Urlaubsfail – wie so Anfänger 

Oh man ich sag’s euch, unser erster Urlaub zu viert und ich hätte konstant mit Hand auf der Stirn (facepalm) durch die Gegend laufen können.Ich will nicht sagen, dass es ein Desaster war – aber meine Güte wie kann man nur so viel falsch machen. Na ja aber aus Fehler lernt man ja irgendwie, oder?

Ich habe daher mal die entschiedensten Fehler – oder nennen wir sie lieber Erkenntnisse – die wir in unserem ersten Urlaub mit zwei Kindern begangen haben, aufgeschrieben.

Unterkunft passt nicht – fail 

Wir waren ja froh über den Urlaub, denn er war nicht von uns gebucht. Es war der Urlaub meiner Schwiegereltern, die ihn leider nicht antreten konnten – somit ist es eigentlich kein richtiger Fehler den wir begangen haben aber nun ja wir hätten den Urlaub ja nicht antreten müssen.

Die Unterkunft passte null zu uns und unseren Bedürfnissen. 50 qm auf drei Zimmer verteilt, davon ein Schlafzimmer und ein Zimmer mit einer Schlafcouch. In beiden Zimmern waren neben den Schlafmöglichkeiten gerade mal 15 cm Platz zum Aufstehen. Platz für eine Wickelkommode Fehlanzeige. Die Küche so winzig, dass man als erwachsener gerade so neben die offene Spülmaschine passt. Puuuhhh, ehrlich ich glaube ein zweites Mal würde ich das nicht mehr machen. Bei schlechtem Wetter steht man sich da schnell in den Füßen und im Oktober kann das Wetter schon mal schlecht sein (für uns Hessen die so Wetter nicht gewohnt sind ;))

Unterschätze langweile im Auto

Das Thema lange Autofahrt hatten mein Mann und ich schon öfters durchgekaut. Laut Navi sollten wir etwas mehr als fünf Stunden an die Ostsee brauchen. Wir planten einige Stopps ein und rechneten daher mit sechs bis sieben Stunden. Als Unterhalten machten wir uns nicht allzu große Sorgen, Mini hört schließlich sehr gern Hörbücher. Ach ja und zur größten Not gibt es ja noch das iPad. Das iPad, welches sonst immer ablenkt, war aber auf der Rückfahrt schon nicht mehr so interessant und die fünf Stunden wurden für Mini eine echte Herausforderung.

Wir konnten Dank „Was ist Was Junior“ Hörbüchern noch ein paar Stunden überbrücken und als es kurzzeitig gar nicht mehr ging, musste einfach eine Pause her. Eine laange Pause. Ich glaub vorher haben wir uns noch nie über eine Stunde auf einem Rastplatz aufgehalten, aber es tat uns allen gut. Wo wir schon beim nächsten Thema sind.

Zu wenig Spielzeug

„Wenn wir im Urlaub sind, suchen wir einen Spielzeugladen und dann darfst du dir ein neues Spielzeug kaufen“ – wie blöd muss man eigentlich sein?! Ein neues Spielzeug? Für 7 Tage Urlaub?! Hahahaha, setzen 6!

Nein natürlich hatten wir ein bisschen Spielzeug dabei. Das stellte sich wie folgt dar:

„Mini pack dir bitte ein paar Spielsachen ein“

„In meinen Koffer?“

„Ja! Pack deinen Koffer ruhig voll.“

Kontrollieren? Ach quatscht, brauchen wir nicht! Warum auch? Mini wird das schon machen. Tja, also er packte vier Tiptoi Bücher ein und ein kleines Lego-Set. Mehr nicht! Bereits am zweiten Tag schimpfte Mini über langweile und zu wenig Spielzeug. Glanzleistung und natürlich kauften wir nicht hunderte neue Spielsachen, aber es gab mehr als wir wollten. Was sollten wir auch tun? Die Wohnung bot nichts altersgerechtes und 24/7 auf dem Spielplatz sitzen war auch keine richtige Alternative.

Besonderen Coup haben wir dann mit einem neuen Tiptoi-Buch gelandet. Wir versprachen Mini ein neues Buch, Stift hatten wir ja dabei und auch verschiedene USB Kabel. Internet hatten wir auch, sollte an sich also klappen. Natürlich nicht, denn das benötigte Kabel für den Stift, genau dieses fehlte. Also fuhren wir insgesamt vier – ja genau VIER – Läden an um einen neuen Tiptoi Stift oder ein passendes Kabel für einen akzeptabel preis zu bekommen. Verrückt, bekloppt, verzweifelt – Jep das sind wir… manchmal, aber nicht immer 😉

Schlecht gepackt – zu spät damit angefangen

Wo wir gerade bei schlecht gepackt sind. Wir haben erst einen Tag vor Abreise gepackt, dass sind wir so nicht gewohnt. Wir legen oft bereits Wochen vorher Sachen bereit, die im Alltag nicht mehr gebraucht werden und für den Urlaub sind. Völlig contraire zu diesem Urlaub. So standen wir also in der Ferienwohnung und merkten, dass eine Menge fehlte.

Für Mini hatte ich zwei T-Shirts eingepackt, insgesamt 0 Langarm Shirts und 0 Schlafanzüge. Für mich fehlte übrigens auch eine Nachtbegleidung. Shampoo und Duschgel ist ja auch völlig überbewertet. Umso mehr wir in der Ferienwohnung auspackten, umso mehr merkten wir wieviel eigentlich fehlt. Der Plan für den kommenden Tag: Shoppen, am besten bei DM und C & A oder ähnliches. Doch wo gibt es die nächsten? Ohne mobiles Internet wären wir wohl etwas aufgeschmissen. Also schnell die Suchmaschine angeschmissen und festgestellt, dass wir nach Lübeck müssen.

Keine Ahnung von der Umgebung 

Die Punkte gehen quasi nahtlos übereinander – denn da wären wir schon beim nächsten Punkt: die Umgebung. Wir hatten keine Ahnung wo wir eigentlich hin fahren. Also natürlich kannten wir den Ort und wussten grob was dort in der Umgebung ist, aber wir hatten keine Ahnung was wir so unternehmen konnten und was sich lohnt. Wir lebten in den Tag herein und haben bestimmt das ein oder andere tolle verpasst. Natürlich ist in den Tag hinein leben, gerade im Urlaub, nicht verkehrt aber gerade bei schlechtem Wetter ist es von Vorteil einen Plan B zu kennen.

Tage zum ankommen einplanen 

Neben den ganzen Vorbereitungskram haben wir eins ziemlich unterschätzt, die Kinder brauchen Zeit zum ankommen. Es gab keinen Jetlag zu überwinden, wir waren nach wie vor in Deutschland und es gab eigentlich keine großen Veränderungen. Dennoch die Kinder, vor allem Mini, brauchten Zeit anzukommen. Die ersten zwei Tage waren sehr, sehr anstrengend.

Man konnte Mini nichts recht machen, ein Trotzanfall jagte den nächsten. Es half nur raus – raus an die frische Luft und bewegen. Aber auch draussen waren wir vor dicker Luft nicht geschützt. Die Wege zum Spielplatz waren dann zu weit, ständig wünschte er sich etwas anderes (kostspieliges) und vorgeschlagene alternativen wurden mit weinen oder schreien kommentiert. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage ich dachte echt ans nach Hause fahren. 

Urlaubstaschengeld besprechen 

Für Mini ist Geld noch ein sehr abstraktes Thema. Er weiß, dass es Geld gibt – dass man damit etwas erwerben kann, es sparen kann und dass es manchmal eben nicht in benötigter Anzahl vorhanden ist. Aber ich glaube so richtig begreifen tut er das ganze noch nicht. Wenn man also an der Promenade entlang geht, dort ein Bagger für Kinder steht, keine 500 Meter weiter ein Fernrohr eine weite Aussicht verspricht und die ganzen kleinen Shops tolles Spielzeug präsentieren, dann ist es doch eigentlich nur verständlich dass Kinder etwas haben wollen.

Mini wollte am liebsten alles. Sandspielzeug – schließlich haben wir keins mitgenommen – ach ja und mit dem Bagger baggern natürlich auch, und wo wir gerade dabei sind: ein Eis hat man sich ja dann von der ganzen Arbeit verdient. Wir erklärten Mini immer, dass alles Geld kostet und wir hier nicht alles mitnehmen können was angeboten wird. Irgendwann war er sehr frustriert und entgegnete uns ein „Warum habt ihr nie Geld“.

Spielregeln hätten vielleicht geholfen. Ich denke, hätten wir ein kleines Budget vereinbart – sagen wir mal 2 Euro pro Tag – so hätte er jeden Tag etwas nach seiner Vorliebe machen können. Für so einen Kurzurlaub ist es durch aus praktikabel. Für einen Monat Florida muss ich mir noch etwas überlegen, aber ich denke auch hier macht es Sinn Spielregeln zu vereinbaren.

Ohne Snack gehts nicht

Früher als Mini noch klein war, also so ein bis zwei Jahre, da bin ich nie ohne hunderte von Snacks aus dem Haus. Ich hatte immer etwas Kleinkindgerechtes dabei. Quetschbeutel, Fruchtsterne oder Riegel. Mein Kleinkind sollte schließlich gesunde Snacks erhalten und ich wollte es jederzeit griffbereit haben.

Als Mini älter wurde, legte ich diese Macke ab. Wenn er Hunger hatte, wurde bis Zuhause gewartet oder eben schnell was geholt. Schließlich war er jetzt Pflegeleichter und man konnte „überall“ schnell was kaufen oder eben erklären, warum er jetzt noch 10 Minuten warten muss. Tja, ich sollte mich ganz schnell wieder umgewöhnen, denn im Urlaub wäre es hilfreich gewesen wenigstens einen Riegel dabei zu haben.

Vor allem wenn man sich nicht gut auskennt und nicht weiß wo man jetzt schnell eine Brezel oder so her bekommt, dann kann das Kind schon mal ziemlich weinerlich werden. So passierte es uns an einem Tag. Wir fuhren nach Lübeck. Aufgrund von Bauarbeiten dauerte die Fahrt dort hin sehr lang. Mini hatte nur eine Kleinigkeit zum Frühstück gehabt und schon bevor wir in Lübeck an kamen großen Hunger vermeldet.

Kaum waren wir in Lübeck wurde er langsam ungehalten. Er hatte Hunger und wollte nun endlich was essen. Tja doof, dass wir irgendwie planlos durch die Stadt irrten. Erst mal parken dann los laufen, wird sich schon was finden. Ja in erster Linie viel Marzipan und Mode Läden. Möpp, hätte ich doch wenigstens einen Riegel dabei gehabt. Nun ja aber es wurde noch besser.

Bargeld – nicht jeder Laden nimmt EC

Wir entdeckten endlich einen Bäcker, einen dieser großen SB-Bäcker die es jetzt gibt. Mini suchte sich was leckeres aus und auch mein Mann und ich bedienten uns aus der Theke. An der Kasse dann die Erkenntnis: Bargeld ist leer und EC geht hier nicht. Tja das kommt davon, wenn man so an Plastikgeld gewöhnt ist.

Mein Mann hechtete los und besorgte Bargeld, während ich mit den Kindern wartete. Ihr möchtet nicht wissen, wie oft mich Mini gefragt hat wann der Papa endlich wieder da ist. Es dauerte vielleicht 15 Minuten, dann bekam das Kind endlich was zu essen.

Umgebung googlen

Was ich wahrscheinlich von nun an auch immer machen werde, ist die Gegend wenigstens einmal durch die Suchmaschine schicken. Wo kann ich einkaufen gehen, was finde ich wo. Gibt es was sehenswertes in der unmittelbaren Umgebung? Gibt es Sachen die ich unbedingt meiden sollte?

Wir machten zum Beispiel einen Ausflug in einen Zoo im Ort. Ich glaub hätte ich mir vorher mal angeschaut, was da auf uns zu kommt, ich wäre da nicht hin gefahren. Überteuerter Eintritt für sehr wenig Gegenleistung. Vor solchen Flops kann das Internet bewahren.

MeTime

Mit zwei Kindern ist es schwer mal alleine durchzuatmen. Aber auch wenn es sich um einen Familienurlaub handelt, so brauchen mein Mann und ich auch mal Zeit zum dafür. Nicht unbedingt gemeinsam, dass lässt sich noch etwas schwer umsetzen, aber jeder für sich.

Das kam diesen Urlaub bei uns definitiv zu kurz, eigentlich kam es gar nicht vor. Sogar den Feierabend gab es selten, denn Mini durfte oft lang wach bleiben und so fiel der Feierabend einfach aus. Natürlich war das auf der einen Seite schön, denn wir hatten mal wieder intensive Familienzeit und gerade Mini hatte mal wieder seine Eltern nur für sich. Aber auf der anderen Seite kam die benötigte Erholung dadurch für uns Erwachsene echt zu kurz.

Das ist übrigens die wichtigste Erkenntnis aus dem Urlaub. Nein eigentlich sind alle Erkenntnisse wichtig und trotz der Reisen die wir schon unternommen haben, haben mich einige überrascht. Aber nun haben wir auch diese Erfahrungen gemacht und haben daraus gelernt. Wir hätten bestimmt in dem Urlaub die ein oder andere Situation besser durchstehen können, wenn wir einige Sachen einfach vorher gewusst oder berücksichtigt hätten. Es kann also nur besser werden, denn ihr wisst ja Selbsterkenntnis ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

Jetzt sei noch am Rande vermerkt, der Beitrag ist mit Ironie, Sarkasmus und mit lachen über uns selbst geschrieben. Der Urlaub war trotzdem schön und wir haben ihn genossen. 

 

 

Advertisements

4 Einträge zu „Urlaubsfail – wie so Anfänger 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s