch wird es wenn er unruhig ist oder wird, dann braucht er mich. Sprich es kann also sein, dass ich mitten in der einschlafenbegleitung raus muss. Beruhigen vom Knopf durch meinen Mann klappt leider noch nicht wirklich…

      Daher versuche erst Knopf ins Bett zu bringen und dann Mini. Wenn Knopf aber lange zum einschlafen braucht kommt der Zeitplan da schon mal durcheinander 😕

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