Licht am Ende des Tunnels

Seit Knopf auf der Welt ist, fallen mir immer mehr Themen ein über die ich Bloggen möchte. Nun ist es aber auch leider so, dass seit dem Knopf auf der Welt ist mir noch weniger Zeit bleibt zu schreiben. In den letzten Monaten habe ich viele negative Beiträge verfasst, da diese einfach raus mussten und es gut tat darüber zu schreiben.

Auch auf den Sozialen Netzwerken wie Instagram oder Twitter lasse ich oft einfach nur meinen Frust raus und es erweckt den Anschein als sei bei uns alles nur schlecht. Ich will es gar nicht runter reden, es liegen sehr viele schlechte Wochen hinter uns – aber es geht weiter. Das Leben kann nicht immer nur ein Weg voller Glück und Zufriedenheit sein und auch wenn ich die Hoffnung zwischendrin verloren hatte, es kommen irgendwann auch wieder gute Zeiten. Die Hoffnung ist in dieser Hinsicht wieder zu mir zurückgekehrt und so langsam geht es auch wirklich wieder Berg auf.

Bereits vor ein paar Tagen fiel der Entschluss einfach mal eine Zwischenstandsmeldung zu verbloggen. Nichts aufregendes einfach nur wie es uns so geht, ob wir uns eingefunden haben und wie das Leben zu viert so ist. Fangen wir also mit dem einfachsten an. Es geht uns gut. Wir sind alle gesund – mal abgesehen von bisschen Schnupfen der kommt und geht.

Einem unglücklichen Umstand hatten wir es zu verdanken, dass wir sogar ein paar Tage an die Ostsee konnten. Wir wollten uns darüber nicht freuen aber insgeheim waren wir es natürlich trotzdem. Einfach mal raus kommen, was anderes sehen und das Meer zu genießen (am Meer ist alles besser) – das war das was wir für den Anfang brauchten.

Denn das war es irgendwie, es war wie ein Neuanfang. Wieder Atmen zu können und langsam mal anfangen die letzten Wochen und Monate zu verarbeiten. Mir fiel erst nach dem Urlaub auf, dass ich bisher so angespannt und blockiert war und daher das vergangene gar nicht verarbeiten konnte. Aber ich greife vor.

Im Mai kam Mini und im August verließ uns meine Mutter. Die drei Monate die zwischen Geburt meines zweiten Sohnes und dem Todestag meiner Mutter lagen, sind in meinem Kopf wie hinter einer Nebelwand. Es ist wie eine alte Erinnerung die ewig her ist. Knopf ist in dieser Erinnerung auch gar nicht anwesend. Für mich fühlt es sich so an, als wäre er erst am Todestag meiner Mutter geboren worden. Natürlich habe ich mich schon vorher um seine Bedürfnisse gekümmert, aber es war anders.

Ich kann es nicht genau beschreiben, es war als würde man wie eine Maschine alles abarbeiten und schauen das alles best möglich erledigt wird. Aber darauf will ich gar nicht weiter eingehen. Worauf ich hinaus möchte, so langsam kommen wir auch als Familie an.

Mini

Mini wird langsam wieder zu dem Sohn, den ich vor einem Jahr hatte (Ausgeglichen, glücklich und zufrieden). Es wird zwar noch etwas Zeit, viel Aufmerksamkeit und noch mehr Liebe brauchen aber man merkt auch ihm an, dass sein letztes Jahr alles andere als toll war. Für mich zeigt er oft Zeichen von mentalem Streß den er nicht verarbeiten kann. Oft ist in ihm noch eine große Frustration zu erkennen, die dann auch manchmal aus ihm ausbrechen.

Knopf

Knopf ist schon immer ein glückliches Baby. Meine Ängste ihn schon im Bauch zu einem depressiven Kind heranwachsen zu lassen wurden bisher nicht bestätigt. Auch er hat noch einige Baustellen die es zu Bearbeiten geht, aber wir haben uns gefunden. Die Beziehung zwischen ihm und mir ist ganz anders als die zu Mini. Mini kam auf die Welt und wir hatte eine ganz innige und tiefe Bindung. Für ihn ging nichts ohne mich. Knopf und ich mussten uns erst kennen und lieben lernen. Natürlich empfand ich auch für ihn Liebe auf den ersten Blick, aber es war anders. Mittlerweile haben wir auch ein ganz eigenes Band zwischen uns.

Mein Mann

Auch bei meinem Mann merkt man, dass der Streß der letzten Monate weniger geworden ist. Natürlich war es für ihn noch mal sehr nervenaufreibend als sein Vater ins Krankenhaus kam aber seine Magenprobleme (die ihn Anfang des Jahres ins Krankenhaus brachten) sind um einiges besser geworden. Natürlich geht bei ihm auch nicht von heute auf morgen alles weg. Der Streß, die Anstrengung und die Anspannung sitzen tief. Der Urlaub war auch für ihn ein guter Anfang, doch umso mehr freuen wir uns nun auf die gemeinsame Elternzeit.

Ich

Tja dann bleibe ja noch ich. Es gibt gute Tage und es gibt schlechte Tage. Allerdings überwiegen die guten Tage nun mehr als die schlechten und das war vor ein paar Wochen noch anders. Abgespannt und nervlich am Ende war ich wirklich eine tickende Zeitbombe und das teilweise täglich. Das führte dazu, dass ich mich selber nicht mehr leiden konnte – was mich noch mehr frustrierte, was mich unglücklich machte und na ja unterm Strich war es wie ein Teufelskreis aus dem ich nicht raus kam.

Ich würde nicht sagen, dass ich den Kreis nun durchbrochen habe ABER es wird besser. Man kann also sagen, mir geht es gut denn das „aber“ ist in diesem Fall das wichtigere. Es geht voran – es scheint wieder die Sonne in meinem Leben und ich entdecke ein Licht am Ende des Tunnels. Es wird noch ein harter Weg bis zur Normalität aber der Anfang ist gemacht und daran muss ich mich nun festhalten.

Seit dem Urlaub beginnt mein Kopf massiv zu arbeiten, ich hatte es ja eingangs schon erwähnt. Ich verarbeite die ganzen Geschehnisse. Nachts träume ich von meiner Mutter, tagsüber hab ich „Tagträume“ oder sagen wir eher „Flashbacks“. Manchmal verdränge ich auch was passiert ist und erwische mich dabei ToDos in Hinsicht meiner Mutter auf meine Liste zu schreiben (Anrufen, Einkaufen, etc.) bevor ich wieder in der Realität an komme.

Der Urlaub tat mir gut, wobei er auch sehr anstrengend war. Allerdings fanden wir uns als Familie wieder und konnten auch wieder etwas durchatmen. Nun arbeiten wir alle auf die Elternzeit nächstes Jahr hin, na ja fast alle. Knopf kann ja noch nicht wirklich drauf hin arbeiten, aber selbst Mini ist schon Feuer und Flamme – er freut sich riesig.

 

Tja also ihr seht, es geht wieder Berg auf bei uns und es geht uns gut. 

 

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