Drei Monate Knopf

Lieber Knopf,

drei Monate bist du nun bei uns. Ich kann es noch gar nicht glauben, dass es wirklich so viele Tage und Nächte sind. Manchmal fühle ich mich beraubt, beraubt der letzten Schwangerschaftswochen. Beraubt dir die Möglichkeit zu geben, alleine zu entscheiden wann du geboren wirst. Aber dann schaue ich dich an, dein Gesicht fängt an zu strahlen und ich weiß, dass es eigentlich egal ist. Wichtig ist nur, dass du nun bei uns bist und unser Leben bereicherst.

Die Geburt ist noch gar nicht so lange her und trotzdem verblassen schon so langsam die ersten Erinnerungen daran. Die Schmerzen die ich erlitt sind nicht mehr präsent, der ganze Umstand, die Sorgen alles ist wie vergessen. Aber ich erinnere mich noch wie ich dich auf mir liegen hatte. Ich war so verwundert über dein vieles dunkles Haar und deine zarte Stimme. Du hast vergleichsweise leise geschrien aber deutlich vernehmbar und wolltest dich auch erst einmal nicht beruhigen lassen. Es war als wolltest du von der ersten Sekunde an zeigen, dass du anders bist als dein Bruder.

Es war vielleicht nicht sonderlich nett dich mit den Worten „Du hast mir gerade ganz schön weh getan“ zu begrüßen aber die Schmerzen während deiner Geburt waren echt ziemlich heftig. Doch jede einzelne Wehe, jeder Schmerz war es Wert. Das Ergebnis für die harte Arbeit war auf jeder Weise perfekt. Nach deiner Geburt konnten wir es kaum erwarten dich endlich nach Hause zu bringen und dich deinem Bruder vorzustellen. Also Pakten wir so schnell wie möglich alles zusammen und ließen das Krankenhaus hinter uns. Dein Bruder hielt erst einmal etwas Abstand von dir und war sehr zurückhaltend, aber bereits nach ein paar Minuten zu viert legte er alle Berührungsängste ab. Mittlerweile will er dich sogar alleine aus- und anziehen. Was auch mit ein bisschen Hilfe sehr gut klappt.

Anfangs warst du noch ein sehr verschlafenes Baby. Ich konnte dich ohne Probleme ablegen und du bist einfach eingeschlafen. Am liebsten mochtest du es allerdings nur mit Windeln bekleidet in meiner Kuscheldecke eingewickelt auf der Couch zu schlafen. In der Decke konntest du stunden schlafen ohne nur ein Mucks von dir zu geben. Ich fand das total verblüffend und war anfangs sogar ein bisschen traurig darüber, dass du nicht mehr „Mama“ gebraucht hast. Auf so vielen ebenen ist das doof gewesen, denn auch das sollte sich natürlich gravierend ändern.

Kaum warst du richtig in der Welt angekommen, warst auch du ein nähe suchendes Baby. Das Tragetuch mochtest du dennoch nicht von Anfang an, was mich schockierte und mir das Leben ein bisschen erschwerte. Aber auch das hat sich mittlerweile geändert, du akzeptierst es und schläfst sogar darin ein. Doch um dich zu beruhigen ist am besten auf Mamas Arm und dazu das Lied „Bist du Müde kleine Maus“. Wenn das nicht hilft, dann hilft die Flieger Position – zu lasten meines Rückens. Was ich schon an schmerzen und Verspannungen im Rücken von dieser Trageposition habe glaubt einem auch keiner.

Wie auch dein Bruder bist du einfach kein Autofahrer-Kind. Du kannst den Maxi Cosi einfach nicht leiden und schreist oft in diesem. Autofahrten allein, also nur du und ich, vermeide ich so gut es geht. Als Konsequenz darf dein Bruder mittlerweile vorne sitzen, damit ich immer bei dir hinten sitzen kann (wenn ich nicht fahren muss). Es bricht mir jedes Mal das Herz dich so weinen zu sehen und ich gebe mir alle Mühe dich zu beruhigen. Anfangs half noch stillen, entweder bei einer kurzen Pause oder eben während der Fahrt. Aber umso älter du wurdest um so schwieriger war es dich während der Fahrt zu beruhigen. Oft braucht es eine Pause, auf dem Arm beruhigst du dich dann und schläfst dann bei der Weiterfahrt ein.

Auch du bist ein vollgestilltes Baby, allerdings kommen immer häufiger Situationen vor in denen du die Brust verweigerst. Es ist nicht das Allheilmittel in jeder Situation wie ich es bisher gewohnt war. Dafür tragen und singen, zumindest meistens. Ich glaube du bist mir schon jetzt öfter auf dem Arm eingeschlafen, als dein Bruder in den ersten zwei Lebensjahren. Ihr seid einfach sehr unterschiedlich, aber jeder auf seine Weise ein ganz tolles Kind.

Ich würde dich als ein fröhliches Baby bezeichnen, denn du strahlst sehr oft über das ganze Gesicht. Manchmal wenn wir beide im Bett liegen und du an meiner Brust nuckelst, schaust du mich mit einem Blick voll Liebe an und lächelst. Eins der süßesten lächeln der Welt und das mit Brust im Mund, ein herrliches Bild. Aber Lächeln ist nicht das einzige was du während dem stillen machst. Manchmal brabbelst du auch richtige Geschichten in die Brust. Es ist einfach so niedlich, es bringt mich jedes mal zum Lächeln. Es ist einer deiner Eigenschaften die ich am meisten an dir liebe.

Aber da gibt es noch einige andere. Zum Beispiel formst du mit deinen Lippen immer ein O wenn dich irgendwas total interessiert. In letzter Zeit ist dein O Mund dann auch mit herrlich viel Sabber dekoriert. Man kannst du sabbern. Aber auch die Geräusche die du von dir gibst sind herrlich. Glucksen, wiehern, blöken ich glaub wir hatten schon fast jedes Tier aus dem Streichelzoo. Manchmal klingst du aber auch wie ein kleines Äffchen. Egal welches Geräusch du gerade von dir gibst du scheinst es aufjedenfall zu lieben diese zu produzieren. Schon jetzt erzählst du an manchen Tagen richtige Romane, oh man was mich da wohl erwartet?

Wie wohl jedes Baby hast auch du mit den Schüben zu kämpfen. Das Brust verweigern macht mir in solchen Zeiten sehr zu schaffen, da ich im Moment mit meiner Erschöpfung zu kämpfen habe. Dich dann stetig und ständig zu tragen ist ein riesiger Kraftaufwand den ich nicht immer bewerkstelligen kann. Zum Glück lässt du dich gelegentlich auch vom Papa beruhigen und durch die Gegend schleppen. Was er dann auch macht, wenn es sein muss dann so lange bis du schläfst. Klappt leider nicht immer, manchmal muss es eben die Mama sein-aber das kennen wir ja schon.

Ach und wo wir gerade bei schlafen sind, da bist du deinem Bruder sehr ähnlich. Auch du findest schlecht in den Schlaf. Deine Einschlafbegleitung kann manchmal sehr lange dauern – zu Lasten meiner Zeit die ich mit deinen Bruder verbringen will, denn ich schaffe es nur noch selten ihn ins Bett zu bringen. Du brauchst mich einfach mehr und Mini akzeptiert den Papa mittlerweile ohne Probleme als Einschlafbegleitung. Wenn du aber erst einmal schläfst, dann schläfst du eigentlich ganz gut. Meist wirst du nur ein bis zwei mal in der Nacht wach, was absoluter Luxus für mich ist. In der Regel schläfst du

Im Moment machst du wieder einen Schub durch und bisher ist es der anstrengendste. Also auch hier alles wie gewohnt, von Schub zu Schub wird es anstrengender. Du lernst schließlich immer mehr. Aktuell übst du fleißig das Drehen. Von Bauch auf rücken klappt schon gelegentlich und es fehlt auch nicht mehr viel bis zur ersten Drehung von rücken auf Bauch. Allerdings wirst du etwas zickig wenn es nicht klappt. Meistens drehe ich dich dann um und die Welt ist wieder in Ordnung.

Ein richtiges Lieblingsspielzeug hast du noch nicht, denn im Moment reichen dir noch deine Hände. Diese werden beobachtet, in den Mund genommen und voll gesabbert. Du liegst sehr gern unter dem Holztrapez und schlägst mit deinen kleinen Fäusten dagegen bis die Glocken erklingen. An guten Tagen kann ich dich ganz allein dort liegen lassen und du beschäftigst dich bis zu einer Stunde alleine damit. Ich hab dann schon ein ganz schlechtes Gewissen dir so wenig Aufmerksamkeit zu geben, aber du forderst diese schon ein wenn du sie brauchst. Du gibst nämlich schon jetzt ziemlich klar zu verstehen was du magst und was nicht.

Faszinierend findest du unser Schlafzimmer. Wenn du morgens oder nach deinem Mittagsschlaf aufwachst dann liegst du oft noch ganz ruhig da und starrst die Decke an. Die Decke, die Lampe und unsere Koffer die auf unserem Kleiderschrank liegen. Du lächelst sie an, strampelst wild um dich oder beobachtest einfach ganz ruhig vor dich hin. Du kannst also ein sehr entspanntes Baby sein, so ohne Schub, Blähungen oder Sonstigen Problemen.

Unter Blähungen oder Koliken hast du Gott sei Dank nur wenig gelitten. Du hattest sie zwar und hast deswegen dann auch heftig geschrien, aber es gab zum Beispiel nie eine ganze Nacht in der du gar nicht zur Ruhe kamst. Die Tage an denen sie dir richtig zu schaffen gemacht haben waren selten und darüber bin ich auch sehr froh.

Eine Mahlzeit verschlafen wie es die Hebamme vorher gesehen haben will, kann ich jetzt noch nicht feststellen dennoch scheinst du ein recht genügsames Kind zu sein. Und das obwohl du bereits jetzt mit mir durch ziemlich harte Zeiten gegangen bist.

Das Besuchen am Krankenbett meiner Mama, damit natürlich deiner Oma, hast du meist sehr gut gemeistert. Du hast entweder geschlafen oder genuckelt. Natürlich hast du ihr aber auch das ein oder andere Lächeln geschenkt.

Du warst mit mir so oft im Krankenhaus, dass es für dein ganzes Leben reicht. Ich wünsche mir daher für deine Zukunft ganz viel Gesundheit. Generell bin ich schon sehr auf deine Zukunft gespannt. Am meisten bin ich momentan auf unseren ersten Familienurlaub nächstes Jahr im April gespannt.

In liebe deine Mama

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