Einschlafbegleitung – #Letstalkabout

Es gibt ja verschiedene Aktionen für Blogger. 12 von 12 oder Wochenende in Bildern sind zum Beispiel zwei an denen ich mich auch des öfteren beteilige. Nadine von Zwischen Windeln und Wahnsinn und Düse von Wunschkindwege haben nun eine neue Aktion ins Leben gerufen. Der Schöne Name dazu lautet „Let´s talk about…“

Hier wird an jedem zweiten des Monats ein neues Thema aufgegriffen und darüber gebloggt. Quasi wie eine Blogparade einmal im Monat. Diesen Monat haben sich die zwei das Thema Einschlafbegleitung raus gepickt. Ein spannendes Thema, wie ich finde. Dazu hat jeder irgendwas zu sagen, so auch ich.

Vorstellung

Bevor ich zur aktuellen Lage komme, fange ich mal vorne an. Meine Vorstellung zum Thema Einschlafen war geprägt von meiner Erfahrung. Als ich 14 war spielte ich für meine Nichte ein paar Wochen Babysitter. Sie war erst ein paar Wochen alt und meine Schwägerin musste ins Krankenhaus. Ich übernahm den Babysitter-Dienst und kam so zum ersten Mal in Berührung mit dem Thema.

Meine Nichte war relativ pflegeleicht. Man legte sie hin, gab ihr die Flasche und sie schlief. In der Nacht wachte sie vielleicht ein bis zwei Mal auf. Absolut traumhaft also. Mein Bruder und ich wechselten uns in den Nächten ab und ich empfand es als relativ einfach. Zumindest erinnere ich mich nur so. Da ich die jüngste in der Familie bin, war dies mein einziger Anhaltspunkt den ich hatte.

In der Schwangerschaft erhielt ich, wie wahrscheinlich 90% aller Schwangeren, den Tipp „Um mein Leben zu schlafen“, oder „Vorzuschlafen“. Ich verstand diese Tipps nicht, belächelte und ging meines Weges. Noch immer versteh ich die Tipps nicht. Was bringt mir denn vorschlafen? Aber das geht zu sehr ins Detail bzgl. Durchschlafen, hier geht es ja erst einmal ums Einschlafen. Davor hat mich übrigens keiner gewarnt. Also mir Nerven aufzusparen, oder Ruhe vorher zu sammeln. Wahrscheinlich weil es keinen Sinn macht, tun die anderen Ratschläge aber auch nicht.

Schlaf Kindlein Schlaf – Einschlafbegleitung bei Mini

Einschlafen – ein Thema das viel zu wenig Beachtung erhält, zumindest in meinem Empfinden. Alle reden nur darüber, dass man Nachts nicht zum schlafen kommt aber keiner erzählt dir das du Stunden über Stunden neben dem Bett sitzen musst, bis das Kind überhaupt mal schläft.

Zumindest war es so bei Mini. Als er noch ein Säugling war, da war alles halb so schlimm. Ich kuschelte mich mit ihm ins Bett, stillte und er schlief ein. Ich meistens mit. Leidtragender in dem Fall: Mein Mann der einsam und allein auf der Couch saß. Ohhh der Arme! Dramatisches Schicksal. Bitte entschuldigen Sie den Sarkasmus, ist meinem aktuellen Schlafmangel geschuldet. Ich gab mir natürlich jedes Mal Mühe nicht mit einzuschlafen, aber wenn man 30 Minuten stillt damit das Baby einschläft – im dunklen Schlafzimmer, womöglich noch unter einer warmen Decke – dann passiert sowas nun mal.

Irgendwann hatte ich mich aber im Griff und hielt die Einschlafbegleitung ohne Einschlafen aus. Als Mini in die Kita kam, gab es dort einige Probleme mit dem Mittagsschlaf. Auf der Suche nach eventuellen Gründen dafür, dachten die Erzieherinnen sofort an das Einschlafstillen. Mini war damals 14 Monate und mir ging es ehrlich gesagt auch etwas -mhh sagen wir mal- gegen den Strich, dass er nur an der Brust einschlief.

Also holte ich mir ein Buch, welches uns helfen sollte. Bevor die ersten bösen Gedanken aufkommen, nein es war nicht „Jedes Kind kann schlafen lernen“. Welches mir übrigens mindestens  dreimal empfohlen wurde. Es war „Schlafen statt Schreien“. Hier wurde unter anderem auch das Thema Einschlafstillen aufgegriffen und eine Art der sanften Abgewöhnung. Es half uns und nach einer gewissen Zeit schlief Mini ohne Brust ein. Ich musste dafür Händchen halten, oder mich in ein 1,40 x 0,70 m Bett zum Kind kuscheln, oder ewig singen oder oder oder. Aber die Brust war abgewöhnt, nur meine Nähe eben noch nicht. Nähe braucht er übrigens immer noch, um ein bisschen zu Spoilern.

Einen großen Nachteil brachte das Abgewöhnen des Einschlafstillen: nun dauerte die Einschlafbegleitung bis zu 2,5 Stunden. 2,5 Stunden in Ruhe durchzuhalten und dem Kind die Nähe zu geben die er brauchte, dass gelang mir nicht immer. Ich bat ihn einzuschlafen, ich schimpfte auch mal und wenn es gar nicht mehr ging, ging ich aus dem Zimmer raus.  Raus um einmal durchzuatmen, tief durchatmen – ein und aus… Mini weinte in der Zeit, aber ich brauchte die Pause sonst wäre ich wahrscheinlich total durchgedreht. Wenn mein Mann rein ging um ihn zu beruhigen, schrie er noch lauter und forderte vehement seine Mama.

Irgendwie hielt ich diese Phase durch, keine Ahnung wie. Sie dauerte ungefähr ein Jahr. Mittlerweile schlief Mini aber nicht mehr in seinem Bett, sondern wieder in unserem. Aus Dauer wurde es mir einfach zu eng in dem kleinen Bett und meine Zeit war mir zu Kostbar um so lange im dunklen Kinderzimmer zu sitzen, zumindest wenn es einen Weg gab der schneller ging. Mittlerweile durfte ihn sogar auch mein Mann ins Bett bringen, allerdings nur unter der Bedingung dass ich außer Haus war.

War ich Zuhause, so schallte es durchs ganze Haus „MAAAMMMAAA, nein ich will meine MAAAMMMMAAAA“. Als Mini 3,5 Jahre alt war bekam er sein gewünschtes Hochbett und schlief auch sofort darin. Die Einschlafbegleitung dauerte nun um die 10-30 Minuten, abhängig davon wie aufregend der Tag war. Es schien als wäre er der langen und intensiven Einschlafbegleitung (benötigter Körperkontakt) entwachsen. Das ist nun knapp ein Jahr her und der Status ist unverändert. Er schläft in seinem Bett ein, mit einem Erwachsenen im Zimmer, nach ca. 10-30 Minuten.

Einschlafbegleitung mal zwei

Doch das war nicht das komplette Jahr so. Während der Schwangerschaft zog er für eine gewisse Zeit wieder zu uns ins Bett. Als Knopf auf der Welt war, blieb es auch anfangs dabei und ich schlief mit zwei Kindern um mich herum. Wobei schlief das völlig falsche Wort ist. Ich bekam sehr wenig und schlechten Schlaf, aber ich Rutsche schon wieder in das Thema „Baby- und Kinderschlaf“ ab. Dazu muss wohl einfach auch noch ein Blogbeitrag her – später irgendwann. Vielleicht ja heute Nacht, um mal zu spoilern.

Kommen wir zum eigentlich Wichtigen, die Einschlafbegleitung mit zwei Kindern. Es ist ein delikates Thema. Denn obwohl Knopf nun schon fünf Monate bei uns ist, haben wir keinerlei festen Rhythmus finden können. Mini leidet darunter auch etwas. Er wünscht sich von mir ins Bett gebracht zu werden, was aber nicht immer klappt. Oft lässt es sich auch vorher gar nicht genau sagen ob es klappt oder nicht – es ist komplett von Knopf und seinem Einschlafverhalten bestimmt. Welches von Woche zu Woche und Tag zu Tag unterschiedlich sein kann.

Mini war schon immer jemand der konstante Zeiten und Rituale brauchte. Feste Schemata an denen er sich festhalten konnte bzw. kann. Wenn also beim bettfertig machen noch nicht klar ist, wer ihn ins Bett bringt reagiert er durchaus mit weinen und Mama rufen. Dennoch wir und vor allem Mini machen das Beste daraus. Um also unsere Einschlafbegleitung mit zwei Kindern zu beschreiben, müsste ich gefühlte 100 Varianten niederschreiben. Da dies den Rahmen dann doch etwas sprengen würde, Berichte ich einfach von den letzten Tagen.

Meist läutet das Abendessen schon die zu Bett geh Zeit ein. Wir essen gemeinsam und während mein Mann abräumt, darf Mini noch etwas spielen. Ich mache in der Zeit den Knopf fürs Bett fertig und lege mich mit ihm hin. Zwischenzeitlich wird im benachbarten Wohnzimmer Mini von meinem Mann bettfertig gemacht. Zähne putzen, umziehen und dann geht es ins Kinderzimmer noch eine Geschichte lesen.

Der Knopf begibt sich so langsam ins Traumland und ich lese noch ein bisschen am Handy bis er fest eingeschlafen ist. Im Kinderzimmer wird es derweil ruhiger, mal von den Sätzen meines Mannes „Es ist nun wirklich Schlafenszeit“ – „Mini bitte Schlaf jetzt“ abgesehen. Ich atme also einmal tief durch, genieße noch den ruhigen Moment und den schlafenden Knopf, stehe auf und gehe ins Kinderzimmer um meinen Mann abzulösen.

Er würde Mini auch ohne Probleme in den Schlaf begleiten, aber Mini fordert im Moment einfach oft nach seiner Mama. Würde ich nun das Schlafzimmer verlassen, wäre die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch dass er eh nach mir rufen würde. Die andere Möglichkeit wäre im Bett bei Knopf zu bleiben, was ich an manchen Abenden auch mache – wenn der Tag sehr anstrengend war zum Beispiel.

Im Kinderzimmer angekommen sagen wir alle noch mal gute Nacht, mein Mann geht ins Wohnzimmer und ich in Minis Kuschelecke. Die befindet sich unter seinem Hochbett und ist mit Kissen, Matratze und Decke ausgestattet. Es gilt: Aufpassen nicht selber einzuschlafen. Mein Körper befindet sich im Schnitt zwischen 45 und 60 Minuten in warmen Betten und darf aber nicht schlafen. Das kann mitunter schon mal anstrengend sein, daher muss ich am Handy surfen. Es ist sozusagen mein Kaffee der mich wach hält. Unten in der Kuschelecke liegend, bekommt Mini oben nichts vom Handy mit.

An manchen Tagen will Mini noch kommunizieren, viel kommunizieren. Er erzählt mir auf einmal Tausende von Geschichten und fragt Hunderte von Fragen. Also ertönt auch von mir ein „nun ist aber wirklich Schlafenszeit“ und irgendwann wird es ruhig über mir. Minis Atmung wird ruhiger und gleichmäßig – er schläft.

Wieder liege ich einfach nur da und atme durch. Ich entspanne und genieße das Geräusch eines entspannt schlafenden Kindes. Einige Minuten später stehe ich auf und gehe ins Wohnzimmer. Dort darf ich meist 15 – 25 Minuten meinem Feierabend genießen bevor der Knopf noch einmal ruft.

Für weitere zehn Minuten liege ich im Schlafzimmer und freue mich auf meinen Feierabend, den ich für 1-1,5 Stunden im Wohnzimmer genießen kann, bevor es auch für mich gute Nacht heißt! Übrigens kann ich an manchen Tagen auch nur sehr schlecht einschlafen. Meine Einschlafbegleitung heißt dann Hörbuch ;).

Anders als gedacht

Mit diesem Ablauf der Einschlafbegleitung bin ich recht zufrieden. Er ist praktikabel und deckt am meisten die Bedürfnisse der Kinder ab. Das ist, wie bereits erwähnt, leider nicht immer so. Vorgestellt hab ich mir das damals aber ganz anders.

In der Schwangerschaft saß ich mit Mini abends in der Kuschelecke und las ihm aus Büchern vor. Damals stellte ich mir die Einschlafbegleitung genau so vor, nur eben mit Baby. Ich sah mich mit beiden Kindern in der Kuschelecke kuscheln und lesen. Sah wie Mini in seinem Bett einschlief, während ich unten mit dem Baby lag und stillte. Ich malte mir aus, wie ich die Bedürfnisse beider Kinder zusammen abdeckte.

Doch die Realität holte mich schnell ein. Vielleicht wäre meine Vorstellung durch aus machbar, wenn da nicht Mini was dagegen hätte. Denn er möchte nicht mit Knopf und mir ins Bett gebracht werden, er möchte ganz exklusiv und alleine ins Bett gebracht werden. Das respektiere ich natürlich und kann es sogar ein stückweit verstehen aber es bedeutet eben an manchen Abenden muss er auf mich verzichten und das tut er dann auch notgedrungen.

Tja das war er also, mein Beitrag zum Thema Einschlafbegleitung mit zwei Kindern. Wie ist es denn bei euch so? Schlafen eure Kinder alleine ein? Oder dürfen sie wach bleiben bis ihr auch ins Bett geht? Vielleicht ist es ja aber auch ähnlich wie bei uns? Schreibt mir doch gerne dazu in den Kommentaren 🙂 wer Interesse an weiteren Beiträgen zu dem Thema hat schaut am besten einfach bei Nadine und/oder Düse vorbei.

 

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5 Einträge zu „Einschlafbegleitung – #Letstalkabout

  • Das ist sicher eine nervenaufreibende Zeit gewesen, als Mini so schlecht einschlief. Ich hoffe, dass Euer Rhythmus sich bald festigt und ein bisschen Normalität einkehrt. Mit Baby UND Kleinkind eine Herausforderung. Das weiß ich zu gut.

    Danke, dass Du mitgemacht hast. Ich würde mich freuen, wenn Du auch in Zukunft wieder dabei bist.

    Liebe Grüße
    Nadine

    Gefällt 1 Person

  • So, nun komme ich auch endlich dazu, Deinen Beitrag zu kommentieren.
    Vielen Dank fürs Teilnehmen ❤

    Ich habe, als meine beiden noch kleiner waren, so manches Mal am Bett gesessen und hätte heulen können. 2 Kinder in den Schlaf zu begleiten ist schon eine Herausforderung.
    Ich habe es mir ja insofern "bequem" gemacht, als dass wir immer im Familienbett geschlafen haben…. Ich habe quasi beide gleichzeitig hingelegt.
    Ging trotzdem nicht schneller, ich musste allerdings nicht noch das Zimmer wechseln. 😉

    Ich brauche übrigens auch immer eine Einschlafbegleitung… meine heisst Netflix. 😉
    Schau ich zum Einschlafen immer auf dem Handy und schlafe auch partout immer ein. Ich gucke seit 1 Woche ein und dieselbe Folge "New Girl", weil ich immer wieder einschlafe dabei. ;-)))

    In diesem Sinne… Gute Nacht 🙂

    Gefällt 1 Person

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