Stolz und Anerkennung

Wisst ihr, in den letzten Monaten ist Mini echt zu kurz gekommen. In den Ferien waren wir als Eltern nicht für ihn da und auch nach Knopfs Geburt fehlte an vielen Ecken einfach Zeit für ihn. Dabei ist er es ganz anders gewohnt.

Bereits während der Schwangerschaft mit ihm, fällte ich die Entscheidung, mir alles abzuverlangen um ihn glücklich zu machen. Seine Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen, so gut es eben geht. Als er dann endlich auf die Welt kam und ich ihn das erste Mal auf dem Arm hatte, verspürte ich so viel unfassbare liebe für dieses kleine Wesen. Dieses Gefühl und dieses kleine Baby waren atemberaubend.

Die ersten zwei Jahre opferte ich meine Abende für seine Einschlafbegleitung. Treffen mit Freunden oder Bekannten waren für mich nur möglich, wenn Mini mit konnte und es zeitlich in seinen Tagesablauf passte.   Einige Veranstaltungen oder Verabredungen nahm mein Mann alleine wahr, während ich Zuhause neben dem Bett von Mini saß und Händchen hielt. Umgekehrt war es nicht machbar, da der kleine Mann immer seine Mama verlangte. Aber das ist nun vier Jahre her – vier Jahre in denen Mini uns und unser Leben so unglaublich bereichert hat. Er ist so groß geworden und in vielen Belangen unglaublich selbstständig geworden, was zu vielen kleinen und doch wichtigen Momenten führt die mein Mutterherz voller Stolz schneller schlagen lassen.

Fahrrad fahren

Eines dieser Momente war sein Geburtstag. Man stelle sich vor, da ist dieser kleine Mensch der noch nie auf einem Fahrrad gesessen hat und zum Geburtstag eins geschenkt bekommt. Er setzt sich drauf und fährt los! Ok, ok er brauchte etwas Hilfe beim Anfahren, aber ansonsten klappt es ganz allein. Damit hätte ich absolut nicht gerechnet.

In meinem geistigen Auge sah ich viele blutige Knie und ein weinendes Kind vor mir – das vielleicht sogar aufgeben möchte. Daher überlegte ich mir schon im Vorhinein wie ich ihn wieder aufheitern und zum weitermachen ermuntern kann – welche Zeitverschwendung. Ich erinnerte mich dabei immer daran wie ich meiner Nichte das Fahrrad fahren beigebracht habe und wie ängstlich sie auf dem Rad war. Gerade nach dem ersten Sturz brach für sie eine Welt zusammen. Es kostete mich viel Überredungskunst sie von einem weiteren Versuch zu überzeugen. Ich erinnerte mich auch, dass ich sehr lange gebückt neben ihr her laufen musste um ihr Fahrhilfe zu geben.

Ich bereitete Mini daher schon auf eventuelle Fehlversuche und Frustration vor. Erklärungen das neues nicht immer sofort klappt und man manches auch erst lernen muss hörte er sich ganz ruhig an und schien sich davon aber nicht beeinflussen zu lassen. Kluger kleiner Kerl. Er stieg also auf das Fahrrad, ich gab einen kleinen schupser und er fuhr los. Als wäre es das leichteste auf der Welt. Gott war ich stolz auf ihn. Ich genoss diesen tollen Moment, ich versuchte alles in mich aufzusaugen um diese tolle Erinnerung nicht zu vergessen. Aber auch Mini war stolz auf sich, dass sah man ihm an. Er strahlte über das ganze Gesicht und ich tat es ihm gleich.

Schwimmen lernen

Manchmal erwähne ich das ich stolz bin und manchmal freue ich mich einfach mit ihm, wie an diesem Tag. Er war zu Recht auf sich stolz. Natürlich gibt es im Alltag öfters Momente in denen ich sehr stolz auf meinen großen Sohn bin. Nicht jede Situation merke ich mir und ich bringe auch nicht jedes Mal meinen stolz zum Ausdruck.

Doch nach seinem ersten Besuch des Schwimmkurs musste ich ihm sagen wie stolz ich auf ihn war. Ich musste ihn einfach mal ganz fest in den Arm nehmen, ihn drücken und ihm sagen was für ein tolles Kind er ist. Wie gut er es gemeistert hat und wie groß er doch schon geworden ist. Warum? Es war nicht selbstverständlich, dass Mini allein in die Schwimmhalle geht und bei einer fremden Person bleibt um schwimmen zu lernen.

Die Anmeldung zum Kurs hatten wir mit ihm besprechen. Wir hatten ihm erklärt, was genau ein Schwimmkurs bedeutet und was auf ihn zu kommen würde. Es ist ein absoluter Grundkurs, für Kinder mit keinen Schwimmkenntnissen. Es soll ihnen die Angst vor dem Wasser nehmen und sie langsam an das Schwimmen heranführen. Zuerst war er Feuer und Flamme, als der erste Termin aber immer näher kam, machte er auf einmal einen Rückzieher. Er erzählte mir, dass er nicht in den Kurs gehen wollte und das er Angst habe unter zugehen.

Wieder erklärte ich ihm, dass genau dafür der Kurs da sei  – um zu lernen oben zu bleiben. Er war sehr nervös und ich auch. Denn ich konnte leider nicht mit, aufgrund meines Rückbildunskurses ging mein Mann allein mit Mini zum Kurs und ich wartete auf Nachricht wie es so klappt. Kaum war ich aus dem Rückbildunskurs draussen, rief ich meinen Mann an um nach einem Status zu Fragen. „Alles gut. Er hat sich umgezogen, allein geduscht, hat sich der Lehrerin vorgestellt und ist ohne Probleme mit ihr in die Schwimmhalle.“ Ich dachte ich höre nicht richtig.

Gemeinsam mit meinem Mann holte ich Mini nach seiner ersten Schwimmstunde ab. Er strahlte über das ganze Gesicht und hatte ein neues Hobby gefunden. Er hatte ganz allein seine Angst überwunden und eine tolle Erfahrung gemacht. Er war so groß geworden und ich war unheimlich Stolz auf ihn. Es war mir ein großes Bedürfnis ihm das auch zu sagen, ich nahm ihn also fest in den Arm und sprach meine Gefühle aus.

Lob und Anerkennung muss manchmal einfach sein

Die letzten Wochen und Monate hat Mini wirklich viel abbekommen und musste viel zurück stecken, umso glücklicher macht es mich wenn ich sehe wie toll er sich trotz all dem entwickelt. In diesem Artikel möchte ich mich mit Absicht nicht auf die Probleme, die leider nun mal da sind, eingehen. Es ist in dunkler Zeit nämlich schwer die hellen, lichten Momente zu erkennen und sie wertzuschätzen.

Mini war oft einer dieser hellen Momente. Wenn er mit seinem Bruder kuschelte, wenn er sagte wie lieb er seinen Bruder hat obwohl Mama nun so viel weniger Zeit für ihn hat, wenn er von sich aus helfen wollte – in Momenten in denen man Null damit gerechnet hat. Ich wusste schon immer, dass ich einen tollen Sohn habe, doch manchmal überrascht er mich doch trotzdem noch.

Für mich ist es momentan sehr wichtig ihm ein positives Feedback zu geben. Unabhängig wie groß die Leistung ist, ich glaube momentan kann er etwas Lob und Anerkennung gebrauchen. Davon mal abgesehen ist sie ja nicht gelogen, ich bin wirklich stolz auf meinen Sohn. Für mich ist er manchmal wie eine Überraschungstüte und ich bin platt was er manchmal so aus dem Hut zaubert. Wusstet ihr zum Beispiel, dass er schon Kartoffeln schälen kann? Und es macht ihm sogar Spaß wenn er helfen darf.

Gestern hat er meinem Mann dabei geholfen und drei Kartoffeln geschält. Er machte sogar weiter, als mein Mann schon längst fertig war. Er wollte diese drei Kartoffeln schälen, so einfach war das also wurde es auch gemacht.

Es tut mir leid, dass ich euch einen Artikel vor die Füße werfe der für euch vielleicht keinen Mehrwert hat – aber es musste einfach mal raus. Ich musste einfach mal erzählen, was für einen tollen Sohn ich habe. Einen 4 Jahre alten Sohn, der in einem Jahr die Krebserkrankung seiner Oma und ihren Tod erlebt hat. Der eine Mutter hat(te) die aufgrund vieler Umstände nicht mehr voll für ihn da war und der trotzdem ein neues Baby herzlich willkommen geheißen hat, obwohl auch das wieder etwas weniger Zeit mit Mama bedeutete. Ich finde das ist nicht selbstverständlich und mir bleibt nur noch zu sagen:

Mini, mein großer toller Junge ich liebe dich

 

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