Die Sache mit den Haaren

Boah darauf hatte ich mich echt nicht gefreut, ehrlich gesagt hat es mir davor sogar wieder gegraut: Der Haarausfall nach der Schwangerschaft. Er gehört wohl dazu und ist (wie so häufig) den Hormonen geschuldet, aber so wirklich brauchen tut es keiner – oder? Auch nach dieser Schwangerschaft komme ich mir wieder vor wie ein Hund mit Fellwechsel – überall liegen Haare von mir, die Bürste ist gefühlt ständig voll und auch beim waschen ziehe ich Härchen für Härchen raus. Gefühlt müsste ich bald ohne Haare da stehen.

Die erste Schwangerschaft

„Ich hab die Haare schön – ich hab die Haare schön“ ne passender wäre wohl „Ich glaub es geht schon wieder los. Das darf doch einfach nicht wahr sein“. Ich trage schon immer langes Haar. Mal etwas länger mal kürzer, bisher habe ich mich nur einmal an einen Kurzhaarschnitt getraut und dieses schnell raus wachsen lassen. Haare auf dem Boden und in der Bürste bin ich daher gewöhnt, langes Haar fällt einfach mehr auf als kurzes. Schon damals gab es Monate in denen ich mehr Haar verlor und eben Zeiten in denen es weniger war. Meist ging ich bei zu heftigen Ausfall zum Frisör und ließ mir die Haare kürzen, was zwei positive Effekte hatte. Zum einen machen kürzere Haare weniger Dreck auf dem Boden und zum anderen schien es ein bisschen gegen den Ausfall zu helfen.

Ob das wirklich so war, kann ich natürlich nicht belegen aber es fühlte sich zumindest so an. Als ich mit Mini schwanger war, taten die Hormone einiges für mein Haar. Es fühlte sich weicher an, es fiel gefühlt kein einziges Haar mehr aus und sie wuchsen wunderschön in die Länge. Ich erfreute mich an der Pracht meiner Haare und kam die Rechnung nach der Geburt. Ganz leise und unentdeckt fielen die Haare ersten Haare aus, bis es immer mehr und mehr wurde. Schlussendlich wurde meine Haarpracht dünner und dünner. Gerade im Stirnbereich konnte ich nun schon erkennen wie licht mein Haar geworden ist. Ich litt unter der Vorstellung bald eine Glatze zu haben, also ging ich zum Frisör und ließ mir gute 25cm abschneiden. Es brachte nicht viel. Der Haarausfall blieb, mittlerweile war die Geburt schon zwei Jahre her und ich ging zum Arzt.

Eine Kontrolle meines Blutes ergab einen Eisenmangel und es folgten Infusionen. Sechs mal wurde ich an die Nadel gelegt und fühlte mich nach bereits um einiges besser. Der Haarausfall normalisierte sich, aber die lichten Stellen blieben. Ich nahm nun regelmäßig Eisen und hoffte einfach das meine Haare nachwachsen. Bis zur zweiten Schwangerschaft wuchs ein bisschen was nach aber es blieb recht licht. Naiv wie ich war, dachte ich mit der Schwangerschaft liefe es wie bei der letzten. Es würde mir kein Haar ausfallen, sie würden strahlen und gedeihen – aber es kam anders. Die ersten drei Monate fielen mir wieder so viele Haare wie nach der ersten Schwangerschaft aus. Erst im vierten Monat wurde es etwas besser, aber der Ausfall blieb. Zur Mitte der Schwangerschaft normalisierte sich alles, meine Haare wuchsen wieder etwas nach und ich musste meine Haare seltener Waschen. Das war wohl das einzigste positive.

Nach der zweiten Schwangerschaft

Seelisch und moralisch bereitete ich mich schon auf den Ausfall nach der Schwangerschaft vor, doch vorerst blieb er aus. Nach drei Monaten erwischte es mich dann aber wieder. Meine Ponypartie wurde wieder lichter, die Haarbürste war wieder voll und überall in der Wohnung lagen Haare. Dieses Mal waren sie um einiges kürzer als nach der ersten Schwangerschaft, abschneiden war bei dieser länge keine alternative und Eisen nahm ich bereits regelmäßig. Ich versuchte mich mit dem Fakt zu beruhigen, dass es völlig normal sei und es einfach dazu gehört. Aber so richtig beruhigend fand ich das ganze nicht.

Zu der täglichen Einnahme von Eisen gesellte sich Biotin, in der Hoffnung nun weniger zu verlieren. Es dauerte ganze 2,5 Monate bevor sich mein Haarausfall wieder normalisierte. Jetzt knapp 8 Monate nach der Geburt von Knopf würde ich sagen, es ist wieder im Lot. Gott sei Dank – aber manche Partien sind eben immer noch Licht. Vielleicht ist es ja auch das Alter, aber ich hoffe einfach das die Haare wieder nachwachsen. Biotin und Eisen werden von mir immer noch regelmäßig eingenommen. Ob das wirklich was taugt und ob es Sinn macht, kann ich nicht sagen aber es beruhigt mich wenigstens ein bisschen und es unterstützt mein hoffen etwas.

Um mich noch mehr zu beruhigen, suchte ich nach anderen Erfahrungsberichten und fand nur Bestätigung. Scheinbar muss da jede Mutter durch. Bei einigen kam es zu Kreisrundem Ausfall, zu richtigen Löschern auf dem Kopf. Ich war erschrocken und zeitgleich froh, dass es bei mir nur so harmlos ausging. Der Austausch mit anderen Müttern tat mir unheimlich gut und ich fand es schön zu hören, dass selbst bei schlimmsten Ausfall die Haare scheinbar nachwachsen (können). Nun sitze ich also hier und warte, warte darauf nicht mehr durch meine Haare die Kopfhaut zu sehen. Es wird bestimmt etwas dauern, aber ich hoffe es kommt bevor sie wieder altersbedingt ausfallen 😉

 

 

 

 

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